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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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förmig, adernervig. Blütenstand fast einfach, unbeblättert. Fruchtklappen eirund (nicht herzförmig-rundlich), miteiner länglichen, bis über die Mitte reichenden Schwiele versehen. Wird als Gemüsepflanze gelegentlich kultiviert.

CCXXX. Oxyria 1 ) Hill. Säuerling.

Zu dieser Gattung zählt einzig nr. 833 mit verschiedenen Varietäten.

833. Oxyria dfgyna 2 ) (L.) Hill. (= O. reniförmis Hook., = Rumex digynus L., = Acetösa

digyna Mill., = Lapathum digynum Lam., = Rheum digynum Wahlenb., = Dönia digyna

R. Br., = D. säpida R. Br., = Oxylapathon digynum St. Lag.). Alpen-Säuerling.

Franz.: Oseille glaciaire; engl.: Mountain sorrel. Tai 92, Fig. 4 und Fig. 528i.

Ausdauernd, 5 bis 15 (30) cm hoch. Wurzelstock ästig, vielköpfig, mit Blattrestenbedeckt. Stengel einfach, krautig, kahl, aufrecht oder aufsteigend, am Grunde beblättert,sonst blattlos oder 1- bis 2-blätterig. Laubblätter lang gestielt (Stiel fast stielrund), nieren-förmig, breiter als lang, stumpf oder vorn etwas ausgerandet, von 5 bis 9 handförmigenNerven durchzogen, bleichgrün, sauer schmeckend. Blüten zwitterig, 2-zählig (Taf. 92,Fig. 4 a, 4d), in zu einer endständigen, lockeren Rispe zusammengesetzten, blattlosen Schein-quirlen. Perianth 4-blätterig, kelchartig, krautig, die beiden äussern länglich, zuletzt ab-stehend, die beiden innern grösser, fast löffelförmig, aufrecht, der Nuss angedrückt (Taf. 92,Fig. 4c). Staubblätter 4 (seltener 6), paarig den äussern Perianthblättern gegenüberstehend(Fig528i). Fruchtknoten vorn ausgerandet, mit 2 sehr kurzen Griffeln und pinselförmigenNarben (Taf. 92, Fig. 4b). Frucht breitgeflügelt, linsenförmig, 3 bis 4 (in der Kultur bis5 mm) lang, flachgedrückt. Flügel häutig, anfangs lichtgrün oder hellrot, später blutrot, vornausgeschnitten, ganzrandig oder ausgeschweift, lappig, am Grunde gestutzt oder ausgeschweift,seltener deutlich herzförmig. Keimblätter lineal-länglich, schwach gekrümmt. VII, VIII.

Stellenweise auf feuchtem, kiesigem Geröll, auf steinigen Triften der Alpen; vonca. 1700 bis 2800 m (vereinzelt noch höher: Vincenthütte im Wallis 3400 m), nur sehr seltentiefer (siehe unten!). Auf Urgestein und Schiefer; fehlt auf Kalk.

Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Alpen, Zentral-Karpaten bis Rumänien,Balkan, Korsika, Kaukasus, Orient, Ural, Altai, Himalaya, westliche und östliche Arktis,Nordamerika.

Diese kleine windblütige Polygonacee, welche in ihrem Habitus mit Rumex nivalis (pag. 182) oderR. scutatus (pag. 183) grosse Aehnlichkeit besitzt, ist ein typischer Vertreter der Hochalpen. Mit Vorliebe erscheintsie im Gerolle, an lettigen, kahlen oder wenig begrasten, vom Schneewasser durchfeuchteten Stellen, oft inGesellschaft von Alchimilla pentaphyllea, Campanula pusilla, Ranunculus glacialis, Alsine verna, Saxifraga oppo-sitifolia und exarata, Luzula spicata (Bd. II, pag. 182), Carex curvula, Leontodon Pyrenai'cus, Phyteumahemisphaericum, Saussurea discolor, Achillea nana, Erigeron alpinus, Chrysanthemum alpinum, Poa laxa,Linaria alpina etc. Als Bewohnerin von kalkarmen Böden ist das Fehlen dieser Art in Nieder- und Oberösterreich,in Krain und in den Karawanken leicht verständlich. In tiefern Lagen (unter 1700 m) wird Oxyria nur sehrselten angetroffen, so in Kärnten (von der Valentinalpe zum Wolayertörl), in Tirol (im Brennergebiet bis ca. 900 m,im Eisackgeschiebe bei Brixen 600 m) und im Tessin (Val Campo 1400 m). In Gärten wird gelegentlich diestärkere var. elätior (R. Br.) aus dem Himalaya kultiviert. Stengel kräftiger, höher (bis 50 cm hoch), im unternTeil beblättert. Früchte 5 bis 6 mm lang, mit am Grunde deutlich und tief herzförmig ausgebuchteten Flügeln.

CCXXXI. Polygonum 3 ) L. Knöterich. Franz.: Renouee; engl.: Knot-

weed, knot-grass; ital.: Sanguinaria.Kräuter oder Halbsträucher von sehr verschiedenem Habitus, mit oft weitkriechendenRhizomen. Laubblätter abwechselnd, schmal-lineal bis breit-eiförmig, herz- oder pfeil-förmig, meist ganzrandig (selten fiederspaltig), nackt oder isilberweiss behaart, stets mitNeben-

') Gr. öfög [oxys] = sauer; nach dem Geschmack der Pflanze.

2 ) Gr. dig [dis] = zweimal und ywr) [gyne] = Weib. Diese Art besitzt 2 Griffel.

3 ) moXvg [polys] = viel und yövv [göny] = Knie, Knoten; nach dem vielknotigen Stengel.