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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Tafel 87.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Ficus Carica (pag. 125). Zweig mit 2 Feigen. la. Oallenblüte. Ib. Weibliche Samenblüte.

2. Mortis alba (pag. 128). Zweig mit Maul-beeren. 2a. Männliche Blüte. 2b. Weibliche Blüte.

Fig. 3. Humulus Lupulus (pag. 130). Zweig mitFruchtständen. 3a. Zweig mit männlichen Blüten. 3 b. Männliche Blüte (von oben). 3 c. Weibliche Blüte mit Tragblatt. 4. Parietaria officinalis (nr. 798). Habitus. 4 a. Scheinfrucht.,, 4 b. Zwitterblüte.

arborescens, Coronilla Emerus, Hex etc., andererseits auch im Karstwalde. Baumartige Exemplare sind gegen-wärtig ziemlich selten und finden sich fast nur in Ortschaften, auf Plätzen, bei Kirchen etc., was stellenweise(Istrien, Dalmatien) wohl auf eine rücksichtslose Nutzung zurückzuführen ist. Das Holz ist ziemlich hart unddauerhaft und liefert (junge Stämmchen) die besten Peitschenstöcke. Ausserdem wird es als Werkholz zurHerstellung von Deichseln, Radfelgen, Ladestöcken, Blasinstrumenten sowie zu Bildhauerarbeiten verwendet.Die wenig schmackhaften Früchte werden von armen Leuten gegessen. Im Tessin (Gandria, Casoro) werdeneinzelne Bäume absichtlich stehen gelassen, um die Drosseln, welche sich gern hinter die Beeren machen, leichterfangen zu können (Bettelini). Anatomisch sind die Celtis-Arten durch das Vorhandensein von Cystolithen,entwicklungsgeschichtlich wegen der bei einzelnen Arten von Modilewsky (Flora, Bd. 98) festgestelltenChalazogamie bemerkenswert. C. australis erreicht ein Alter von ca. 600 Jahren. Die Verbreitung erfolgtdurch Vögel (Beerenfrucht).

38. Fam. Moräceae. Maulbeergewächse.

Bäume oder Sträucher, seltener mehrjährige Stauden oder 1-jährige Kräuter, mitoder ohne Milchsaft, z. T. kletternd, zuweilen dornig. Laubblätter ± 2-zeilig oder fastgegenständig, ungeteilt oder gelappt, mit (oft bald abfallenden) Nebenblättern, Blüten ein-geschlechtig, 1- oder 2-häusig, oft 4-zählig, häufig zu Trugdolden (oft scheinbar Aehren)vereinigt, welch' letztere aber nicht selten (infolge der Vereinigung der Achsen) als Köpfchen,Scheiben etc. (receptäculum, coenanthium, sycönium) erscheinen. Blutenhülle einfach, un-scheinbar, aus meist 4 (2 bis 6), freien oder '+ verwachsenen Perianthblättern bestehend, inden weiblichen Blüten bei der Reife oft anschwellend. Staubblätter meist ebenso viele(selten 1 bis 6) wie Perigonabschnitte und vor diesen stehend (Taf. 87, Fig. 3b). Staubfädenin der Knospenlage nach innen gekrümmt (Fig. 506 h) oder gerade. Fruchtknoten meist ober-ständig, 1-fächerig, aus 2 Fruchtblättern gebildet, gewöhnlich nur 1 Samen enthaltend. Griffelmeist 2 (Fig. 504 b, c), seltener 1 oder fehlend (im letztern Fall dann 2 Narbenschenkel vorhanden),auf der Innenseite mit Papillen besetzt. Samenanlage vom Scheitel des Faches herabhängend(Fig. 501 c), gekrümmt (amphitrop), mit nach oben gewendeter Mikropyle (epitrop), seltenergerade und grundständig. Frucht klein, eine 1-sämige Schliessfrucht (Nuss- oder Steinfrucht),oft zu fleischigen Sammelfrüchten (syncärpium) vereinigt. Samen mit oder ohne Nährgewebe.Keimling häufig gekrümmt (Fig. 504 g, h), mit meist dicken, flachen oder gefalteten Keimblättern(Fig. 502 f,i).

Die Moraceen sind mit Vorliebe in wärmeren Ländern zu Hause; gross ist ihre Zahl vor allem imtropischen Amerika. Gewöhnlich wird die Familie in die beiden Unterfamilien Moroideae (Holzpflanzenmit Milchsaft. Perianth meist 4-blätterig. Staubblätter meist 4) und Cannaboi'deae (krautartige Gewächseohne Milchsaft. Blütenhülle 5-blätterig. Staubblätter 5) gegliedert. Zu den Moroideen gehört eine grosse Zahl vonwichtigen Nutzpflanzen, von denen einzelne auch in Europa eine grössere Bedeutung erlangt haben. Der Milchsaftvon einigen Arten, vor allem verschiedener Ficus-Spezies und der zentralamerikanischen Castillö a elästicaCerv., enthält Kautschuk welcher technisch verarbeitet wird. Der sehr giftige Milchsaft des Upas-Baumes oder Ipo (Anti'aris toxicäria Lesch.), in Ostindien und auf den Sunda-Inseln, wird zum Vergiften

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