322
gestützt. Kelchschuppen meist 4, krautartig, aus eilanzettlichem Grunde lang grannenartigzugespitzt, so lang als die Kelchröhre, aufrecht oder die äusseren zurückgebogen. Kelchzylindrisch, 15 bis 18 mm lang, schwach längsnervig, grün, an der Spitze meist violett,kahl. Kelchzähne schmal-lanzettlich, lang grannenartig zugespitzt. Kronblätter dunkelrot,dunkler gefleckt oder gebartet. Platte verkehrt-eiförmig, 3-eckig, vorn gezähnelt. Kapselunten etwas erweitert. — VI bis VIII.
Zerstreut an Waldrändern, in Gebüschen, auf Waldwiesen, kräuterreichen Berg-wiesen, besonders in der Berg- und alpinen Region von ca. 900 bis 2500 m (Pasterze inKärnten). Wild nur im südlichen Oes ter reich; ausserdem vielfach aus Gärten ver-schleppt und hie und da verwildert.
In Oesterreich spontan im südlichen Tirol (nordwestlich bis Virgen-Weitental-Peitlerkofel-Proveis-Fassa-Val Sadole-Canal San Bovo), in Steiermark (stellenweise häufig in Mittel- und Untersteiermark), in
Kärnten (auf mehreren Alpengruppen,z. B. auf der Plöcken, am Malles-tiger Mittagskogel, Pasterze, Satnitz,Berg- undWeissbriach, Lesachtal), inKrain (im oberen Savetal aufwärtsbis Jauerburg und Karner Vellach)und Küstenland (Görz). Ausserdemnicht selten — meist aber nur vorüber-gehend — aus Gärten auf Schutt, anKirchhofmauern, bei alten Burgen, inForsten, auf Flusskies (oft weit vonOrtschaften entfernt!), in Wäldern, anEisenbahndämmen verwildert undselten eingebürgert, z. B. in Ober-bayern (am Lech unterhalb Kaufering,an der Isar bei Grünwald, Regenburgan der Glonn, Ratzenwinkel, Isarauenunter Rosswies bei Tölz, Spitzingsee1855), in Franken (unter Burg Raben-stein eingebürgert, Leinburg, Alten-burg bei Bamberg), Württemberg.(Lichtenstein, Pfullingen), in Baden(Freiburger Schlossberg, Achern,Hinterzarten, Ilvesheim), in Hannover(Hitzacher, Menslage), Rheinprovinz(Ruine Ehrenstein a. d. Wild), in Schlesien (vielfach), Ostpreussen (Stallupönen, Losgehnen, Gehlweiden etc.),Sachsen (Waidenburg), in Westpreussen (Garnierberg, bei Neustadt, Radaunesee, Zdunyer See, Theresienhainim Kr. Preussisch-Stargard), in Böhmen (verwildert auf den Basaltkegeln bei Götzdorf und Niemes), in Nieder-österreich (bei Neuwaldegg, Moosbrunn, Melk), in Vorarlberg (Bregenz, Illufer bei Feldkirch; eingebürgert amSchellenberg und bei Vaduz, Schnifis, Blons), in Tirol (Passerufer bei Meran), bei Salzburg (Kapuzinerberg),in der Schweiz bei Winikon, Saelifluh bei Ölten (eingebürgert), Schwanden im Kanton Glarus, Unter-Aegeri,Greppen, Ruine Iberg bei Wattwil etc. — D. barbatus, der im Südosten der Alpen, ähnlich wie Epimediumalpinum, Anemone trifolia, Philadelphus, Peucedanum Raiblense, Cirsium Carniolicum einen Vertreter der illyrischenF"lora darstellt, tritt daselbst im Karstwalde neben Asparagus tenuifolius, Iris graminea (Bd. II, pag. 295), Sileneviridiflora (pag. 292), Helleborus odorus, Hacquetia Epipactis, Euonymus verrucosus, Lamium Orvala, Galiumaristatum, Centaurea variegata etc. auf. In Unter-Krain kommt die Pflanze im Bergland auch ausserhalb desillyrischen Florengebietes vor. .— D. barbatus ist eine proterandrische Falterblume. In Gärten werden ver-schiedene Sorten (mit gefüllten, geränderten, gescheckten Blüten oder mit bunten Blättern) kultiviert, welcheaber z. T. nur Bastarde dieser Art mit D. Chinensis darstellen (vgl. pag. 319). Hieher auch var. latifölius(Willd). Laubblätter 7,5 bis 11 cm lang und bis 26 mm breit. Blüten doppelt so gross, eine dichte, gewölbteTrugdolde bildend, hell- und dunkelrot bis weiss.
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Südalpen (von Norditalien durch Tirolbis Steiermark und Kärnten), Siebenbürgen, Ungarn, Balkan, Südrussland.
Fig. 584. Dianthus barbatus L. Phot. Hans Dopfer, München.