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eiförmig, ganzrandig. Perianthblätter 5, blumenblatt- oder kelchartig, derb, bleibend, breit-eiförmig, grün, weiss oder purpurrot. Honigblätter 5 bis 15, röhrig-trichterförmig, gestielt,viel kürzer als diePerianth- und Staubblätter (Tai 111, Fig. la, 2a, 3a). Staubblätter zahlreich.Fruchtknoten meist 3 bis 5 (8), am Grunde verwachsen (Taf. 111, Fig. 2b; Fig. 643b).Balgfrüchte seitlich zusammengedrückt, vielsamig, mit Queradern (Fig. 643 c, d), durch denGriffel lang geschnäbelt. Samen länglich, mit einem Längswulst versehen (Taf. 111, Fig. lb).
Die Gattung umfasst ca. 22 z. T. sehr nahe verwandte Arten, die besonders im Mittelmeergebiet, inUngarn, Kleinasien und in den Kaukasusländern beheimatet sind. Alle Arten sind kalkliebend. Die Gattung zerfälltin die beiden Sektionen Caulescentes: Laubblätter mehrere am oberirdischen, meist holzigen Stengel (hieherH. foetidus, H. lividus Ait. auf Korsika, Sardinien und den Balearen, H. vesicarius auch in Syrien) undScapi'geri: Laubblätter wenige oder einzeln vom Rhizom entspringend, Blätter der Blütenregion meist laubig,zuweilen schuppenförmig. — Die Blüten sind proterogyn mit verborgenem Honig. Letzterer wird in den kurz röhren-förmigen, gestielten, grünlichen Ilonigblättern abgeschieden. Die grossen, weissen, grünen bis dunkelpurpur-roten Perianthblätter dienen als Schauapparat. Mehrere Arten (H. niger L., odorus Waldst. et Kit., atro-rubens Waldst. et Kit., purpurascens Waldst. et Kit., H. guttatus A. Br. et Sauer aus dem Kaukasus etc.) undzahlreiche hybride Formen sind als prächtige Winter- und Frühjahrsblüher beliebt. Im jugendlichen Zustandesind die Blätter fest eingerollt und bilden eine Bohrspitze (Fig. 643 g).
Alle Helleborus-Arten haben einen brennenden Geschmack und gehören zu den scharf narkotischenGiftpflanzen. Früher dienten sie zur Bereitung von Giftgetränken. Helleborus wird bereits bei Hippokratesals Droge genannt. Im Wurzelstock und rn den Grundblättern sind zwei sehr giftige kristallisierbare, imWasser schwer, in Alkohol leicht lösliche Glykoside, das Helleborin (Co Hio N) und das Helleborei'n (Cst Höo Os)nachgewiesen worden. Die frische Wurzel erzeugt auf der Haut Rötung und Blasenbildung; genossen erregtsie Schwindel, Erbrechen, Durchfall und kann zuletzt durch Krämpfe, Lähmungen etc. bei Mensch und Tierzum Tode führen. Der Wurzelstock von H. niger war früher als Heilmittel gegen Geisteskrankheiten berühmt.Ebenso wurde früher derjenige von H. viridis (Radix Hellebori viridis) in der Medizin verwendet. Wegendes widrigen, betäubenden Geruches werden die Nieswurz-Arten vom Vieh in der Regel nicht berührt undbleiben deshalb auf der Weide stehen.
1. Stengelständige Laubblätter (wenigstens die obersten) ganzrandig, eiförmig, von den grundständigenverschieden.................................. . 2.
1*. Stengelständige Laubblätter sämtlich fussförmig-geteilt, gezähnt, den grundständigen ähnlich . 3.
2. Blüten weiss, meist einzeln an unverzweigtem Stengel. Blütenhüllblätter ausgebreitet. Stengel-ständige Laubblätter 1 bis 2, hochblattartig, bleichgrün, schuppenförmig. Oestliche Kalkalpen. H. niger nr. 1061.
2*. Blüten grün, zahlreich, an verzweigtem Stengel, hängend. Blütenhüllblätter glockenförmig-zusammenneigend. Stengelständige Laubblätter in die grundständigen allmählich übergehend. Südwest- undMitteldeutschland, Südtirol, Westschweiz, Jura..............H. foetidus nr. 1060.
3. Blütenhüllblätter grün.......................... 4.
3*. Blütenhüllblätter dunkelviolett, schmal. Grundständige Laubblätter mit breit-linealen Abschnitten.
Untersteiermark, Krain, Ungarn, Kroatien etc..............H. atrorubens nr. 1066.
4. Abschnitte der grundständigen Laubblätter meist ungeteilt............. 5.
4*. Abschnitte der grundständigen Laubblätter stets noch in mehrere schmal-lineale Zipfel geteilt.
Krain, Küstenland, Dalmatien etc...................H. multifidus nr. 1063.
5. Abschnitte der Laubblätter sehr breit-lanzettlich (bis 4 cm breit). Blüte ganz hellgrün, wchlriechcnr.Südliches Oesterreich, Slavonien, Südungarn etc...............H. odorus nr. 1062.
5*. Abschnitte der Laubbätter schmal (bis 2 cm breit)................ 6.
6. Blütenhüllblätter breit-eiförmig, sich mit den Rändern deckend. Balgfrüchte gross (25 bis 28 mmlang ohne Schnabel), länger als der Schnabel................H. viridis nr. 1064.
6*. Blütenhüllblätter schmal lanzettlich, sich höchstens am Grund mit den Rändern deckend. Balg-früchte klein (15 bis 18mm ohne Schnabel), kürzer als der Schnabel .... H. dumetorum nr. 1065.
1060. Helleborus foetidus L. (= Helleboräster foetidus Moench). Stinkende Nies-wurz. Franz.: Pied de griffon, patte d'ours, favalau, herbe printaniere, rose de serpent,museivroz, pan au lau; engl.: Setter wort, stinking hellebore; ital.: Cavolo di lupo, fava dilupo, elabro puzzolente. Taf. 111, Fig. 1 und Fig. 639.
Die unangenehm riechende, giftige Pflanze führt die Namen Stinkkraut (Schwab. Alb), Jauchen-blume (Nordböhmen), Deuflskraut (Schwab. Alb), Tüfelschrut (Schweiz), Zigeunerkraut (Schwab. Alb),