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von Pfeilen verwendet. Die bis kopfgrossen Fruchtstände von verschiedenen Arten der Gattungen Ficus(siehe dort), Artocärpus (A. incfsa Forst., der echte Brotfruchtbaum und A. integrif ölia Forst., der Jack-Brotfruchtbaum) und Trecülia (T. Africäna Decaisne, der Okwa-Baum) sind essbar (roh oder geröstet) undwerden vielfach auch zu Mehl verarbeitet. Die beiden Brotfruchtbäume befinden sich seit alters her überallin den Tropen in Kultur. Ausserdem werden die Bastfasern von einigen Arten (Br oussonetia, Artocärpusincisa) zu Gespinsten oder Papier verarbeitet, während Chloröphora tinctöria D. Don, Gelbes Brasilholz,ein gelbes Farbholz liefert. Die Blätter einzelner Arten (Morus nigra, Cudränia tricuspidäta Bur. ausZentral-China, Maclüra aurianti'aca) haben als Futter für die Seidenraupen grosse Bedeutung. Wegen ihrerinteressanten becher-, scheibenförmigen oder geweihartigen Blütenstände (vgl. Einleitung, Fig. 286 b) werdenbei uns mehrere Arten der Gattung Dorstenia (D. Contrajerva L., Drakeäna L., turneraefölia Fisch, et Mey.,D. psilürus Welw.) in Gewächshäusern kultiviert. D. Contrajerva L. liefert die giftige Bezoarwurzel, welche inAmerika zur Heilung vergifteter Wunden (besonders nach Schlangenbiss) gebraucht wird. Cecröpiapalmäta Willd. und C. peltäta L. aus dem tropischen Amerika, die gleichfalls in Wärmhäusern angetroffenwerden, zeigen interessante Beziehungen zu den Ameisen (hohle Stammglieder mit praeformierten Eingängen,Ausbildung von Futterhaaren, an den Blattstielbasen die sog. „Müller'schen Körperchen"). Weiteres bei deneinzelnen Gattungen. — Aus dem Tertiär von Mittel-Europa sind mehrere Ficus-Arten (F. lanceoläta Heer,F. Morlötti Unger, F. tiliaefölia A. Br., F. populi'na Heer) sowie ein Artocärpus (etwas fraglich!) bekanntgeworden. Die genannten Ficus stehen den heute in den Tropen beheimateten F. princeps Kth. (tropischesAmerika), F. venösa W. (Westindien) und F. nympheaefölia Mill. (tropisches Amerika) am nächsten.
1 Sträucher oder Bäume mit wechselständigen Laubblättern und fleischigen Sammelfrüchten' . 2.1* Windende Stauden oder aufrechte Kräuter................... 3.
2 Männliche und weibliche Blüten in einen fleischigen, birnf örmigen Behälter eingeschlossen (Fig. 499 a, d).Sammelfrucht birnförmig (Feige)...................... Ficus CCXVIII.
2* Männliche und weibliche Blütenstände von einander getrennt. Sammelfrucht brombeerähnlich,deutlich aus Einzelfrüchten zusammengesetzt..................Morus CCXIX.
3 Stengel windend, von Klimmhaaren rauh. Blätter gelappt oder ungeteilt. Staubbeutel aufrecht.Ausdauerndes Schlinggewächs.......................Humulus CCXX.
3* Stengel aufrecht, angedrückt behaart. Blätter handförmig-geteilt. Einjährig. Cannabis CCXXI.
CCXVIII. FlCUS 1 ) L. Feigenbaum 2 ). Franz.: Mürier:
ital.: Moro, gelso. 1
engl.: Mulberry;
Zu dieser sehr formenreichen Gattung zählen ca. 600 Arten, welche in den wärmeren Gegenden derganzen Erde — namentlich in den Tropen der alten Welt — beheimatet sind. Verschiedene Arten haben alsKultur-, Obst- und Zierpflanzen eine grosse Bedeutung. Zu den Kautschukpflanzen gehört in erster Linie derbei uns in Zimmern häufig kultivierte Gummibaum (F. elästica Roxb.), ursprünglich in den feuchten Urwäldernvon Ostindien zu Hause, der in der Jugend epiphytisch lebt, später aber meist zu einem selbständigen Baum wird,ferner F. Vogelii Miq. (trop. Westafrika), F. Schlechteri Warburg (Neu-Kaledonien), F. rubiginösaDesf. (Nordaustralien), F. Brassii R. Br. (Sierra Leone), F. obli'qua Forst. (Fidji-Inseln) etc. Der Milchsaftvon anderen Arten wird innerlich wie äusserlich gegen Geschwüre oder als Anthelminticum verwendet. Beimehreren Arten (F. laccifera Roxb., F. religiösa L. [der Götzenbaum], F. Benghalensis L., der „Banyan")entsteht durch Insektenstich ein technisch wichtiges Produkt, der Schellack (Gummi Laccae). Mehrere Arten liefernessbare Früchte, namentlich F. Carica (siehe unten), F. Sycomörus L. (die Sykomoren sind schwer verdau-lich), F. religiösa L., F. Rümphii Blume etc.). Das ausserordentlich feste, fast unverwüstliche Holz derSykomore oder des Maulbeer-Feigenbaumes (F. Sycomörus) lieferte das Material für die Mumiensärge deralten Aegypter. In biologischer Hinsicht sind die Ficus-Arten sehr interessant. Abgesehen von den höchsteigentümlichen Bestäubungs- und Befruchtungsvorgängen (siehe unten) zeichnen sich viele tropische Arten —namentlich viele Epiphyten — durch Luft-, Kletter- oder Tafelwurzeln aus; andere besitzen typische Träufel-spitzen (Einleitung, Fig. 158). Einige Arten zeigen Heterophyllie; die kriechenden Zweige tragen andere Blätter als diein der Luft wachsenden Aeste. Mehrere Arten werden wegen ihrer interessanten Blätter, Luftwurzeln etc. bei uns inWarmhäusern kultiviert, so z. B. F. neriif öli a Reinwardt, F. quercifölia Roxb. (Ostasien), F. rubiginösa
<) Name des Baumes (und der Frucht) bei den Römern; es wird vermutet, dass das Wort von denLatinern direkt den Phöniziern entlehnt worden sei; auch das griech. ovxov [sykon] (= Feige) und das lat.ficus werden miteinander in Zusammenhang gebracht.
2 ) Das deutsche Wort Feige (ahd. figa, mhd. vige) stammt aus dem gleichbedeutenden lateinischenficus (vgl. Anm. 1).