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am Murufer bei Graz), in Kärnten (einzig Labaci), Krain (Laibacher Schlossberg). Küstenland und angeblichin Südtirol (Torbole und Monzoni); angeblich in Niederösterreich adventiv. In der Schweiz wild einzig imtransalpinen Gebiet (südliches Tessin [Locarno, Taverne, Bironico, Monte Ceneri, Cadenazzo] und bis Mottaim Blegnotal, Misox bis 800 m); ausserdem selten adventiv.
Allgemeine Verbreitung: Zerstreut durch Südeuropa, Kleinasien, Armenien.
M. Mantica, welche auch als Form der vorigen Art betrachtet wird, jedoch höher und in allenTeilen robuster ist, wird vereinzelt in der folgenden Abart beobachtet: f. violäscens Aznavour (= f. caeruleaJanch., = Cerästium caeruleum Boiss., = Malächium caeruleum Jaub. et Spach.). Blüten hellblau. VonJanchen kürzlich in Steiermark (nordwestlich von Friedau) und von Sulger-Buel in der Schweiz (beimBahnhof St. Margrethen, 1907) konstatiert. Zuvor war diese Spielart nur aus Kleinasien bekannt.
CCLXVI. Sagina 1 ) L. Mastkraut, Knebel. Franz.: Sagine; engl.: Pearlwort.
Einjährige oder ausdauernde, aufrechte, niederliegende oder aufsteigende, locker-rasige oder polsterbildende, niedere, kahle oder drüsig-behaarte Kräuter mit gegenständigen,am Grunde verwachsenen, kahlen oder gewimperten, linealen bis lanzettlichen Laubblättern,mit oder ohne Stachelspitze, ohne Nebenblätter, jedoch oft mit sterilen Laubsprossen inden Blattachseln. Blüten klein, unscheinbar, einzeln in den Achseln der Laubblätter oderzu armblütigen, lockeren Trugdolden vereinigt an sehr dünnen, kahlen oder behaarten,meist aufrechten oder vor oder nach der Blütezeit unterhalb des Kelches hakenförmignach abwärts gebogenen Blütenstielen, 4- oder 5-zählig. Kelchblätter 4 oder 5, gleichoder verschieden gestaltet, aufrecht oder abstehend. Kronblätter 4 oder 5 (oft 6), sehrklein bis doppelt so lang als der Kelch, weiss, ganzrandig, eiförmig oder verkehrt-eiförmig.Staubblätter 4, 5, 8 oder 10. Fruchtknoten eiförmig, aus 4 oder 5 Fruchtblättern gebildet.Kapsel eiförmig, bis zum Grunde mit 4 oder 5 ziemlich schmalen, oben stumpfen Klappenaufspringend (Fig. 607, nr. 12, 13, 16, 25, 33). Samen zahlreich, dunkelbraun, nierenförmig,sehr klein (0,5 bis 0,2 mm dick), mit regelmässigen Papillenreihen besetzt, am Rücken miteiner Rinne (Fig. 607, nr. 6, 7, 27). Keimling gekrümmt.
Die Gattung umfasst gegen 20 unscheinbare kleinblütige Arten und ist fast ausschliesslich auf dienördlich gemässigte Zone beschränkt. Einzelne Arten sind weithin verschleppt. Die kleinen proterandrischen,homogamen oder protogynen Blüten mit halbverbogenem Honig (dieser wird am Grunde der Staubfäden inNektarien abgesondert!) werden von kleinen Fliegen und Bienen bestäubt. Bei ungünstiger Witterung erfolgtgelegentlich Selbstbestäubung, weil die Blüten dann geschlossen bleiben. Bei einzelnen Arten (S. procumbens,nodosa) sind mehrfach Formen mit „gefüllten" Blüten (durch Petalisierung der Staubblätter und Pistille)beobachtet worden. Durchgehende pentamere Blüten sind nicht häufig. Das Oeffnen der Blüten ist nur vonkurzer Dauer, bei Sagina Linnaei 4 Tage (ebenso bei Telephium Imperati und Sedum atratum). Die ausser-ordentlich kleinen Samen (0,2 bis 0,3 mm) werden durch den Wind sehr leicht verbreitet. Mehrere Sagina-Arten (namentlich Sagina procumbens) haben als Ackerunkräuter (sie bevorzugen sandigen Boden) oder alsRuderalpfianzen eine ziemlich grosse Verbreitung. S. Linnaei ist arktisch-alpin (findet sich auch im Mittel-gebirge), S. glabra südalpin, während die kleine S. maritima der atlantischen Flora (vgl. pag. 383) angehört.In der Gärtnerei, speziell in der Teppichgärtnerei, wird S. subulata (pag. 386) auch mit goldgelber Belaubung(f. aurea hört.) zu Einfassungen oder als Rasenpfianze verwendet. Im Winter nehmen die Pflanzen gewöhnlicheine rötlichbraune Färbung an, die im Frühjahr wiederum verschwindet. Ueberhaupt wintern die Mastkraut-Teppiche leicht aus.
1. Blüten in der Regel 4-zählig. Kronblätter viel kürzer als der Kelch oder fehlend .... 2.1*. Blüten in der Regel 5-zählig. Kronblätter fast solang oder länger als der Kelch .... 5.
2. Kelchblätter gleichgestaltet, stumpf, ohne Stachelspitze. Laubblätter mit kurzer Stachelspitze(V« der Blattbreite; Fig. 607, nr. 11, 14)......................... 3.
2*. Kelchblätter verschieden gestaltet: die beiden äusseren kapuzenförmig zusammengezogen, mit kurzerStachelspitze (Fig. 607, nr. 19). Laubblätter mit langer Stachelspitze (gleich der Blattbreite; Fig. 607, nr. 18). 4.
3. Pflanze meist niederliegend. Zentrale Blattrosette vorhanden, ohne Mitteltrieb. Blütenstiele nachdem Verblühen nach abwärts gebogen................S. pro cu mbens nr. 991.
*) Lat. = die Mast, Fütterung. Früher wurde Sagina Spergula De 1' Obel, unsere heutige Spergulaarvensis L., als Schweinefutter angebaut; der Name hat also keine Beziehung mehr zu unserer Gattung.