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(Ueber die Blatt- und Stengelanatomie vgl. Fig. 55b h bis m). Stellenweise ist sie zu einem verwünschten Unkrautgeworden, so auch als „Russian Thistle" in den Prairien von Nordamerika.
Ausser den verschiedenen bereits genannten adventiv auftretenden Arten sind in Mitteleuropaganz vereinzelt noch die folgenden Chenopodiaceen als verschleppt konstatiert worden: 1. Cyclolömaplatyphvllum (Michx.) Moqu. aus dem Innern von Nordamerika (bei Mannheim [1901], bei Dresden [amEibufer gegenüber Uebigau] und bei Hamburg [Reiherstieg, Wandsbeck]). Nahe verwandt mit der GattungChenopodium (Blütenhülle aber an der Frucht mit horizontalem Flügel). — 2. Monölepis trff ida Schrader, ausSibirien (Hafen von Mannheim, 1898). Gleichfalls der Gattung Chenopodium sehr nahe stehend (Blüte jedochnur mit 1 Perianth- und 1 Staubblatt). — 3. Eurötia ceratoi'des C. A. Mey. Wüsten- und Steppenpflanze(verwandt mit Atriplex, aber mit Sternhaaren bedeckt. Blüten 4-zählig. Frucht von verlängerten, zuletztfuchsroten Haaren dicht zottig, oben an den Vorblättern 2-hörnig) aus Zentralasien, aus dem Orient, Südost-europa, Ungarn und Spanien. Eingeschleppt in Niederösterreich (bei Ob. Schodeslee nächst Stronsdorf, 1906von Teyber entdeckt; früher auch bei Ob. Hollabrunn, Ernstbrunn, bei Retz und Jetzelsdorf); für Mähren sehrfraglich. —■ 4. Hablitzia tamnoides Bieb. Kletterpflanze (die einzige der Familie!) aus dem Kaukasus. InMittelsachsen (Oberförsterei Lödderitz zwischen Barby und Aken) verschleppt; zuweilen auch "in botanischenGärten kultiviert. — 5. Telöxys aristäta Moqu., aus Sibirien. Einmal auf der Insel Scharfenberg beiSpandau-Berlin verwildert. — 6. Axyris hybrida L., aus Sibirien (Hafen von Mannheim). — 7. Halimo-cnemis triändra (Pall.) Moqu., aus Osteuropa und Westasien (Hafen von Mannheim). — 8. Roubievamulti'fida Moqu., aus Südamerika (Bremen [1880, 1889], Hamburg, häufig um Hannover, Wollhautfabrik Rod-leben in Anhalt).— 9. Atriplex holoc ärpum F. v.Muell., aus Australien (Hannover: DöhienerWollwäscherei).
45. Fam. Amarantäceae. Fuchsschwanzgewächse.
Ein- oder mehrjährige Kräuter, Sträucher (seltener auch Bäume) mit kahlen oder+ behaarten, zuweilen auch fleischigen, niemals pfriemlichen, sitzenden oder gestielten,gegen- oder wechselständigen, ganzrandigen Laubblättern. Blüten klein, unscheinbar, radiär,weisslich-grünlich, weisslich, gelb oder rot, zwitterig, polygam (Taf. 97, Fig. 5 a, b, c) odereingeschlechtig (zuweilen dimorph), mit 2 häutigen oder fast lederigen Vorblättern (Fig. 559 b,560 g), einzeln in der Achsel von Tragblättern oder + dichte, häufig knäuelige, dichasialeEinzelblütenstände bildend, welche zu kopfförmigen oder verlängerten, einfachen oder ver-zweigten Aehren oder Trauben vereinigt sind. Blütenhülle einfach, aus 3 bis 5 (seltener 4 bis 1)bis zum Grunde freien oder + hoch miteinander verwachsenen, meist trockenhäutigen, oftlebhaft gefärbten Perianthblättern bestehend. Staubblätter so viele als Kronblätter (seltenweniger oder mehr), zuweilen einem unterständigen Ringe eingefügt (von dem letzterngehen zwischen den Staubblättern vielfach petaloide Zipfel ab), vor den Perianthblätternstehend. Fruchtknoten oberständig, 1-fächerig (Taf. 97, Fig. 5 e), mit 1 oder mehrerengrundständigen, aufrechten, umgewendeten Samenanlagen. Griffel fadenförmig, einfachoder getrennt (zuweilen auch fehlend und dann Narbe köpf- oder pinselförmig). Fruchteine 1- oder mehr sämige Beere, eine trockene Schliessf nicht oder mittelst eines Deckels sichöffnend (Fig. 559 e, 560 m), sehr oft von dem stehenbleibenden Perianth umschlossen. Samenlinsenförmig, rundlich oder nierenförmig, matt oder metallisch glänzend(Fig. 5601, m). Embryo derSamenschale anliegend, das mehlige Endosperm hufeisen- oder ringförmig umgebend (Fig. 560 o).
Die Familie der Amarantaceen ist von den Chenopodiaceen durch keine wesentlichen Merkmalegeschieden, so dass die Trennung nur eine künstliche ist (vgl. Polycnemum, pag. 213). Mit Ausnahme derkalten Zonen kommen die Amarantaceen in allen Florengebieten vor; als Hauptverbreitungsgebiet kann derzwischen den beiden Wendekreisen gelegene Gürtel bezeichnet werden. In Mitteleuropa treten ausschliesslicheinige wenige Vertreter der Gattung Amaräntus auf, welche aber als ursprünglich eingewandert zu betrachtensind. Die grösste Zahl von endemischen Gattungen fällt auf das tropische und subtropische Amerika (Pleuro-petalum, Chamissöa, Guilleminea, Cladöthrix, Froelichia, Pfaffia, Gossypiänthus, Woehleria, Dicraürus etc.).Auch Afrika besitzt in Sericöcoma, Chiönothrix, Mechöwia, Henönia etc. einige endemische Gattungen; ebensodürfte nach Schinz das Hauptzentrum der Gattung Celösia in Afrika zu suchen sein. Für Europa kommenausser der Gattung Amaräntus auch noch Achyränthes Sicula L. (Südspanien, Süditalien) und Alternantherarepens (L.) Steud. (Südspanien und Balearen eingebürgert; stammt aus dem tropischen Amerika) in Betracht,Die Bestäubung erfolgt wohl meistens durch Insekten, z. T. auch durch den Wind. Als Nutzpflanzen spielen