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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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ziemlich lang gestielt, aus keilförmigem Grunde ei- oder länglich-eiförmig, seltener lanzettlichoder lineal, gewöhnlich 2 mal länger als breit (öfters aber länger oder kürzer), meistens ungleichbuchtig-gezähnt, seltener ganzrandig oder nach dem Grunde zu spiessförmig, spitz, seltenerstumpf; die obern immer schmäler, sehr oft ganzrandig. Erste Blätter über den Keimblätternetwa so lang als breit. Blütenstand bald pyramidenförmig-ährig, bald trugdoldig abgeflacht,von anfangs gedrängt stehenden, zuletzt meist ± von einander entfernten Knäueln gebildet.Perianthblätter 5, ± mehlig-kleiig, am Rücken abgerundet oder scharf gekielt, die Frucht ein-hüllend (Taf. 95, Fig. 5 a); letztere 1 bis 2 mm breit, von oben her zusammengedrückt. Samenschwarz, glänzend, fast glatt (Taf. 95, Fig. 5 b), von einer zarten, etwas gebrechlichen, matten,in trockenem Zustand feingekörnten Fruchtwand bedeckt. VII bis X.

Sehr häufig und verbreitet auf Schutt, wüsten Plätzen, an Mauern, Strassen, inDörfern, auf Brachäckern, Düngerstätten; überall von der Ebene bis in die Voralpen, bisca. 1500 m, seltener noch höher (Oberberg im Stubaital 1700 m, Zuort im Unter-Engadin1704 m, St. Bernhard im Wallis 1750 m).

Allgemeine Verbreitung: Kosmopolit (fehlt in Europa nur den Polargegenden).

Wie so viele Allerwelts-Unkräuter weist auch Ch. album einen fast unerschöpflichen Formenreichtumauf. Nach den Studien von Murr (namentlich in der Festschrift zu P. Aschersons 70. Geburtstage) lässtsich diese Sammelart, deren geschichtliche Entwicklung sich kaum mehr bis zu den Grundformen verfolgenlässt. im ganzen in 2 Sektionen mit je zwei Greges gliedern.

A. Laubblätter nicht lebhaft grün. Blütenknäuel grösser, von grüner Grundfarbe. Samen schwarz,papillös, glänzend, + gekielt.

1. subsp. älbum L. Laubblätter rauten-eiförmig bis eiförmig-lanzettlich oder lanzettlich, meist mitgrossen, lappigen Zähnen, graugrün, + reichlich bestäubt. Blütenstände dicht, aufrecht, meist scheinährig-pyramidal (seltener ährig-rispig oder die Aeste an der Spitze + trugdoldig). Hieher: var. cändicans l.am.(= var. farinösum Kras.). Stengel stramm aufrecht, mit kurzen, aufrechten Zweigen und sehr stark bestäubtenBlättern und Blüten. var. obtüsiflorum Murr. Stengel schlaffer. Aeste meist länger und mehr abstehend.Laubblätter + stumpf und stumpfzähnig, wenig bestäubt, bis grün. 2. subsp. pseudopopuliföliumJ. B. Scholz (= Ch. Suecicum Murr). Tracht eines Ch. album X opulifolium. Blätter relativ klein, undeutlich3-lappig, scharf und unregelmässig doppelt gesägt-gezähnt, graugrün, ziemlich dünn. Inflorescenz reich-, aberziemlich klein-knäuelig (Besonders in nördlichen Gegenden). Hieher auch: var. pseudomuräle Murr. Formmit grüneren Blättern und cymösen Seiten- resp. Gipfelästender Inflorescenz (Selten). var. angustiföliumLudwig. Laubblätter auffallend schmal. 3. subsp. sub f icif ölium Murr (= Ch. pseudoficifölium Murrnee Turcz.). Diese Form nähert sich durch ihre langgezogenen, zur Parallelrandigkeit neigenden, scharf entferntund grob gezähnten, ziemlich grünen obern Blätter habituell sehr dem Ch. serotinum (pag. 228), ist aber vondiesem durch die meist kräftigere Entwicklung aller Teile sowie durch anderes Blattgrün und durch album-artige Inflorescenz verschieden (Ziemlich selten). Häufiger sind Zwischenformen gegen die subsp. album undviridescens mit kürzeren, noch gröber und enger gesägt-gezähnten Blättern. 4. subsp. hastätum (Klinggr.)J. B. Scholz. Blattform der von Ch. serotinum fast noch mehr genähert, doch Mittellappen mehr divergierendund Seitenlappen stärker entwickelt als bei diesem. Seitenlappen bald mehr bald weniger nach vorn gerichtet,bei den untern Blättern jedoch stets 2-spaltig mit nach auswärts resp. abwärts schauendem unterem Zipfel (Selten).5. subsp. laneeolätum Mühlenb. (= var. paniculätum Kras.). Neigt durch lanzettliche, ganzrandige, meistschwach bestäubte Blätter noch mehr gegen die subsp. viride, hat aber die Inflorescenz der subsp. album(Häufig). 6. subsp. paücidens Murr (= Ch. päganum Murr nee Rchb.). Hieher gehören nach Murrdie Zwischenformen des typischen Ch. album und Ch. viride mit cymöser oder rispiger (im Umriss abgestumpft-pyramidaler) Inflorescenz, ziemlich grossen und entfernten Knäueln, eiförmig-lanzettlichen, fast ganzrandigenoder meist im untern Teile mit einzelnen grossen Zähnen versehenen und so manchmal spiessförmigen, matt-grünen Blättern. 7- subsp. viride L. (= Ch. älbum L. var. cymi'gerum Koch, = var. oblöngum Vis., = var.subglabrum Sond. ; = Atriplex viride Crantz). Stengel aufrecht oder niedergestreckt. Laubblätter lanzettlichbis lanzettlich-eiförmig, ganzrandig oder fast ganzrandig, dunkelgrün, wenig mehlig. Inflorescenz cymös, grün,mit grossen und entfernten Blütenknäueln. Hieher: var. genui'num Beck. Laubblätter mehrmals länger alsbreit, rautenförmig. var. pseudopolyspermum Murr. Laubblätter breit-eiförmig. Inflorescenz zarter,weniger cymös. 8. subsp. concatenatum Thuill. sensu ampl., eine dem Ch. striatum Kras. nahe verwandte,+ zwergige, reichästige Pflanze von niederliegendem oder aufsteigendem, seltener aufrechtem Wuchs. Stengeloft rotstreifig. Laubblätter klein, rhombisch-eiförmig bis lanzettlich, gebuchtet-ausgebissen bis ganzrandig,