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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Tafel 88.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Cannabissativaipag. 133). Männliche Pflanze.Habitus. 1 a. Männliche Blüte. 2. Urtica diaica (nr. 795). Habitus. 2a. Männliche Blüte.

2 b. Längsschnitt durch die weibliche Blüte. 2 c. Junge männliche Blüte. 2 d. Weibliche Blüte.

Fig. 3. Urtica urens (nr. 797). Habitus. ( 3 a. Scheinfrucht. 3b.Weibliche Blüte (halbgeöffnet). 4. Viscum album (nr. 800). Zweigstück mit

Beeren. 4 a. Weiblicher Blütenstand. 4 b. Junger männlicher Blütenstand. 4 c. Längsschnitt durch den Samen.

der Ernte wird Früh- oder Augusthopfen und Spät- oder Herbsthopfen unterschieden; der letztere wird mehrgeschätzt (vgl. hierüber die verschiedenen] Arbeiten von Stamm, Saher, Wirth, Schöffl, Strebe!, Gross,Behrends, Früh wirth, Struve, Baumgart, M ummenho ff, Mayer-Dinkel, Mohl, ; Zirngiebel etc.)Alter Hopfen wird vielfach, um eine helle Farbe zu bekommen, geschwefelt. Gelegentlich wird der Hopfen (wieUrtica) von Cuscuta Europaea befallen. Andrerseits wird er auch hie und da als Ueberpflanze auf Weiden etc. an-getroffen. Nicht allzuselten können auf den Hopfenpflanzen beide Geschlechter auf dem gleichen Exemplarvereinigt beobachtet werden. Von Missbildungen sind verlaubte Zapfenschuppen nicht allzuselten (zwischenden zwei Nebenblättern befindet sich das normal fehlende Tragblatt). Bei solchen Exemplaren (Narrenzapfen,Lupeln, Geltezapfen" oderblinde Zapfen" der Hopfenbauer) ist die Achse zuweilen stark verlängert und dieeinzelnen Blütengruppen stehen weit auseinander (Pen zig). Humulus ist ein zweihäusiger Windblütler; dieNarben der weiblichen Blüten sind zwei Tage eher empfängnisfähig, als die Staubbeutel der benachbartenmännlichen Stöcke sich öffnen. Das aus zwei Nebenblättern hervorgegangene Hochblatt dient den beidenFrüchtchen als Flügel für den Windtransport. Die Spitzen der jungen Sprosse hängen nach einer Seite bogigüber und beschreiben so von links nach rechts rotierende Bewegungen (je ein Umgang wird in ca. zwei Stundenvollzogen!), bis sie mit einer in der Nähe befindlichen Stütze in Berührung kommen. Die Klimmhaare ver-hindern ein Rutschen an der Stütze. Als Unkräuter erscheinen in den Hopfenfeldern nicht selten Chenopodiumalbum und polyspermum, Atriplex patulum, Polygonum Persicaria, Setaria glauca und viridis, Sonchus arvensis,Gnaphalium uliginosum, Erysimum cheiranthoides, Convolvulus arvensis sowie neuerdings die aus Südamerikaeingeschleppte Composite Galinsoga parviflora.

CCXXI. Cannabis 1 ) L. Hanf.

Zu dieser Gattung zählt einzig die folgende Art.

794. Cannabis sätiva L. Hanf. Franz.: Chanvre; engl.: Hemp; ital.: Canapa, canape.

Taf. 88, Fig. 1; Fig. 504 und 505.

Das Wort Hanf (ahd. hanaf, mhd. hanef) ist gemeingermanisch (ags. haenep, nord. hampr); es

findet sich (als Lehenwort) auch im Griechischen (vgl. Anm.) sowie im Slavischen (z.' B. littauisch kanapes =

Hanf). Mundartliche Formen sind: Hamp, Hemp (nordwestl. Deutschland), Hänn ep .(Emsland), Hennup

(Münsterland), Hanef, Honif, Hunnef, Honef (bayerisch-österreichisch), Hampf, Häuf (Schweiz). Der

mannliche Hanf wird meist als Fimmel, Femmel bezeichnet, der weibliche dagegen als Mastel, Mäsch

(Stedinger Land), Mas kl (Niederösterreich), Mäsch el, Mäschele(n), Maschele, Mausch (Schweiz).

Wahrend die beiden erstgenannten Bezeichnungen auf das lat. femella (seil, cannabis = der weibliche Hanf)

zurückgehen, stammen Mäschel etc. von mascula (seil, cannabis = der männliche Hanf) ab. Diese Um-

^e rung der deutschen Bezeichnungen ist wohl dadurch zustande gekommen, dass der sinnlichen Anschauung

° kes die schwächere, unansehnlichere männliche (im botanischen Sinne) Hanfpflanze als die weibliche,

'sere, stärkere (fruchttragende) weibliche dagegen als die männliche Pflanze erscheint. In Ostfriesland

eine Frucht ansetzende) männliche Hanf Geilhemp, Geljehemp (vongelt" = unfruchtbar).

Im

romanischen Graubünden heisst der Hanf kanuf (Puschlav) oder

we jl -----~ u ..u^ """ "v-i .«in ivanui u uotiiiiiv; uuer chanva (Unter-Engadin); die

Gelegentl' h anZe " " femn eHa". Im Patois der französischen Schweiz wird der Hanf als tseneva bezeichnet.

am Genfer ^^ "^ ^ W ° rt aU ° h '" Flurnamen > wie Hanfgarten (Kt. Zürich), les Cheneveyres (bei Vevey

,e e)> es Chambrettes (nach Jaccard von der provenzalischen Form cambre), Canevet (bei Nyon) etc.

persisch kana^ 5 - 8 ^ 011 '"^'' Xdvva ^ ts ~ "nnabis ist wohl ein Lehnwort aus einer asiatischen Sprache (vgl.anf), das die Griechen mit der Kultur der Pflanze aus dem Orient übernommen haben.