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Fig. 481. Verbreitung von Betula humilis Schrank (die Areale sind schraffiert).Nord- und z. T. Südgrenze (schwarze Linie) von Betula nana L.
Südschweden (Smäland), Polen, Galizien und bis zu den östl. Karpaten (bei Borszek, amBüdös). 3. Ural und 4. vom Altai bis nach Kamtschatka und den Aleuten (var. CamtschaticaRegel). Fehlt in der Arktis und in Nordamerika (vgl. Fig. 481).
Aendert etwas ab: var. subrotünda Schuster. Blätter klein, 0,5 cm breit, etwas rundlich (ähnlichdenen von Betula nana f. minima Blytt, aber länger gestielt, und am Rande gezähnt). Oberbayern (Haspel-moor). — var. microphylla Gruetter. Blätter 12 mm lang und höchstens 9 mm breit, fast kreisrund, oft mitschwachherzförmigem Grunde. Kätzchen meist 10 mm lang (Westpreussen). — var. macrophylla Preuss. Bis3 m hoher Strauch. Blätter durchweg auffällig gross, meist 35 mm lang und bis 24 mm breit. Kerbzähnestumpfer (Kr. Tuchel). — var. cordif ölia Preuss. 1 bis 1,5 m hoher Strauch. Blätter herzförmig, mit + stark
ausgeprägtem, herzförmigem Grunde,21 mm lang und bis 18 mm breit (Kr.Tuchel).— var. cuneifölia Abromeit.Blätter am Grund keilförmig vers chmä-lert (Westpreussen: Ortelsburg).
In den Grünlandmooren vonOst- und Westpreussen spielt B.humilis, welche in Form, Grösse undKonsistenz ihrer Blätter ausser-ordentlich veränderlich ist, eine be-deutende Rolle. Auf dem AbrauerMoor erscheint sie nach Preuss inBegleitung der ebenfalls nordischenSalix livida (pag. 40), ferner von Salixrepens, der seltenen Anacamptis pyra-midalis (Bd. II, pag. 335), von OrchisMorio, Pedicularis sceptrum Carolinum, Cnidium venosum, Hieracium collinum und cymosum, Poa nemoralis,Campanula glomerata etc. Auf den oberbayerischen Mooren tritt sie gern im niederen Molinietum aufin Begleitung von Salix repens, Anthoxanthum odoratum, Succisa pratensis, Viola canina, Thesium rostratum,Trifolium montanum, Dianthus Carthusianorum, Genista tinctoria, Pimpinella saxifraga, Galium boreale, An-thericum ramosum, Brachypodium pinnatum, Asperula cynanchica, Serratula tinctoria, Allium carinatum, ver-schiedenen Moosen (Hylocomium rugosum), alles Pflanzen, die viel Trockenheit und Wärme lieben und Kalk-boden bevorzugen oder im Callunetum mit Hylocomium Schreberi und Flechten (Cladonia silvatica, rangiferina,furcata, fimbriata) auf Humus (nach Paul). — Betula humilis besitzt heute 4 (nicht 5, wie Koppen angibt; siefehlt in Nordamerika) vollständig getrennte Verbreitungsgebiete, welche aber früher (in der Glazialzeit) wohl mit-einander im Zusammenhange standen. Darauf deutet auch das inselartige Vorkommen dieser Art (Reliktstandorte)in Kärnten, in der Niederlausitz und im südl. Schweden hin. Jedenfalls war sie früher auch in Skandinavien ver-breitet. Mit B. nana trifft sie nur selten — in Estland und Ingermanland (vgl. Fig. 479) — zusammen.
Von Bastarden sind bekannt: 1. Betula pubescens Ehrh. X B. nana L. (= B. intermediaThomas, = B. alpestris Fries, = B. fruticösa Wats., = B. lagöpina Hartman). Fig. 480h, i. Strauchoder bis 4 m hoher Baum. Blätter aus schwach herzförmigem Grunde keilförmig-elliptisch bis rundlich, stumpf,scharf kerbig-gesägt, jederseits mit 3 bis 5 Nerven; die jungen etwas behaart und zuweilen klebrig, die alternkahl, bis 1,5 cm lang und bis 3 cm breit. Kätzchen (Exemplare jedoch oft steril!) länglich-zylindrisch. Seiten-lappen der Fruchtschuppen aufrecht, kürzer (seltener gleich lang) als der Mittellappen (Fig. 480i). — Unterden Eltern nicht selten in Westpreussen (z. B. auf dem Hochmoor von Neulinum [von Scholz 1902 entdeckt]),in Oberbayern (Weiter Filz bei Schongau [Graf zu Leiningen]) und mehrfach im westl. Schweizer-Jura (Chaux-d'Abel, aux Pontins, Chasseral, les Ponts [hier nicht selten], la Brevine, Tourbiere, Sentier). — 2. B. verru-cosa Ehrh. X B. humilis Schrank (= B. Zimpelii P. Junge). Sehr selten in Holstein (im Delvenautal beiGöttin), in Ostpreussen (beiEydtkuhnen[Dr. Heinrichs, 1870], mehrfach im Kreise Lötzen), in Oberbayern (Puchheim)beobachtet (vgl. Allg. bot. Zeitschr. 1904, pag. 153).— 3. B. pubescens Ehrh. X B. humilis Schrank (= B.Warn-störfii Hegi). Als Seltenheit in Norddeutschland (auf den Ihnawiesen bei Arnswalde, in der Niederlausitz [Jamlitzbei Lieberose], in Ostpreussen im Rauschendorfer Bruch bei Lyck, mehrfach im Kreise" Lötzen [nach Gross,Allgem. bot. Zeitschr. 1908, pag. 211], im Jungferndorfermoor bei Königsberg [Abromeit]) und in Oberbayern(Haspelmoor bei Maisach, Riederfilz bei Wasserburg a. I.) konstatiert. — 4. B. pubescens Ehrh. X B. verru-cosa Ehrh. (= B. hybrida Bechstein, = B. Aschersoniäna v. Hayek). Junge Triebe behaart. Blätterrhombisch-eiförmig, spitz, an der Basis abgerundet, kahl oder in den Blattwinkeln etwas behaart. Fruchtflügelschmal. Mehrfach unter den Stammeltern beobachtet. — 5. B. pubescens Ehrh. var. Carpatica Koch X