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Tafel 99.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Silene acaulis (pag. 294). Habitus.„ 1 a. Blüte (geöffnet).„ 1 b. Fruchtknoten mit Griffel.„ 1 c. Kapsel mit Kelch.„ 2. Silene injlata (pag. 279). Bliitenspross.„ 2 a. Kronblatt und Staubblatt.„ 2b. Fruchtkapsel.
„ 2 c. Querschnitt durch den untern Teil derFruchtkapsel.
Fig. 3. Silene saxifraga (pag. 284). Habitus.
„ 3 a. Blütenlängsschnitt.
„ 4. Silene Armeria (pag. 285). Habitus.
„ 4a. Blütenlängsschnitt.
„ 5. Silene Otites (pag. 290). Habitus.
,, 5 a. Blütenlängsschnitt.
„ 6. Silene natans (pag. 292). Habitus.
„ 6 a. Blütenlängsschnitt.
18. Kronblätter grünlichweiss. Kelch am Grunde allmählich verschmälert, drüsig - weichhaarig{Fig. 572h)...........................S. viridiflora nr. 915.
18*. Kronblätter schmutzigweiss bis rötlich. Kelch am Grunde abgestutzt und genabelt (Fig.5/3f). 19.
19. Blüten nickend. Kelchzähne spitz. Kronblätter mit spitzem Krönchen (Fig. 573b) . S. nut ans nr. 916.19*. Blüten aufrecht. Kelchzähne stumpf. Kronblätter ohne Krönchen oder höchstens mit je 2
kurzen Höckern (Fig. 573h).......................S. Italica nr. 917.
899. Silene infläta 1 ) Sm. (= S. venosa Aschers., = S. vulgaris [Moench] Garcke, = S. Cucü-balus Wibel, = S. Behen Wirzen, = S. latifolia Rendle et Britten, = Cucübalus Behen L.,= C. venösus Gilib., = C. inflätus Salisb., == Lychnis Behen Scop.). AufgeblasenesLeimkraut, Taubenkropf, Klatschnelke. Franz.: Carnillet, silene; engl.: Bladder campion;ital.: Bobbolini, erba del cucco, strigoli. Taf. 99, Fig. 2 und 566f, g, h.
Die meisten Volksnamen dieser Art beziehen sich auf den knallenden Ton, den die auf den Hand-rücken geschlagenen Blütenkelche verursachen — bekanntlich ein beliebtes Kinderspiel: Weiss Klapperche{vgl. Papaver Rhoeas!] (Nahegebiet); Klöpfkraut, Klöckkraut (Kärnten); Kleschn, Klescherl (Nieder-österreich); Klepfer, Klepfeta (Schwab. Alb); Chlepfer, Chlöpfere, Chlöpferli, Chlepferi,Chlaffen, Chlaffeni (Schweiz); Knallp otsch, Knallblume (Nahegebiet); Knallkraut (Tirol, Salzburg);Kra chenblume, Krachele (Nahegebiet); Knockablume (Riesengebirge); Knackblaas (Schleswig);Knätschkraut (Mosel); Knatschblume (Riesengebirge); Knarragras (Egerland), Kerr'n (Kärnten);Karren, Karrenkraut (Tirol); Schnöller, Schnöllkraut (Tirol); Schneller (Schwaben); Schnell-bloma (Ulm); Schnalzal, Schnalzkraut, Schnälzglöckal (Niederösterreich); Tätscherli (Schweiz:Arth); Hübi, Hübikätschi (Luzern: Entlibuch); Büchsenpuffer (Ostfriesland); Puffare, Potschare(Krain: Gottschee), Tuschala (Böhmerwald). Nach dem aufgeblasenen Kelch heisst die Art: Blasenkraut(Nordböhmen); Blosakrettich (Riesengebirge); Tubechropf, Tubakropf (Schweiz), eine Weiterbildungder beiden letztgenannten Wörter stellt wohl Tubespeck (St. Gallen, Graubünden) dar. Hasenora, Hasen-oara, Hasenaerla (Schwab. Alb), Hasenöhrli (Graubünden) dürfte sich auf die Form der ausgerandetenKronblätter beziehen. Die jungen Blätter werden an manchen Orten ab und zu als Gemüse gegessen, daherKnirrkohl (Harz); Feldspinat, Wiesenspinat (Kärnten); GrünkYaut (Kärnten, Niederösterreich). Räto-romanische Benennungen sind: schlops (Remüs); schlopett (Heinzenberg); schloppin, scropuleggi,skrupolögia, schupetin (Puschlav); schnetgels (Bergün) Im Kanton Tessin heisst diese Art verzin,bacciocchin, busina (Fusio); gschpiki (Bosco); sesei (Val Marrobio); im Wallis (Eifischtal)grischeloz und tac.
Ausdauernd, 10 bis 45 (60) cm hoch. Wurzelstock ästig, vielköpfig, blühende undnicht blühende Stengel treibend. Stengel aufrecht bis aufsteigend, schlaff, meist kahl,aufrecht oder oberwärts ästig. Laubblätter lanzettlich bis eiförmig, (1) 2 bis 6 cm lang,mit kräftigem Mittelnerv, die untern kurz gestielt, spitz, die obern sitzend, vollständigkahl bis bewimpert, bläulichgrün. Blütenstand reichblütig, locker trugdoldig, zuletzt inWickel übergehend. Blüten vielehig-zweihäusig. Kelch eiförmig bis kugelig, kahl, 20-nervig,starkjietzaderig, 12 bis 15 (18) mm lang, mit breit-dreieckigen, spitzen Zähnen, grünlich-
') Lat. infläre
aufblasen; nach dem bauchig aufgetriebenen Kelch.