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Tafel 92.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Rumex Acetosa (pag. 180). Blütenstengel.
„ la. Junge Blüte (von der Seite).
„ Ib. Fruchtknoten mit Narben.
„ lc. Blüte im Fruchtzustand.
„ 2. Rumex arifolius (pag. 181). Blütenstengel.
„ 2a. Zweig mit fruktifizierenden Blüten.
„ 2b. Blüte im Fruchtzustand.
„ 2c. Querschnitt durch die Frucht.
Fig. 3. Rumex Acetoseila (pag. 179). Habitus.
„ 3a. Männliche Blüte (von oben).
„ 3b. Zwitterblüte (von aussen).
„ 4. Oxyria digyna (nr. 833). Habitus.
„ 4a. Zwitterblüte.
„ 4b. Fruchtknoten mit Narben.
„ 4c. Blüte im Fruchtzustand.
„ 4d. Querschnitt durch die Blüte.
förmig, gross (5 bis 7 rnm lang und 4 bis 5,5 mm breit), fast doppelt so lang als breit,meist ganzrandig (seltener etwas gezähnt), stumpf, erhaben netzig-aderig, in der Regelkahl, alle eine grosse längliche Schwiele (Fig. 526f) tragend, an der Spitze zur Fruchtzeitklaffend. Nüsse beiderseits zugespitzt, scharf 3-kantig, 3,5 bis 4 mm lang, meist frei. —VII, VIII.
Stellenweise in stehenden Gewässern, an Ufern, Gräben, Teichen, in Sümpfen, aufüberschwemmten Stellen; in der Ebene und in der Bergregion.
Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa.
Aendert ab: var. mediterräneus Gaud. Laubblätter wellig, am Rücken — insbesonders an denNerven — etwas rauh (Schweiz: Devens bei Bex). — Diese sehr stattliche und auffällige Ampfer-Art gehörtstellenweise (besonders in den grossen Flusstälern) zu den charakteristischen Bestandteilen der Uferflora undder Teichverlandungszone. Früher waren Wurzel und Kraut als radix und herba rumicis aquatici Hydro-lapathi offizineil. ■— Verwechslungen mit nr. 819 kommen sehr leicht vor (vgl. pag. 171).
828. Rumex Acetoseila 1 ) L. (= R. infestus Salisb.). Kleiner Sauerampfer.
Franz.: Petite oseille, oseille de brebis, vinette sauvage; engl.: Field oder sheep's sorrel; ital.:
Acetoseila; im Tessin: Pan cucch, panicüca. Taf. 92, Fig. 3.
Ausdauernd, 5 bis 15 (30) cm hoch. Wurzelstock spindelförmig, 1- bis mehrköpfig.Wurzeln Adventivknospen treibend. Stengel aufrecht oder aufsteigend, kahl, gestreift,einfach oder verzweigt, beblättert, wie die Blätter nicht selten rötlich überlaufen. Laub-blätter sehr verschieden gestaltet, spiessförmig, lanzettlich bis lineal, einfach oder hand-förmig-vielteilig, mit wagrecht abstehenden oder bogig nach vorn gerichteten, in der Regelganzrandigen Spiessecken, die untern lang gestielt und stets grösser, die obersten sitzend.Blatt-Tuten in eine lanzettliche, zuletzt fransig-zerschlitzte Spitze endigend. Blüten zwei-häusig oder vielehig, in zu einfachen oder verzweigten, blattlosen, lockeren, unterbrochenenScheintrauben zusammengestellten Scheinquirlen. Blütenstiele kurz, zart, ungegliedert.Alle Perianthblätter schwielenlos, oft papillös, ca. 172 mm lang, die äussern angedrückt,viel kürzer und schmäler als die innern. Innere Perianthblätter zur Fruchtzeit elliptischoder eirund, fast spitz, ganzrandig, häutig, erhaben-nervig (Taf. 92, Fig. 3 b), so lang alsdie 1 bis 1,5 mm lange Frucht. — V bis VII, vereinzelt bis X.
Verbreitet und gewöhnlich gesellig auf Brach- und Sandfeldern, Torfmooren,trockenen Wiesen, an Rainen, Mauern, Bahndämmen, auf Schotter, offenen Erdstellen,Kohlstätten, Maulwurfshaufen, in Gärten; von der Ebene bis in die Hochalpen (auf Urgesteinbis 2280 m). Vor allem auf kalkarmem Boden und Gestein.
Allgemeine Verbreitung: Fast Kosmopolit (zirkumpolar, arktisch undantarktisch, südlich bis zu den Kanaren, ferner in Südafrika, Australien und Neu-Seeland).
') Deminutivum von acetosus = sauer; vgl. pag. 180.