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1. Männliche Blüten ohne Blütenhülle, einzeln in der Achsel der Tragblätter. Staubblätter 3 bisviele, 2-teilig (Taf. 77, Fig. 26, 28, 30). Coryleae..................... 2 -
1*. Männliche Blüten mit Blütenhülle, zu mehreren in der Achsel der Tragblätter (Taf. 77, Fig. 33, 36;Taf. 85, Fig. 2 b). Staubblätter 2 bis 4, den Blütenhüllblättern gegenüberstehend. Betuleae..... 4.
2 Laubblätter zur Blütezeit noch ganz unentwickelt. Weibliche Blüten zu wenigen in kleinen,knospenartigen Blütenständen rereinigt (Taf. 84, Fig. 1 a, 1 b), aus denen nur die purpurroten Narben heraus-ragen. Fruchthülle gross, becherförmig, zerschlitzt. Fruchtschale sehr stark...... Corylus CCX.
2*. Laubblätter zur Blütezeit mindestens schon in Entfaltung begriffen......... 3.
3 Männliche Kätzchen lockerblütig. Fruchthülle offen, flügelartig, fast flach, 3-teilig oder + tiefgezähnt (Taf. 83, Fig. 3; Taf. 77, Fig. 29)..................Carpinus CCVI11.
3* Männliche Kätzchen dichtblütig. Fruchthülle das Nusschen sackartig einschliessend (Taf. 84,Fie- 2a- Taf 77 Fig. 31, 32). Nur im Süden und zerstreut in den südlichen Alpentälern . Ostrya CCIX.
4. Staubblätter 2-spaltig (Taf. 84, Fig. 3 b). Fruchtschuppen 3-lappig (Taf. 77, Fig. 35), nach derBefruchtung (mit der geflügelten Frucht) abfallend. Knospen ungestielt. Blütenhülle der männlichen Blüten1- bis 2-blätterig............................ Betula CCXI.
4*. Staubblätter nicht gespalten. Fruchtschuppen 4- bis 5-lappig, nach der Reife verholzend, nichtabfallend. Knospen gestielt. Blütenhülle der männlichen Blüten meist 4-blätterig (Taf. 77, Fig. 36). A1 n u s CCXII.
CCVIII. Carpinus 1 ) L. Hainbuche.
Die Gattung umfasst ca. 20 Arten, die in Mittel- und Südeuropa (2 Arten), in Zentral- und Ostasienund im atlantischen Nordamerika (südlich bis Mexiko) vorkommen. Aus dem Tertiär sind mehrere Artenbeschrieben worden, die nr. 768 nahe stehen. Früchte von nr. 768 wurden in den Pfahlbauten gefunden,Ausser nr. 768 werden bei uns gelegentlich kultiviert angetroffen: 1. C. Orientälis Mill. (= C. Duinensis(Scop.) aus dem südlichen (bereits im Küstenland) und südöstlichen Europa sowie aus dem Orient. Blätterviel kleiner als bei nr. 768. Fruchthülle eiförmig, ungelappt, gesägt. 2. C. Japönica Blume, aus Japan.Blätter mit 14 bis 25 Seitennerven. Fruchtstand Ostrya-ähnlich. Fruchthülle am Grunde mit einer freien,die Frucht deckenden Ligula. 3. C. cordäta Blume, aus dem nördlichen Japan. Aehnlich der vorigen Art.4. C. Caroliniäna Walt, aus dem atlantischen Nordamerika und Mexiko. Aehnlich nr. 768, aber niedriger(gewöhnlich strauchartig), nur 5 bis 6 m hoch. Blätter zuletzt oberseits tief blaugrün, im Herbst lebhaftorange-scharlachrot.
768. Carpinus BStulus 2 ) L. (= C. vulgaris Mill., = C. sepium Lam.). Hainbuche,Weissbuche. Franz.: Charme, charmille; engl.: Hornbeam, Iron-wood; ital.: Carpino,Carpino bianco, C. commune. Taf. 83, Fig. 3, Taf. 77, Fig. 28 und 29 und Fig. 472.
Der Name Hagebuche (mittelhochdeutsch hac = Gebüsch, Einfriedigung; vgl. Hecke, Hain) lautetin den niederdeutschen Mundarten: Häbök (Schleswig), Habök, Hageböcke, Hänbooke, Häneböken(Nordwestliches Deutschland). Hämbuche (in Nordböhmen), Hag e (n) -Bue ch (im Alemannischen). ZumUnterschied von der Rotbuche (Fagus silvatica) wird der Baum auch Weissbuche (Wittböke im Nieder-deutschen) genannt. Weniger verbreitet scheinen die Namen Steinbuche (Stanbuachn in Kärnten) undRauhbuche (Schwäbische Alb) zu sein. Hornbaum (nach der hornartigen Beschaffenheit des Holzes) istein Büchername (vgl. pag. 68). — Im französischen Dialekt heisst der Baum Tsarpeno, charpene (Waadt),charpine (Genf), chargne oder charne (Frankreich). Hieher gehört nach J accard wohl auch der OrtsnameCharnex (ein Dorf bei Montreux am Genfersee). Im ital. Dialekt des Tessin wird der Baum Carpen geheissen.In Südirol gibt es 2 Weiler mit der Bezeichnung Carpeneda (nach Dalla-Torre und Sarnthein).
6 bis 25 m hoher, meist stattlicher Baum, mit schirmartig ausgebreiteten Aesten(Fig. 472). Stamm mit glatter, weissgrauer, spannrückiger (d. h. am Stamme treten Längs-wülste und Rücken auf; Querschnitt deshalb unregelmässig und gebuchtet. Bei der Rot-buche rund!) Rinde (Borke wie bei Fagus fehlend). Knospen (gewöhnlich nur Seiten-knospen) braun oder braunrot, spitz-kegelförmig, den Zweigen angedrückt, bewimpert,zuweilen — an kräftigen Trieben — mit Beiknospen. Junge Zweige und Blattstiele zottig.Aeste sich in eine feine, lockere, regelmässige Verzweigung auflösend. Laubblätter streng
') Name eines Baumes bei den Römern.
3 ) Wegen der Aehnlichkeit der Blätter mit denen verschiedener Betula-Arten.