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44. Fam. Chenopodiäceae. Meldengewächse.
Ein- und mehrjährige Kräuter, seltener Sträucher oder niedrige Bäume mit neben-blattlosen, meist schraubig gestellten (höchstens die untern gegenständig), kahlen oderbehaarten, oft fleischigen, meist ganzrandigen, zuweilen ganz unentwickelten Laubblättern.Blüten klein, unscheinbar, zwitterig oder durch Fehlschlagen eingeschlechtig, in der Regelstrahlig-symmetrisch, meist zu knäueligen, trugdoldigen und traubig vereinigten Einzel-blütenständen angeordnet. Blütenhülle grünlich oder rötlich, einfach (seltener fehlend),krautig oder häutig, 5- bis 1-blätterig, + verwachsen, dachig, nach der Blütezeit stehenbleibend, oft sich vergrössernd, fleischig oder hart werdend. Staubblätter so viele (oderweniger) als Perianthblätter, vor diesen stehend, am Grunde frei oder verwachsen, in derKnospe nach einwärts gebogen. Fruchtknoten oberständig, 1-fächerig, mit einer einzigengrundständigen, sitzenden oder an einem kurzen Stiele hängenden kampylotropen Samen-knospe. Narben 1 bis 4. Frucht meist häutig, nicht aufspringend (seltener sich miteinem Deckel öffnend), sehr oft von der Blütenhülle ganz oder teilweise umgeben(Taf. 96, Fig. 1 c) und mit ihr abfallend. Perikarp membranös, krustig, lederartig. Samenmeist linsen- oder nierenförmig. Keimling gekrümmt (Taf. 95, Fig. 3b), der Samenschaleanliegend, ringförmig das reichliche Nährgewebe umgebend oder spiralig aufgerollt unddann die ganze Samenschale ausfüllend.
Die Familie umfasst ca. 600 Arten, von denen weitaus der grösste Teil, was schon aus dem äussernHabitus hervorgeht, zu den Steppen- und Wüstenbewohnern zählt. Die meisten Arten zeigen einen typisch xero-philen Charakter (Behaarung, Sukkulenz, Reduktion der Blätter etc.) und sind vielfach in ein helles Weiss oderGrau gekleidet. Andere blattlose Formen zeigen einen artikulierten, aus stockwerkartig übereinanderstehenden,kurzen, meist saftigen Gliedern gebildeten Bau (Salicornieen). Die Chenopodiaceen repräsentieren Salzpflanzen(Halophyten) par excellence. Stark vertreten sind sie am Meeresstrande (die Gattungen Salsola, Salicornia,Atriplex bilden einen Hauptbestandteil der Seestrandvegetation), im Binnenland in den Steppen- undWüstenbezirken mit einstigem Meeresgrunde, bei Salinen und Soolquellen sowie auch salzreichen Dung- undSchuttablagerungen. Als Hauptverbreitungsgebiete sind zu nennen das Tiefland von Australien (Hemichroa,Rhagddia, Köchia, Osteocärpum), die Pampas von Südamerika, die Prärien von Nordamerika (Nitröphila,Cyclolöma, Grayla, Sarcobätus), die Uferländer des Mittelmeerbeckens (Beta), die Karroogegenden von Südafrika(Exomis), das Becken des Roten Meeres, das kaspische Südwestufer, das zentralasiatische Becken von den öst-lichen Ufern des Kaspisees und vom persischen Meerbusen bis zum Altai, Tianschan, Bolurdagh und denWestabhängen des Himalaya (hier u. a. die krüppelhaften bis 6 m hohen Saxaulbäume [Halöxylon AmmodendronBunge], ferner die Gattungen Ceratocärpus, Panderia, Kirilöwia, Agriophyllum, Hypocyiix, Alexandra, Bienertia,Seidlitzia, Noffca) sowie die Salzsteppen Ostasiens (Kalfdium). Anatomisch zeichnen sich viele Chenopodiaceen durcheine eigenartige Holzbildung aus. Letztere erinnert stark an das sekundäre Dickenwachstum der baumartigenLiliaceen (Dracaena, Yucca etc.). Dieses kommt dadurch zustande, dass das Cambium der normal angelegtenLeitbündel seine Tätigkeit bald einstellt. An seine Stelle tritt dann ausserhalb des primären Leitbündelringesein sekundäres Cambium (Folgemeristem), welches nach der Rinde zu wenige (oder auch keine) parenchymatischeElemente erzeugt, nach innen aber fortdauernd Zwischengewebe (dieses zeigt bald parenchymatische Beschaffen-heit, bald mechanische Ausbildung) und in dieses eingebettet collaterale Leitbündel bildet. Dieser Vorgangkann sich wiederholen (tertiäres Cambium). Beginnt die Bildung der Bündel gleichzeitig an mehrerenPunkten des Folgecambiums, so werden die Leitstränge später in konzentrische Zonen abgelagert. In andernFällen zeigen die Leitbündel entweder eine spiralige oder eine ganz regellose Anordnung. Bei andern Artenproduziert das gleiche sekundäre Cambium nach innen fortwährend Zwischengewebe und Leitbündel. Dieserabnorme Bau kommt besonders den strauchigen Formen, mit Einschränkung jedoch auch den krautartigenVertretern zu (das gleiche gilt für die Aizoaceen, Amarantaceen, Phytolaccaceen; vgl. Fig. 544 v, w). Einjährige,ephemere Typen zeigen dagegen eine normale Stengelstruktur. — Ueber die Biologie und die eingeschlepptenArten siehe bei den einzelnen Gattungen sowie am Schluss der Familie.
1. Stengel gegliedert, an den Gelenken eingeschnürt, blattlos, fleischig . Salicornia. CCXXXXII.1*. Stengel beblättert, nicht gegliedert......................2.
2. Blüten 1- oder 2-häusig..........................3.
2*. Blüten zwitterig (seltener mit eingeschlechtigen gemischt)............. S.
3. Blüten (bei unsern Arten) 1-häusig...................... 4.