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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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886. Corispermum canescens Kit. (= C. Marschällii Fenzl). Grauer Wanzensame.

Fig. 555 n, o, p, r.

Einjährig, bis 70 cm hoch, meist reichlich sternhaarig. Stengel aufrecht, einfachoder rutenförmig-ästig. Laubblätter lineal, zugespitzt, nach oben allmählich in die eirund-lanzettlichen, zuletzt eirunden, zugespitzten Tragblätter übergehend (letztere länger als dieFrüchte). Aehren dicht-, am Grunde seltener lockerblütig. Blütenhüllblätter 1 bis 2 oderfehlend, sehr klein, oft eingeschnitten. Staubblätter 1 bis 3 (5). Früchte rundlich, amRande breit geflügelt, 3 bis 5 mm lang. Flügel durchscheinend, gezähnelt, beidendig aus-gerandet (Fig. 555p), in der Mitte des obern Abschnittes mit 2 Zähnen. VII, VIII.

Sehr selten auf Sandfeldern, im Flusssand. Fehlt in üesterreich und in derSchweiz gänzlich; in Deutschland einzig die var. Marschällii.

Aendert ab: var. typicumBeck (= C. hyssopifölium L. ß macrocarpum Neilr.). Pflanze oft reichlichsternhaarig. Obere Tragblätter eirund, zugespitzt, am Rande breit trockenhäutig, die Früchte + zudeckend.Blütenhüllblätter 0 bis 3 (5). Früchte 3 bis 5 mm lang. Aehren bald dicht-, bald lockerblütig (Ungarn,Slavonien etc.) var. Marschällii (Steven) Beck (= C. squarrösum Bieb. nee L., = C. marginätum Steph.).Aehren dichtblütig. Obere Tragblätter breit-eirund, zugespitzt, am Rande breit-trockenhäutig, die Früchte aufdie Flügel deckend. Blütenhüllblätter 0 oder 1 (Fig. 555 o). Staubblätter 1 bis 2, selten 3 (Fig. 555 r). Früchte4 bis 5 mm lang. In Deutschland seit langer Zeit in Baden (bei Oftersheim, ca. 100 m [wurde nach Zimmer-mann 1814 durch die Kosaken hieher gebracht], Schwetzingen [hier mit Kochia arenaria; vgl. pag. 250], Friedrichs-feld) eingeschleppt; ausserdem neuerdings in Westpreussen (mehrfach um Thorn, Ostrometzko, am Weichseluferund auf den Kämpen [bei Nickelswalde an der Frischen Nehrung herabgeschwemmt]; vor kurzem auch aufder Binnen-Nehrung [Kreis Danziger Niederung]), in Posen (Fordon bei Bromberg) und in Ostpreussen (beiKönigsberg) konstatiert. var. elätum G. Beck (= C. bracteätum Viv.). Aehren verlängert, mit Ausnahmeder Spitze lockerblütig. Alle Tragblätter schmäler als die Früchte, die obern eirund-lanzettlich, mit schmalem,trockenhäutigem Rande, länger als die Früchte. Blütenhüllblätter 0 oder 1 bis 2, sehr klein. Staubblätter1 bis 3. Früchte 3 bis 4 mm lang (Ungarn, Norditalien).

Allgemeine Verbreitung: Südöstliches Europa (Mittel- und Südrussland,Rumänien, Ungarn, Norditalien; eingeschleppt in Deutschland und Holland), Trans-kaukasien, Sibirien.

CCXLII. SallCÖrnia 1 ) L. Glasschmalz.

Die Gattung umfasst 9, namentlich an den Küsten der Meere verbreitete Arten. Ausser der viel-gestaltigen S. herbacea kommt in Europa (Mittelmeergebiet, Atlantischer Ozean) einzig noch die halbstrauchigeUnterart S. radi'cans Sm. vor (letztere wurde irrtümlich früher auch für Norddeutschland [Heiligensee beiPotsdam, Borkum, Büsum etc.] angegeben). S. fruticosa L., ein kleiner Strauch, erscheint in Südeuropa(z. B. bei Grado gegenüber Triest), als Bestandteil der Salztriftenformation neben Althaea officinalis, Athrocnemummacrostaehyum, Salsola Soda, Inula crithmoides, Statice Limonum etc.

887. Salicornia herbacea L. (= S. Europaea herbacea L., = S. Virginia L., = S. ännuaSm., == S. acetäria Pall., = S. perennis Mill.). Krautiges Glasschmalz. Franz.: Sali-corne; engl.: Marsh samphire, glasswort. Taf. 97, Fig. 1, Fig. 557a bis g und Fig. 556f.

Nach der Art der Verzweigung heisst die Pflanze an der unteren Weser Hänenfoot, Krabbe-strunk (Dollart), Krückfoot; weil sie auf salzhaltigem Boden wächst, nennt man sie in Ostfriesland Sülte.Sültje. In Schleswig heisst das Salzkraut Drückdal. Zu den Bezeichnungen Queller (Schleswig, Wangeroog),Quennel, Quendel (Wesermündung) vgl. Bd. I, pag. 324.

Ein- oder zweijährig, (2) 5 bis 30 (45) cm hoch, vollständig kahl, glasig-fleischig,dunkel- oder freudiggrün bis gelblich oder schmutzig purpurrot. Wurzel fast holzig, geradeoder schief hinabsteigend, zuweilen gedreht. Stengel aufrecht, aufsteigend oder nieder-liegend, deutlich gegliedert, an den Knoten eingeschnürt (die Glieder ineinander gelenkt, jedes

') Der Name findet sich zuerst bei Dodoens.