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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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blätter rundlich-herzförmig, ganzrandig oder nach dem Grunde zu etwas gekerbt, stumpf,netzaderig, grün, wenig länger als breit (3,5 bis 5 mm lang und 4 mm breit). Alle odernur einzelne Perianthblätter Schwielen tragend (Taf. 90, Fig. 3); letztere meist ungleich gross(eine gross, die beiden anderen klein). Blüten-stiele zart, unter der Mitte gegliedert (Taf. 90,Fig. 3 a, 3 b), bis 2 J /2 mal länger als die Früchte.Nüsse beidendig spitz, 2,5 bis 3 mm lang. VII, VIII.Verbreitet und häufig auf Sumpfwiesen,auf Weiden, Grasplätzen, an Teichen, auf Schutt,wüsten Stellen, auf Ackerland, im Wintergetreide;von der Ebene bis in die Alpentäler (Engadin:hinter Zernez 1500 m; Wallis: 1600 m).

Allgemeine Verbreitung: Fast ganzEuropa (fehlt ganz im Norden), Nordasien (bisJapan); in Nordamerika, Mexiko, Chile, Falk-lands-Inseln, auf Neuseeland, Java eingeschleppt.

Aendert wenig ab: f. un icallö sus Peterm. (= var.monocdccus Dis. Iverus, = R. confüsus Simk.). Alle Frucht-kappen schwielenlos oder nur ein einziges l'erianthblatt eineSchwiele tragend. f. nudivälvis Meisner. Alle Perianth-blätter ohne Schwielen. f. robüstus Rech. Wuchs höher.Blätter und Fruchtklappen breiter, dadurch der folgenden Artsich nähernd. f. irramdsus Peterm. Stengel vom Grundebis zur Spitze unverzvveigt. Fast alle Blütenquirle beblättert.f. mici ocärpus Bryhn. Fruchtklappen sehr klein, ohne

Schwielen oder nur mit einer kleinen, undeutlichen Schwiele, die

vr- OBÄ i_____ i , . /C11 ,. . ... ,, , Figf. 52S. Rumex crispus L. Habitus.

fvusse kaum verdeckend (Skandinavien; für Norddeutschland?). f> hot . E . R . Pfe nniger, München.

826. Rumex Patientia 1 ) L. (= R. Olympicus Boiss., = Läpathum hortense Moench).

Englischer Spinat. Franz.: Patience, epinard-oseille, parelle, patience des moines,

epinard immortel; engl.: Patience dock. Fig. 526a bis d.

Ausdauernd, 9 bis 20 (30) dm hoch. Stengel kräftig (bis über fingerdick), hochaufgerichtet, stark gefurcht, meist rot angelaufen, aufrecht-ästig. Laubblätter dünn, fastflach, am Rande wellig, aber nicht kraus, die untern flach länglich-elliptisch, zugespitzt,gestielt, am Grunde abgerundet oder etwas schief herzförmig, die obern lanzettlich,beiderends verschmälert. Blattstiel oberseits rinnig (Fig. 526b). Blütenstand nur am Grundebeblättert, Wirtel einander ziemlich genähert. Innere Perianthblätter (Fig. 526 c) rundlich-herzförmig, etwa so lang wie breit, ganzrandig oder etwas gekerbt, 5 bis 7 (10) mmlang und breit, rosarot, alle schwielenlos oder nur ein einziges Perianthblatt eine Schwieletragend. Fruchtstiele unter der Mitte gegliedert. Nüsse 3,5 bis 4,5 mm lang. V bis VII.

Diese aus Südeuropa und Westasien stammende Art wird in Mitteleuropa hie und da zum Küchen-gebrauche in Gärten kultiviert, woraus sie dann gelegentlich auch (oft aber nur vorübergehend) verwildert, soz. B. im Elsass (Mutzig, Ulrichsb'urg), bei Mannheim (Mundenheim), in Thüringen (auf dem Rothenstein beiJena und an der Saalbahn), in der Rheinprovinz (Ehrenbreitstein bei Koblenz), in Hannover (nur bei Hoya) inBayern (Simbach), mehrfach in Baden, Schlesien (Görisseiffen, Löwenberg), Mähren (Auspitz), Niederösterreich(nach Beck nicht wild, wie Neilreich angibt. Verwechslung mit R. crispus f. un icallösus!), Tirol (St. Ulrichin Gröden, Brixen, Bozen, Costalungapass, Palue im Fassa, zwischen Drö und Arco, Spino di Vallarsa etc.), inder Schweiz (um Sitten, Bovernier, Spiez, Aarburg, Wildegg) usw. Beck ist der Ansicht, dass R. Patientianur eine Kulturform von R. crispus darstellt. R. Patientia ist bedeutend kräftiger und stärker als nr. 825.

') Lat. patientia = Geduld;ob wegen der langsamen medizinischen Wirkung?'' (Leunis.)