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Tafel 89.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1.>, la.
„ 2.
» 2 a.
„ 3.
„ 3 a.
Thesium Bavarum (pag. 153). Blütenspross.Blüte mit Tragblatt und den beiden Vor-blättern nach der Befruchtung (vergrössert).Thesium pratense (pag. 157). Blütenspross.Längsschnitt durch die Blüte.Asarum Europaeum (pag. 160). Habitus.Längsschnitt durch die Blüte.
Fig. 3 b. Staubblatt (vergrössert).„ 3 c, 3d. Same mit Anhängsel.„ 4. Aristolochia Clematitis (pag. 163). Blüten-spross.„ 4 a. Längsschnitt durch die Blüte (weibliches
Stadium).„ 4 b. Griffelsäule (vergrössert).
zu Trauben, Dolden, Köpfchen, Rispen etc. vereinigt. Blütenhülle einfach, blumenkronen-oder kelchartig, aus 3 bis 6 in der Knospenlage meist klappigen, oft ± verwachsenenBlättern gebildet, welche am Grunde hinter den Staubblättern häufig einen Haarbüschelaufweisen (Fig. 517 k), in der Sonne zu einem 5 bis 6 mm breiten, flachen Stern ausgebreitet.Staubblätter ebensoviele wie Perigonabschnitte und vor diesen stehend, meistens der Perianth-röhre eingefügt. Staubbeutel intrors, mitLängsspalten aufspringend. Fruchtknoten in der Regelunterständig (Fig. 517 i, rn) oder halbunterständig, selten oberständig, aus 3 bis 6 Frucht-blättern gebildet, mit dem Grunde dem Diskus eingesenkt, 1-fächerig. Griffel endständig,zylindrisch, kegelförmig oder sehr kurz. Narbe kopfig oder lappig. Samenanlagen 1 bis3 (5), ohne Integumente, an der Spitze einer zentralen, zuweilen mit der Wand des Frucht-knotens verwachsenen Plazenta hängend (Fig. 517o). Frucht eine 1-sämige, nicht auf-springende Nuss oder Steinfrucht. Exokarp bei Formen mit unterständigem Fruchtknotenzum Teil von der Fruchtknotenwand oder von der ausgehöhlten Blütenachse gebildet (alsoeigentlich eine Scheinfrucht!). Exokarp bald trocken, bald fleischig, saftreich, zuckerhaltig.Samen ohne Schale (oder doch rudimentär), mit reichlichem, fleischigem Nährgewebe.Keimling oft schief eingebettet, gerade, mit schmalen, halbstielrunden, zuweilen sehr kurzenKeimblättern.
Die Santalaceen, von denen man über 250 Arten kennt, sind in den Tropen und in den gemässigtenZonen über weite Strecken hin verteilt. Verschiedene Gattungen bevorzugen trockene Gebiete (im Kaplandca. 70 artenreiche Gattungen). In Europa ist die Familie einzig durch die 3 Gattungen Thesium (ca. 20 Arten),Osyris (O. alba L., der Harnstrauch, im ganzen Mittelmeergebiet. Strauch mit rutenförmigen Zweigen,dioecischen, gelblichen Blüten und fleischiger, rötlicher Steinfrucht) und Comändra (C. elegans Rchb. f. inden Sandpusten von Ungarn, in den untern Donau- und Moldauländern) vertreten. Verschiedene Santalaceen liefernein wertvolles Nutz- und Möbelholz, so vor allem das weisse oder gelbe Sandelholz von Säntalum älbum L.(Ostindien, indischer Archipel), welches früher offizineil war und noch heute in der Parfümerie (es enthältätherische Oele und Harz) und Kunsttischlerei Verwendung findet, dann das Sandelholz »on S. FreycinetiänumGaud. (Sandwichs-Inseln), S. lanceolätum R. Br. (tropisches Australien), S. Aüstro-caledönicum Vieillard (Neu-Kaledonien), das ostafrikanische Sandelholz von Osyris tenuifölia Engler, das Holz von Exocärpus cupressi-föVmis Labill. (Australien), Acanthosyris spinescens Griseb. und A. falcäta Griseb. (Südamerika). VerschiedeneSandelhölzer des Handels stammen jedoch von der Gattung Epichäris (Meliacee) oder („rotes Sandelholz") vonder Leguminose Pterocarpus santah'nus L. f. Die saftigen Früchte von mehreren Arten (z. B. von demaustralischen Fusänus acuminatus R. Br., „native peach") werden gegessen. Osyris arbörea Wall, aus dem sub-tropischen Himalaya liefert Osyris-Tee und wurde früher vielfach gebaut.
CCXXVI. Thesium 1 ) L. Leinbljatt, Bergflachs. Franz.:Thesion; engl.: Toad-flax.
Ausdauernde, grüne Halbschmarotzer, deren Wurzeln vermittelst Saugnäpfe (Hau-storien) auf den Wurzeln anderer Pflanzen anhängen (Fig. 516h). Stengel am Grunde zu-weilen verholzt. Laubblätter wechselständig, schmal, lineal (seltener bis eilanzettlich), spitz,
') fiyoelOV [thesei'on] bei Theophrast (Hist. plant. VII, 11) Name einer nicht näher zu be-stimmenden Pflanze. Plinius (Hist. nat. XXI, 107 und XXII, 66) erwähnt ebenfalls die Pflanze thesium.