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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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bewimpert. Laubblätter länglich-lanzettlich, von der Mitte an gegen beide Enden hingleichmässig lang verschmälert, oberseits kahl, unterseits am Rande und auf dem Mittel-nerven angedrückt borstig-bewimpert, deutlich fiedernervig, Calciumoxalat enthaltend.Scheinähren dünn, fast stets aufrecht, zierlich, verlängert, lockerblütig. Untere Trug-dolden blattwinkelständig, die obern von den nur auf dem halben Umfang kurz bewimpertenTuten gestützt (Fig. 534 d, e). Blütenstiele kürzer oder etwas länger als die Frucht. Blüten-hülle 3 bis 3,5 mm lang, an der Basis stets einige wenige (meist 2) Oellücken aufweisend,weisslich, rosarot bis fast purpurrot, 4- bis 5-teilig (Fig. 534b, c). Staubblätter meist 6.Früchte 2,5 bis 3 mm lang, fast schwarz, stark glänzend, spitz, glatt, ± 3-kantig (Fig. 534f, g).Pollen mit einem flachen Gitterwerk bedeckt, am Rande daher glatt. VII bis X.

Nicht selten an Gräben, Teichen, sumpfigen Stellen, Wegrändern, auf wüstenPlätzen; in der Ebene und in der Bergregion (bis ca. 1000 m).

Allgemeine Verbreitung: Europa (fehlt im hohen Norden), Kaukasusländer.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass wir in P. mite einehybridogene Art" vor uns haben, an derwohl P. Hydropiper und nach Schuster vielleicht das südeuropäische und tropische P. serrulatum Lagascabeteiligt sind. In diesem Falle müsste die letztere Art allerdings früher weiter nach Norden gereicht haben.Andrerseits wurde schon mehrfach die Meinung ausgesprochen, P. mite stelle einen Bastard zwischen P. Hydro-piper und P. Persicaria dar. Wieder andere glauben, dass P. mite durch nicht hybride Zwischenformen mitP. Hydropiper verbunden sei, welche Uebergangsformen jedoch Schuster für Bastarde erklärt (vgl. pag. 206).So z. B. die von Thellung (vgl. Schinz und Keller, Flora der Schweiz, II. Teil [1905], pag. 62) aufgestelltevar. ambi'guum und das von Lindberg fil. neu aufgestellte P. foliösum.

844. Polygonum mfnus Huds. (= P. pusillum Lam., = P. strictum All., = P. angusti-

fölium Roth, = P. intermedium Ehrh., = Persicaria decipiens R.Br., = P. pusilla Gray,

= P. minor Opiz). Kleiner Knöterich. Fig. 534 h bis m.

Einjährig, 15 bis 30 (50) cm hoch, nicht scharf schmeckend. Stengel meist schlaff,niederliegend, aufsteigend oder aufrecht, zart, kahl, an den Gelenken oft wurzelnd, einfachoder am Grunde wenig ästig. Tuten röhrig, auf der Fläche von angedrückten Borsten ±rauh, am ganzen Rande mit zahlreichen längeren, ungleich langen Wimpern (Fig. 534 k,Gegensatz zu P. mite). Laubblätter etwas dicklich, lineal-lanzettlich bis fast lineal, mitfast parallelen Seitenrändern, bis zur Mitte gleich breit, zugespitzt, am Grunde abgerundetoder deutlich kurz verschmälert, kaum aderig, kahl, am Rande und auf dem Mittelnervenvon kurzen Borsten rauh, zuweilen mit einem schwarzen Flecke. Scheinähren dünn, zart,aufrecht oder wenig überhängend, meist lockerblütig, am Grunde oft unterbrochen. Fastalle Trugdolden von gewimperten Tuten gestützt oder höchstens die untersten blattwinkel-ständig. Blütenstiele meist kürzer als die Frucht. Blütenhülle 2 bis 2,5 mm lang, drüsenlos,weiss, rosa bis purpurrot, 5-spaltig. Staubblätter meist 5 (seltener 6 bis 8). Nüsse 2 bis2,4 mm lang, schwarz, glänzend, glatt, teils 3-kantig, teils linsenförmig (Fig. 5341, m).Pollen mit einem flachen Gitterwerk bedeckt, am Rande daher glatt. VII bis X.

Hie und da (vielleicht auch übersehen!) an Gräben, Teichen, Kanälen, Sümpfen,in Auen grösserer Flüsse, in Wäldern, Dünenmooren, auf Strandwiesen, Aeckern, Feldernder Ebene und Bergregion. Kalkmeidend.

Allgemeine Verbreitung: Europa (fehlt im hohen Norden), gemässigtes Asien,Ostindien, Java, Neu-Holland, Chile.

Aendert etwas ab: var. latifölium A. Br. (= var. elongätum Bluff et Fingerh., = var. strictumA. Br., = var. elätum Fries, = var. mai'us Gaud.). Stengel verlängert, meist aufrecht oder fast aufrecht, imoberen Teile ästig. Laubblätter aufrecht, grösser, fast lanzettlich, im untersten Drittel am breitesten, hellgrün.Aehren meist fadenförmig, lockerblütig oder unterbrochen (var. interrüptum Meisn.). Hie und da an feuchten,torfigen Stellen. var. sangufneum A. Schwarz. Laubblätter dünn, in der Mitte verbreitert (Schattenform).