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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Fig. 616. Honckenya peploides Ehrh., auf Dünensand.Phot. Prof. M eigen, Dresden.

bis 10 mm im Durchmesser, an ca. 5 mm langen, kahlen, aufrechten Blütenstielen. Kelch-blätter 5, grün, eiförmig-stumpflich, fleischig, 1-nervig. Kronblätter 5, weiss, bläulich bis

rötlich, verkehrt-eiförmig, ganzrandig, dieder männlichen Blüten länger, die derweiblichen kürzer als der Kelch. Staub-blätter 10, entweder alle fruchtbar oder+ unfruchtbar, am Grunde mit je einergrossen, gelben Honigdrüse. Fruchtknoteneiförmig, mit 3 (selten 4 oder 5) sehrkurzenGriffeln, fruchtbar oderunfruchtbar,in den weiblichen Blüten mit zahlreichenSamenanlagen. Kapsel rund, fleischig,bis 0,8 cm im Durchmesser, mit 3 Klappenaufspringend, durch Abort wenigsamig.Samen dunkelrotbraun bis schwarz, birn-förmig, 3 bis 4 mm lang, oben 3 mmbreit, unten zugespitzt, matt glänzend,durch einige erhabene dunklere Längs-streifen in mehrereFelder geteilt (Fig.615 f).Keimling gekrümmt (Fig. 615 g). Endo-sperm weiss. VI, VII.

Am Meeresstrand auf Sandboden,auf lockerem Kies, auf Dünen, an derNord- und Ostsee, zuweilen häufig; nur selten ins Binnenland eindringend. Bei Berlin(Finkenkrug bei Spandau) verschleppt.

Allgemeine Verbreitung: Küstengebiete der nördlichen gemässigten Zone(auch noch auf Island, Jan Mayen, Grönland und im arktischen Nordamerika) zwischen30 und 80° nördlicher Breite.

Die verhältnismässig grossen Blüten im Sonnenschein erreichen sie einen Durchmesser von ca.8 mm sind ausgesprochen proterandrisch. Trotz des reichlich abgesonderten Honigs werden die Blüten dochnur selten von Insekten besucht. Die Pflanze ist vielmehrsandblütig-. Der Pollen wird durch den Flugsandvon Blüte zu Blüte getragen. Denn regelmässig findet man in denselben durch den Wind hineingeschleuderteSandkörnchen. Bei trüber Witterung schliessen sich die Blüten, so dass dann spontane Selbstbestäubungmöglich ist. Nach Penzig neigt Honckenya peploides in besonderem Masse zur Bildung von diklinen Blüten.Ganz normale Blüten mit allen 10 Staubblättern werden nur selten angetroffen. Meist sind einige, zuweilenauch alle verkümmert. Auch die Kronblätter können zu Schüppchen reduziert sein oder ganz fehlen (f. apetala[Rostr.] Gurke). Auch kann die Zahl der Fruchtblätter von 3 auf 5 steigen. Der fleischige Habitus des Stengelswird nach Brick durch die grosse Ausdehnung des Rindenparenchyms, welches das axile Leitbündelsystemumgibt, bedingt. Nach innen zu werden die 11 bis 12 Reihen Rindenparenchym durch die stärkeführendeEndodermes (Stärkescheide) begrenzt (Fig.615k). Wie verschiedene andere Dünenpflanzen hat H. die Fähigkeit, dasEingeächüttetwerden in den Sand zu ertragen. Werden die Stengel vom Dünensande überweht, so entstehtdas unterirdische Sprosssystem. Das Rindenparenchym der Stengel wird zunächst stark zusammengedrücktund schliesslich abgeworfen, so dass die frühere Endodermis die äusserste Schicht darstellt. Inzwischen erzeugt*die unter der Endodermis liegende Phellogenschicht neue Peridermschichten, so dass der unterirdische Stengelbald mit einer Korkschicht ausgestattet ist. Die an den unterirdischen Sprossachsen auftretenden Niederblättersind nach Brick nichts anderes als zerstörte Laubblätter, welche durch die Uebersandung ihre fleischige Kon-sistenz verlieren und häutig werden (Fig. 615 i, k).» H. peploides ist eine ziemlich häufige und verbreiteteStrand- und Dünenpflanze. Sie findet sich auf der Vor-, weissen und grauen Düne, oft in Gesellschaft vonElymus arenarius (Fig. 616), Agriopyrum iunceum, Festuca rubra var. arenaria (Bd. I pag. 342), Weingaertneriacanescens, Juncus Balticus. Polygonatum officinale, Epipactis atropurpurea, Salix daphnoides, S. Pomeranica(pag. 25), Salsola Kali, Corispermum intermedium, Cakile maritima, Anthyllis vulneraria subsp. marina, Lathyrus