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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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806. Thesium ramösum Hayne. Aestiges Leinblatt. Fig. 516d bis g.

Ausdauernd (seltener 1- oder 2-jährig), 15 bis 30 cm hoch. Grundachse holzig,vielköpfig. Stengel gestreift, zahlreich (der mittlere gewöhnlich der stärkste), im obern

Teil meist verzweigt und etwas rauh. Laub-blätter schmal lanzettlich-linealisch oder linealisch,1 bis 2,5 mm breit, 1- bis schwach 3-nervig, ander Spitze in ein kleines Zähnchen auslaufend(Fig. 516 g), die obern am Rande gezähnelt-rauh.Blütenstand eine zusammengesetzte Traube.Blütentragende Aeste bis 1 cm lang, 3 bis 4 malso lang als die Frucht (Fig. 516f). Blüten klein,sehr kurz gestielt, fast sitzend 1,5 bis 2,5 mmlang; jede von 3 am Rande gezähnelt - rauhenHochblättern gestützt. Mittleres Hochblatt(= Tragblatt) am längsten, stets länger als dieFrucht und fast doppelt so lang als die beidenseitlichen (Fig. 516f). Frucht eiförmig, fastsitzend, erhaben verzweigt-nervig, 3,5 bis 4 mmlang, bis 3-mal so lang als das bis zum Grundeeingerollte, kaum 1 mm lange Perigon (Fig. 516 e). VI bis VIII.

Zerstreut auf trockenen, rasigen Ab-hängen, in Wiesen, auf Brachen, an sonnigenHügeln, in Kieferwäldern; nur in Oesterreich.

In Oesterreich vereinzelt in Böhmen (bei StaryKolin kürzlich vonUrvalek entdeckt. Westlichster Stand-ort!), in Mähren (Eisgrub, Kromau, Pratzer Berg, zwischenDieditz und Ratzlawitz bei Wischau, Mönitz, Gaya, Czeitsch,Austerlitz, Nikoltschitz bei Auspitz, Göding, Keltschan), inOberösterreich (eingeschleppt auf dem Bahndamm bei Ried)und in Niederösterreich (namentlich im Gebiete der pannonischen Flora).

Allgemeine Verbreitung: Südöstliches Europa (westlich bis Galizien, Mährenund Böhmen), Mittelasien, Persien, Kaukasus und Orient.

807. Thesium humifüsum DC. (= T. Gallicum Schultz). Niedergestrecktes Lein-blatt. Fig. 515 g, h.

Ausdauernd, 20 bis 30 cm hoch. Grundachse ästig, vielköpfig, mehrere nieder-liegende, gestreckte oder aufstrebende Stengel treibend. Laubblätter schmal linealisch,1-nervig, die oberen am Rande (wie die Aestchen) gezähnelt-rauh. Blütenstand eine ein-fache oder zusammengesetzte Traube. Blütentragende Aeste so lang oder wenig längerals die Frucht, zuletzt fast wagrecht abstehend. Blüten sitzend, jede von 3 Hochblätterngestützt. Mittleres Hochblatt (= Traglatt) so lang oder länger als die Frucht. Perigon biszum Grunde eingerollt. Frucht eiförmig, fast sitzend, 3 mal so lang als das eingerollteFruchtperigon (Fig. 515h). VI, VII.

Sehr selten an Abhängen und Ackerrändern. In Deutschland einzig in Loth-ringen (bei Metz auf kahlen Oolithbergen, aber daselbst massenhaft).

Allgemeine Vertretung: Westliches Mittelmeergebiet, Westeuropa (nördlichdurch Frankreich bis Flandern und England).

Fig. 516. Thesium humile Vahl. «Habitus. * Frucht.c Teil des Blütenstandes. T. ramosum Hayne. ^Habitus.t Frucht. / Teil des Blütenstandes, g Laubblatt. T. p r a -tense Bhrh. h Haustorium (schematisiert nach Solms-L a u b a c h).