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789. Celtis austrälis 1 ) L. (= C. lutea Pers.). Südlicher Zürgelbaum. Franz.: Mico-coulier, m. de Provence, fabrecoulier, falabriquier; engl.: Hackberry; ital.: Arcidiavolo, spacca-sassi, bagolaro, perlaro, pellegrino, lodogno, fraggiragolo; romiglia, fregiee (Tessin.). Fig. 497-
Strauchartig oder bis über 20 m hoher Baum. Rinde grau, auch an alten Stämmennoch glatt und geschlossen. Junge Zweige zerstreut behaart. Knospen 2-zeilig angeordnet(Fig. 497 d), wenig abstehend, kegelförmig, zuweilen von 2 seitenständigen, kürzeren undstumpferen Beiknospen begleitet. Laubblätter 2-zeilig angeordnet, schief eiförmig-länglich,
lang zugespitzt, unsymmetrisch, an der Basis keil-förmig, scharf einfach- bis doppelt-gesägt, oberseitsetwas borstig rauh, unterseits meist weichhaarig (sel-tener stark verkahlend), 4 bis 15 (20) cm lang und 1,5bis 6 cm breit, gestielt (Stiel 0,5 bis 1,8 cm lang).Blüten teils zwitterig (Fig. 497 a, e) und einzeln, achsel-ständig, lang gestielt, teils männlich (zuweilen unvoll-kommen), dann in arm (3- bis 5-) blutigen Büscheln,etwas kürzer gestielt (Fig. 497 b, h). Blütenhüllblätter5 (7), fast ganz frei, rostbraun, an der Spitze häutig, amRande gezähnelt und etwas bewimpert. Staubbeutelgross, intrors, gelb, kurz gestielt (Fig. 497 i). Frucht-knoten krugförmig, grün, 1-fächerig, mit sehr kurzemGriffel, aber mit zwei grossen, weisslichen, abstehen-den, fast federigen Narben (Fig. 497e). Frucht einekugelige, 9 bis 12mm im Durchmesser erreichende,einsamige, anfangs gelblichweisse, später rötliche, zu-letzt violettbraune, wohlschmeckende Steinfrucht(Fig. 497 c, k). Same etwas Nährgewebe enthaltend.Keimling gekrümmt (Fig. 497k, 1). — III bis V.
Zerstreut an heissen, felsigen Abhängen, inHecken, an Strassenrändern, an Mauern, meist ver-einzelt und nur südlich der Alpen, zuweilen bisüber 1000 m hinaufsteigend (am Monte Baldo bis1083 m, im Schnalsertal bis 1150 m). Ausserdemzuweilen angepflanzt und verwildert.
Fehlt in Deutschland gänzlich. In O ester-reich zerstreut, in Südtirol (Vinschgau bis Schlanders, imSchnalsertal, um Meran [gemein], im ganzen Eisak- undEtschtal [aufwärts bis Brixen], im Sarntal [bis Schloss Ried], Denno in Nonsberg, Cavalese, am Gardasee],im südlichen Steiermark [bei Cilli, Gairach, Montpreis]), in Kram und Küstenland. Fehlt wie Quercus Cerrisin Kärnten vollständig. Ausserdem zuweilen kultiviert oder in Anlagen angepflanzt, so mehrfach in Südtirol (beiTajo und Segno in Nonsberg, Valsugana), Steiermark (St. Peter bei Marburg), in Niederösterreich. In derSchweiz nur im südlichen Tessin (Sottocenerl), im Bergell (einzig bei Castasegna), im Puschlav (S. Antonio beiBrusio) und im Kanton Wallis (einzig bei Gondo am Südfuss des Simplon; fehlt im Haupttal vollständig).
Allgemeine Verbreitung: Südeuropa (fehlt in Spanien und Portugal), Klein-asien, Nordafrika.
Celtis austrälis ist ein echter mediterraner Typus, der nur an wenigen Stellen in die südalpinen Täler (amweitesten im Vinschgau) hinaufsteigt. Auffallend ist das gänzliche Fehlen im eigentlichen Wallis und in Kärnten.Meistens erscheint der Zürgelbaum vereinzelt in den südalpinen Buschwäldern in Gesellschaft von andernsüdlichen Laubhölzern, wie Quercus pubescens, Fraxinus Ornus, Ostrya, Laurus, Mespilus Germanica, Colutea
Fig. 497. Celtis austrälis L. a Zweig mit Zwitter-blüten, b Zweig mit männlichen Blütenständen.c Fruchtzweig. d Winterspross. e Zwitterblüte./, g Längs- und Querschnitt durch den Fruchtknoten.h Männliche Blüte, i Staubblatt (von aussen), k Frucht(halb aufgeschnitten). I Längsschnitt durch die Frucht.
*) lat. = südlich; vom lat. aüster (Genitiv aüstri) = Südwind, Süden.