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866. Chenopodium capitätum (L.) Ascherson (= Blitum capitätum L.). AehrigerErdbeerspinat. Franz.: Arroche fraise; ital.: Spinaccio mora; im Tessin: Magiostar
d'Egitt. Fig. 546h bis n.
Einjährig, 30 bis 60 cm hoch, kahl, lebhaft grün (ähnlich nr. 865). Stengel auf-steigend oder aufrecht, einfach oder ästig, kaum gefurcht, oberwärts unbeblättert. Laub-blätter gestielt, dreieckig, am Grunde spiessförmig oder gestutzt, meist schwach buchtig-gezähnt oder ganzrandig. Blüten zwitterig oder weiblich. Blütenknäuel kugelig, grösserals bei nr. 865, die untern blattwinkelständig, die obern blattlos, eine nackte, unterbrochene,nach der Spitze zu dichtere Scheinähre bildend. Perigon 3- bis 5-teilig, zur Fruchtzeitin der Regel saftig rot (seltener an einzelnen Aesten saftlos). Sammelfrüchte himbeerartig.Staubblatt 1 (Fig. 546i). Samen aufrecht, scharf umrandet, schwarzbraun, fast glanzlos,1,5 bis 1,7 mm breit (Fig. 546k, 1, m, n). — VI bis VIII.
Hie und da (viel seltener als nr. 865) verschleppt auf Gartenland, Schutt, zwischenFelsen; nur vorübergehend.
Wird wie nr. 865 gelegentlich als Gemüse angebaut und deshalb hie und da auch als Kulturflüchtlingangetroffen.
Adventiv werden in Mitteleuropa gelegentlich beobachtet: l.Ch.leptophyllum Nutt., aus Nordamerika.Verwandt mit Ch. album. Einjährig, bis 1 cm hoch, Pflanze aufrecht, dicht mehlig bestäubt, grösste Zweige in derMitte, aufrecht-abstehend, den Gipfel fast erreichend. Umriss der Pflanze oval. Stengel grün, stielrund. Laubblätterschmal lanzettlich bis fast linealisch, spitzlich, nicht oder kaum stachelspitzig, meist völlig ganzrandig (seltenerdie untern jederseits ein kaum 1 mm langes Zähnchen tragend), unterseits dicht mehlig. Blütenstand pyramidal-ährig oder etwas trugdoldig. Knäuel sehr zahlreich, klein, voneinander entfernt. Fruchtwand sich vom Samenleicht loslösend. Keimblätter winzig klein, zugespitzt. Hin und wieder vorübergehend beobachtet in Deutschlandbei Freiburg i. Br„ Colmar, Kehl, Strassburg, Dresden, München (Kunstmühle Tivoli 1908), in Tirol (Mühlaubei Innsbruck, Trient) und in der Schweiz (Zürich). Ch. leptophyllum hat mit Ch. album var. microphyllumgrosse Aehnlichkeit. — 2. Ch. Berlandieri Moq., aus Texas (gleichfalls mit Ch. album nahe verwandt).Pflanze bis P/am hoch, + gelblich oder weisslich bestäubt, aufrecht, ästig. Grösste Aeste in der Mitte, auf-recht abstehend, den Gipfel fast erreichend, Umriss daher abgerundet, eiförmig. Stengel grün, nur am Grundeder Laubblätter mit einem roten Flecken. Laubblätter bläulichgrün, meist eiförmig, beiderends abgerundetverschmälert, spitz, mit Stachelspitze, schwach 3-lappig mit flachen Buchten. Blütenstand meist ährig (seltenertrugdoldig). Samen grubig punktiert. Das dem Ch. Berlandieri im blühenden Zustande (namentlich dessensubsp. platyphyllum) sehr ähnliche Ch. opulifolum unterscheidet sich ausser dem glatten Samen hauptsächlichdurch die stets grünen Stengel, am Grunde geradlinig verschmälerte Laubblätter (deren grösste Breite in oderunter der Mitte liegt), durch mehr graue Bestäubung, + wagrecht abstehende Aeste und stets trugdoldig-rispigen Blütenstand. Formen von Ch. album mit ebenso breiten Blättern unterscheiden sich durch die amGrunde geradlinig keilförmige, oberwärts mehr spitz zulaufende Spreite, deren grösste Breite unter der Mitteliegt. Bis jetzt selten beobachtet, z.B. bei Innsbruck (Mühlau). Hieher auch die subsp. Zschackei Murr,welche in bezug auf Blattform, Bestäubung und Geruch mannigfache Abänderungen zeigt. Charakteristischist stets der besonders auf den obersten Blättern bis über die Mitte heraufgerückte Hauptzahn. In extremenFällen riecht Ch. Zschackei genau wie Ch. Vulvaria und hirci'num. Mehrfach in Anhalt (Bernburg, Dessau,Aken, Bitterfeld), bei Kolmar, Dresden, Innsbruck, Zürich etc. beobachtet. Als besondere Form dieser Unterartist die var. Texänum Murr anzusehen, deren mittlere Blätter in ihrer oberen Hälfte sich mehr verschmälern und ineine feine Spitze auslaufen. — 3. Ch. hircfnum Schrad. (= Ch. Bonariense Ten., = Ch. Dürerianium Murrolim), aus Südamerika (vielleicht auch in Südafrika). Einjährig, 20 bis 100 cm hoch, aufrecht, pyramidenförmig-ästig mit spitzwinkelig abstehenden, den Gipfel aber nicht erreichenden Aesten. Ganze Pflanze ekelhaft nachTrimethylamin riechend, stark bestäubt. Stengel grün, etwas kantig. Laubblätter grün, dicklich, die grösserenlanggestielt, am Grunde meist keilförmig (seltener geradlinig verschmälert oder etwas abgerundet), tief 3-lappig,nicht oder wenig länger als breit. Mittellappen trapezoi'd oder fast rechteckig, buchtig-gezähnt, stumpf oderseltener kurz zugespitzt. Obere Laubblätter einfach spiessförmig oder lanzettlich. In Deutschland beobachtetbei Freiburg i. Br. (Rennweg), Strassburg, Kehl, Colmar, Hafen von Mannheim und Ludwigshafen, Frankfurt a. M.,Stuttgart, in Böhmen bei Prag, in Tirol bei Trient, in der Schweiz bei Zürich, Basel (Ruchfeld) und Bern.Hieher als besondere Form var. subtn'lobum Issler (vgl. Allgem. bot. Zeitschr. 1904, pag. 42). Diese Artscheint dem Ch. murale ziemlich nahe zu stehen. — 4. Ch. carinätum R. Br. (= Blftum carinätum Moqu.,= Sälsola carinata Spreng.) aus Australien. Einjährig, drüsenhaarig, aromatisch riechend. Stengel ästig mit nieder-