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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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den Schneitelholz- und Kopfholztrieb erweist sie sich sehr geeignet. Im Süden (Tessin) werden aus dem Holzdie hölzernen Schuhe (zdccoli) der Südländer verfertigt.

Als besondere Wuchsform von P. nigra ist aufzufassen: P. Itälica Moench (= P. nigra L. var.Itälica Duroi, == P. pyramidalis Roz., = P. fastigiäta Desf.). Pyramiden-, Chaussee-, Italienische oder Lom-bardische Pappel. Franz.: Peuplier d'Italie; ital.: Pioppo cipressino (Fig. 471). Bis über 30 m hoher Baum,mit aufrechten Aesten und mit pyramidenförmiger oder verlängert-walzlicher Krone. Stamm meist bis zur Spitzereichend. Blätter wie bei P. nigra, zuweilen etwas kleiner und breiter. Die Pyramidenpappel wird sehr

Fig. 471. Pappel-Allee (Populus Itälica Moench) an der Sihl bei Zürich. Phot. Dr. G. Hegi.

häufig an Ufern, Landstrassen, in Alleen, bei Häusern, Kapellen etc. allerdings bis vor kurzem meistens nur in-männlichen Exemplaren reihenweise oder einzeln angepflanzt. In den Alpentälern steigt sie vereinzelt bisca. 1300 m hinauf (Nauders im Oberinntal 1360 m, Bagnes im Wallis 1320 m; bei St. Moritz (Buschform)sogar noch bei 1800 m). Wild kommt sie angeblich im mittlem Asien und in Persien vor und wird in Süd-europa seit langem kultiviert. Ende des 17. Jahrhunderts kam ein Exemplar nach Warschau, später (vor 1745).ein männliches Exemplar aus der Lombardei nach Wörlitz; von dem letztern stammt ein grosser Teil derPyramiden-Pappeln Deutschlands ab (der Ahnherr aller preussischen Exemplare soll in Dessau stehen). Einanderer Teil (namentlich am Mittelrhein) dürfte dagegen französischer Herkunft sein, zumal doch Napoleon I.,der Erbauer vieler guter Strassen in Deutschland, die Pyramidenpappel überall anpflanzen liess. Da früherfast nur männliche Exemplare gepflanzt und diese stets durch Stecklinge (abgeschnittene Zweige schlagen imBoden leicht Wurzeln) vermehrt wurden, kannte man früher in Deutschland nur ganz wenige weiblicheExemplare. Die ersten weiblichen Pyramiden-Pappeln werden von Frankfurt a. O. (ca. 1870), Freiburg i. Br., beiKarlsruhe (ca. 1859), Braunschweig, Waidenheim bei Strassburg, sowie von Wien (ca. 1859) erwähnt. Es istnicht unwahrscheinlich, dass die ausschliessliche Vermehrungsart durch Stecklinge eine der Ursachen ist, welchedas in den letzten Jahrzehnten vielfach beobachtete Absterben bezw. die Wipfeldürre der Bäume veranlassthat (die Pappeln sollten also an einer allgemeinen Altersschwäche leiden, was neuerdings von Geisenheyner[Mitt. der deutsch, dendrolog. Gesellsch. 1908, pag. 202] entschieden in Abrede gestellt wird). Wahrscheinlich,ist aber hiebei die Regulierung der Wasserläufe und die damit verbundene Senkung des Grundwasserspiegels,also die Entziehung der Feuchtigkeit, stark beteiligt. Denn in dem Masse, als dem Baume die Bodenfeuchtigkeitentzogen wird, fängt er an zu kränkeln, was er eben durch ein Dürrwerden der obersten Aeste oder desWipfels anzeigt (von Geisenheyner bei Kreuznach beobachtet). Andererseits wird er wegen des vielenvon ihm ernährten Ungeziefers oder wegen der lästigen Wurzelbrut, die sich vom Strassenrande gern in die-