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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Tafel 103.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Dianthus Seguierii (pag. 327). Habitus.

» 1 a. Kronbiatt.

» 2. Dianthus superbus (pag. 342). Habitus.

» 2a. Fruchtknoten mit Griffeln.

» 2b. Samen.

» 3. Dianthus alpinus (pag. 332). Habitus.

4. Saponaria ojfiänalis (pag. 344). Habitus.

Fig. 4 a. Fruchtknoten mit Griffeln.

5. Saponaria ocymoides (pag. 345). Habitus.

5 a. Kronblatt.

,, 6. Heliosperma quadrifidum (pag. 305). Habitus.

6 a. Kronblatt.

6b, c. Samen im Längs- und Querschnitt.

6d. Fruchtknoten mit Griffeln.

954. Dianthus arenärius L. s. 1. (= D. uniflörus Gilib.). Sand-Nelke, Fig. 594f.

Ausdauernd, gras- oder graugrün, 22 bis 45 cm hoch. Grundachse stark, ästig,wurzelnd, einen dichten Rasen von blühenden und nichtblühenden Stengeln treibend. Blüten-stengel aufrecht oder aufsteigend, meist 1- (seltener wenig-) blutig, kahl, glatt. Laubblättergrasgrün, linealisch, spitz, am knorpeligen Rande rauh, bis 4 cm lang und bis 1 mm breit,kurzscheidig, 3-nervig (die beiden Seitennerven randständig). Kelchschuppen eiförmig, ab-gestutzt, zuweilen mit einem Spitzchen, 1 /t so lang (oder kürzer) als die Kelchröhre. Blütensehr wohlriechend, weiss (seltener hellrosa), bis 20 mm breit. Kelchröhre schlank, glatt,grasgrün, zuweilen rötlich überlaufen, fast 2,5 cm lang, mit 3-eckigen, spitzen Zähnen.Kronplatte am Grunde mit einem grünen Fleck und dort von weissen oder purpurrotenHaaren bärtig, lang benagelt, tief (bis über die Mitte) fiederspaltig-vielteilig; das ungeteilteMittelfeld klein, lanzettlich. Staubbeutel etwas aus der Blüte herausragend. VI bis VIII.

Stellenweise in Norddeutschland in sandigen Kiefernwäldern, an Waldrändern,auf offenen Heiden, auf sandigen Feldern, im Dünensand, in Kiefernschonungen.

Fehlt in Oesterreich und in der Schweiz vollständig. In Norddeutschland besonders im öst-lichen Gebiet (fehlt aber auch hier oft auf weite Strecken (so z. B. dem Kreise Insterburg und Gumbinnen inOstpreussen, in der Memel- und Weichselniederung), nach Westen zu abnehmend. Erreicht nach Ascherson-Graebner die Südwestgrenze bei Senftenberg, Luckau, Frankfurt a. O., Neudamm, Schwedt, Fürstenberg inMecklenburg (ob am letzten Orte wirklich wild?), Garz, Wolgast; fehlt dann östlich Misdroy. In der Nähe der Ostsee-kuste auf dem hinterpommerisch-westpreussischen Landrücken bis in die Kreise Greifenhagen (zwischen Damm undStargard, Dramburg, Schievelbein, Polzin, Glötzin, Neustadt, Pr. Stargard, Wildungen). Ausserdem vereinzeltin Schlesien (im nördlichen Teil der Ebene bei Grünberg, Neusalz, Carolath, G.-Glogau, Polkwitz, östlicheGrenze der Niederlausitz).

Allgemeine Verbreitung: Nord-und Mittelrussland, Ungarn, östliches Deutsch-land, Südschweden.

Diese im östlichen Deutschland (West- und Ostpreussen, Posen, Pommern, Brandenburg, Schlesienund ein vorgeschobener Posten in Mecklenburg) ziemlich verbreitete wohlriechende Nelke vermag wie Saro-thamnus scoparius und Ulex Europaeus mit dem ärmsten Sandboden (Diluvial- und Dünensand) vorlieb zunehmen. Stellenweise (z. B. um Thorn) gehört sie nach Scholz zu den Bestandteilen der Sandheiden undfindet sich zwischen Krüppelkiefern, Wacholder-, Weissbirken-und Berberitzengestrüpp, Rubus plicatus, in Gesell-schaft von Arctostaphylos Uva ursi, Thymus, Preisseibeere, Calluna, Hieracium Pilosella und umbellatum.ranthus perennis und annuus, Filago arvensis und minima, Carex ericetorum, praecox, verna und arenaria,

uzula pallescens (selten) und campestris, Euphrasia gracilis und stricta, Viola arenaria, Solidago Virgaurea,

io Jacobaea, Campanula rotundifolia, Jasione, Antennaria dioeca, Hehchrysum arenarium, Carlina vulgaris etc.

Anderseits findet man diese Nelke auch in den trockenen, sandigen Kieferwäldern neben Pirola chlorantha,

otentdla opaca, Verbascum thapsiforme und cuspidatum, Silene Otites (pag. 290), Armeria vulgaris, Helian-

emum Chamaecistus, Hypericum quadrangulum, Geranium sanguineum etc. (vgl. auch die Formationslistevon Gypsophila fastigiata, pag. 313). D. arenärius L. zerfällt nach Vierhapper (Schedae nr. 3237) in zwei

var nicht spezifisch, aber doch graduell konstant verschiedene Unterarten. Vom schwedischen D. arenäriuss. str. ist die Sandnelke von Ostdeutschland, Galizien und Polen (D. Borüssicus Vierhapper) durch denlockeren Wuchs, zumeist mehrblütige, stets viel höhere Stengel, längere, mehr spitzliche Blätter, längere Kelcheund grossere Kronplatten verschieden. Wegen der tiefen Bergung des Honigs und der weissen Blütenfarbewird D. arenärius für eine (proterandrische) Nachtschwärmerblume gehalten.