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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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1084. Aconitum paniculätum Lam. Rispiger Eisenhut. Taf. 113, Fig. 3

und Fig. 656 a bis d.

Ausdauernd, 60 bis 150 cm hoch. Wurzel wie bei voriger Art. Stengel meist aus-gebreitet ästig, im oberen Teile (besonders an der Traubenspindel und an den Blütenstielen)abstehend weichhaarig und drüsig. Blätter tief 5- bis 7-teilig mit keilig-rhombischen, fieder-lappigen Zipfeln. Trauben locker. Blüten violett, lang gestielt. Tragblätter klein, linealoder die unteren geteilt. Helm so hoch als breit (Fig. 656b), selten etwas höher, am Grunde schiefaufsteigend, unten tief bogig ausgeschnitten, über dem in einen vorragenden Schnabel aus-gezogenen Grunde etwas ausgebuchtet, breit gerundet. Stiel der Honigblätter gebogen,ihr Sporn kopfförmig (Fig. 656c). Staubfäden (Taf. 113, Fig. 3 c) und Fruchtknoten kahl.Balgkapseln bis 30 mm lang. Samen wie bei voriger Art (Taf. 113, Fig. 3f). VII, VIII.

Stellenweise in lichten Bergwäldern, in Karfluren, auf feuchten Alpenwiesen (nur aus-nahmsweise auf Lägerstellen) der Alpenkette; von ca. 1200 bis 2400 m. Ausserhalb der Alpen an-geblich im fränkischen Jura (Labertal bei Deusmauer bei Eichstätt) sowie beiViechtach in Bayern.

Allgemeine Verbreitung: Alpenkette, von der Dauphine bis Kroatien (Velebit),Karpaten, Galizien, Bosnien.

Aendertab: f. Matthioli (Rchb.) Gayer. Blattzipfel schmal, getrennt (Fig. 656 a). Verbreitet (in derSchweiz fast ausschliesslich). f. flexicaüle (Hoppe et Hornschuch) Gärer. Blattzipfel einander genähert,gegen die Spitze zusammenfliessend (Verbreitet). f. grössidens Gäyer. Blattabschnitte wenig eingeschnitten,grob gezähnt (Zerstreut). f.pubicärpum Gäyer. Fruchtknoten behaart (Sehr selten). f. cälvumGäyer.Pflanze kahl (Vereinzelt). Wichtiger ist f. Vollmänni Gäyer. Helm oben kurz gerundet mit fast geraderStirn und Grundlinie, Schnabel daher fast fehlend (Algäu: Oberstdorf.)

subsp. leptophyllum (Rchb.) Gäyer (= A. hebegynum DC. pro parte). Pflanze meist vonniedrigerem Wuchs. Stengel schlank. Blütenstand sehr ästig, locker. Laubblätter fein geteilt mit linealenZipfeln und oft stielförmig verschmälerten Abschnitten. Blüten meist klein. Helm höher als breit. Stiel derHonigblätter ziemlich aufrecht. Fruchtknoten behaart. Zertreut und selten in der südlichen Schweiz (Waadt,Wallis, Graubünden).

subsp. V alle siacum Gäyer (= A. hebegynum DC. pro parte). Pflanze dichter beblättert. Blattzipfellanzettlich, Blattbucht meist geradlinig. Traubenspindel fast kahl. Blütenstiel schwach flaumig-drüsig. Blütenstandgedrängt, die Seitentrauben ihre Stützblätter kaum überragend. Endtraube kurz, mit grossen, blattartigen Trag-blättern. Helm niedrig mit weniger vorragendem Schnabel und meist seicht gebuchteter Grundlinie. Sporn oftstumpflich. In der südlichen Schweiz Wallis (verbreitet in den Penninischen Alpen) und Tessin (zerstreut).

Dieser Eisenhut, welcher sich im Gegensatz zu A. variegatum sehr eng an die Alpenkette anschliesst,findet sich in den Alpentälern stellenweise im Gebüsche neben Polemonium caeruleum, Equilobium angusti-folium, Rumex arifolius (pag. 181), Campanula Trachelium, Lilium Martagon, Solidago virgaurea, Cirsiumoleraceum, Prenanthes purpurea, Senecio Fuchsii, Petasites officinalis, Clematis Vitalba, Aspidium Filix mas,andererseits auch als Bestandteil der Karflur zusammen mit Aconitum Napellus (vgl. pag. 500). Auf Läger-stellen wird er nur gelegentlich beobachtet. Dagegen erscheint er in tiefen Lagen zuweilen auch an ziemlichtrockenen Stellen in Fichtenwäldern zwischen Berberis vulgaris und Sambucus racemosa neben Cirsium Eriophorum,Valeriana officinalis, Campanula Trachelium, Knautia silvatica, Rumex scutatus, Artemisia vulgaris, AegopodiumPodagraria, Polemonium caeruleum, Aspidium Filix mas etc.

1085. Aconitum Vulpäria 1 ) Rchb. (= A. Lycöctonum Koelle, Koch et auct. pl. non L. 2 ).Wolfs -Eisenhut. Franz.: Aconit tue-loup, etrangle loup, herbe au loup, cappe demoine; engl.: Yellow wolf's bane; ital.: Erba della volpe, luparia, strozzalupo. Taf. 113,

Fig. 2 und Fig. 657.

Zu Kapp a st ö ck (Schwab. Alb), Helmchrut (Zürcher Oberland), Teuf eis würz (Tirol), (weis se,gelbe) Wolf s würz (Alpenländer), Gelbe Gelstern (Zillertal) vgl. unter Aconitum Napellus! Im romanischenGraubünden heisst diese Art colüm alb oder flur dancler (Engadin).

') Vom lat. vülpes = Fuchs; die Pflanze fand zum Vergiften von Füchsen, Wölfen und anderemRaubzeug Verwendung.

2 ) A. Lycöctonum L. ist eine lilablütige, skandinavische Art.