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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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3-lappig. Lappen zweiter Ordnung grob, höchstens bis '/ eingeschnitten-gekerbt (Niederösterreich, wohl nochanderwärts). var. Salvatoriäna Chenevard. Kleine Pflanze vom Habitus der A. Pyrenaica oder A. Ein-seieana, aber mit zurückgekrümmtem Sporn und dunkelpurpurvioletten Blüten. Vermutlich eine fixierte lokaleZwergrasse (Monte Salvatore bei Lugano). var. alpestris Kitt. (= A. alpina Haenke nee L., = A. nigricansBaumg. nee Rchb.. = A. Sternbergii Rchb., = A. Haenkeäna Koch). Der var. notäbilis Beck sehr ähnlich,Laubblattzipfel gross, meist schmäler, jedoch bis zur Mitte eingeschnitten-gekerbt, Blüten sehr gross, weitgeöffnet. Blütenhüllblätter meist länger als 3 cm, blauviolett. Platte der Kronblätter gestutzt, kürzer als derSporn (Selten in den Alpen von Tirol, Kärnten, Krain und Steiermark). IL subsp. atrovioläcea Ave Lall.(= A. aträta Koch, = A. nigricans Rchb. nee Baumg., = A. vulgaris L. var. atrata Gren., = var. nigricansNeilr.). Taf. 112, Fig. 3. Vom Habitus der Art. Bis 80 cm hoch, aufrecht, kahl bis behaart. Laubblätterdoppelt 3-teilig, mit keilig verkehrt-eiförmigen, handförmig eingeschnittenen, grob gekerbten Endabschnitten.Blüten etwas kleiner (auch in der Kultur), dunkelpurpurviolett, sehr selten weiss. Blütenhüllblätter25 bis 30 mm lang, zugespitzt. Honigblätter mit hakenförmig einwärts gebogenem Sporn, letzterer länger alsdie Platte. Staubblätter gelb, zahlreich, die Honigblätter deutlich (5 bis 8 mm) überragend, daher meist weitvorragend. Fruchtknoten 5, drüsig-flaumig (Vor allem im Alpengebiet und in der Hochebene sowie in denhöheren Gebirgen von Baden, Württemberg, Bayern und in der Schweiz. Hieher ferner: var. minor Erdner.Ganze Pflanze niedrig. Blütenstand wenig verzweigt, wenigblütig. Blüten ziemlich klein. Laubblätter unter-seits fast kahl (Bayer. Hochebene). var. mafor Erdner. Ganze Pflanze höher (aber nicht so hoch als subsp.vulgaris var, pseudoaträta Erdner). Blütenstand reicher verzweigt, vielblütig. Blüten grösser. Laubblätterunterseits ziemlich behaart. var. cyanescens Borbäs. Blütenstiele besonders stark klebrig-drüsig (Tirol,Vorarlberg).

Aquilegia vulgaris ist eine ziemlich weitverbreitete Wald- und Wiesenpflanze, welche im Gebirgedurch die subsp. atrovioläcea ersetzt wird. Besonders üppig gedeiht die Pflanze in den Auenwäldern der Gebirgs-flüsse, am Lech unterhalb Augsburg z. B. in Gesellschaft von Cypripedium Calceolus (vgl. auch Bd. II, pag. 326),Orchis militaris, Thalictrum aquilegifolium, Lathyrus pratensis, Melittis Melissophyllum, Pulmonaria montana,Symphytum officinale, Valeriana officinalis, Pleurospermum Austriacum, Laserpitium latifolium, Euphorbiaverrucosa, Tetragonolobus siliquosus, Lotus uliginosus, Vicia cracca, Lysimachia vulgaris etc. Ausserdemerscheint A. vulgaris nicht selten als Buchenbegleiter (vgl. pag. 98). Die Blüten, welche als proterandrlscheHummelblumen zu bezeichnen sind, hängen nach unten, so dass der Pollen und der im Grunde des Spornsabgesonderte Honig geschützt ist. Der regelrechte Besucher ist die Gartenhummel (Bömbus hortörum L.),deren ca. 20 mm langer Rüssel bequem bis in den Grund des Sporns reicht. Bienen und kurzrüsselige Hummeln(besonders Bombus terrester L.) beissen, um alsHonigräuber" zu dem Honig zu gelangen, den Sporn an derUmbiegungsstelle von aussen an. Die stark gefärben Perianth- und Honigblätter stellen einen wirksamenLockapparat dar. Bei ausbleibendem Insektenbesuch erfolgt leicht spontane Selbstbestäubung, da die Frucht-blätter zwischen den Staubblättern hindurchwachsen und die Narben durch Heranwachsen der Griffel schliesslichtiefer zu stehen kommen als die Antheren. Die Blüte von Aquilegia vulgaris neigt sehr zur Variation. Ausserroten und weissen Blüten können in der freien Natur nicht allzu selten Vergrünungen und gefüllte Blüten(Taf. 113, Fig. 3e) beobachtet werden. Die letzteren sind doppelter Natur. In dem einen Falle (flore pleno,f. stellato) sind die normarfüllhornförmigen, gespornten Honigblätter und die Staubblätter insgesamt in perianth-ähnliche, flache, korollinisch gefärbte Blättchen umgewandelt. Diese Form wird bereits 1613 aus dem HortusEystettensis erwähnt. Im zweiten Falle wird die Füllung dadurch hervorgebracht, dass alle oder doch diemeisten Staubblätter dieselbe füllhornartige Form (f. cornueopiofdes) wie die normalen Honigblätter annehmen(Penzig). Die Pflanze wird vom Vieh nicht berührt und gehört zu den giftverdächtigen Arten. Alkaloidesind zwar nicht nachgewiesen worden. Dagegen wurde nach Esser neuerdings in den Blättern, Blüten undbesonders in den jungen Samenkapseln Blausäure festgestellt. Früher wurden alle Teile der Pflanze als Heil-mittel gegen Skorbut, Gelbsucht etc, angewendet, während die Blüten ein Teesurrogat lieferten.

1073. Aquilegia alpina L. nee Haenke (= A. montana Sternb.). Alpen-Akelei.

Taf. 112, Fig. 4.

Ausdauernde, 16 bis 80 cm hohe Staude. Wurzelstock kräftig, mehrköpfig. Stengelaufrecht, schlank, beblättert, wenigblütig (1 bis 3 Blüten). Grundständige Laubblätter gestielt,doppelt 3-teilig, mit sitzenden, tief 3-spaltigen, unregelmässig eingeschnitten-gesägten Ab-schnitten. Die Kerben schmal, länger als breit, etwas spreizend. Stengelblätter den grund-ständigen gleichgestaltet oder einfacher, die obersten oft nur 3-teilig. Blüte lang gestielt,nickend, sehr gross, 5 bis 8 cm im Durchmesser erreichend, prächtig blau. Blütenhüllblätter