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breitgestutzt oder schwach herzförmig. Blüten lange vor den Blättern erscheinend. Narben meist 2 (3), lang-gestielt, fast pfeilförmig, aufgerichtet. — Gleichfalls — bis vor kurzem allerdings nur männliche Exemplare— in Gärten oder als Alleebaum in Kultur. — 3. P. balsamifera L. (== P. Tacamahäca Mill.). Balsam-Pappel. Franz.: Peuplier baumier; engl.: Tacamahac, Balsam-poplar (Gehört wie die folgenden zur SektionTacamahäca [Balsam-Pappeln]). Aeste kurz, dick. Knospen gewöhnlich sehr gross, stark klebig und balsamischduftend. Blattstiele im Querschnitt viereckig. Blätter oberseits dunkelgrün, unterseits meist weisslich. Trag-blätter zerschlitzt. Heimat: Nördliches Nordamerika (von Alaska und der Hudsonbay bis zu den nördlichenVereinigten Staaten). Junge Aeste glänzend braunrot, nicht auffallend kantig. Zweige, Blattstiel und Blattrandkahl. — Als Zierbaum seit 1731 in Kultur und stellenweise — namentlich auf Sandböden in Norddeutschland(auch auf Sylt), doch auch in Baden (in der Baar, Rheinwaldungen unter Neureuth, Daxlanden), in Bayern(Ottobeuern), in Niederösterreich (bildet in den Marchauen von Marchegg bis Baumgarten kleine Bestände),Steiermark (beim Hofbauer bei Schladming), in Zürich etc. — verwildert. Vermehrt sich durch Wurzelbrut undSamen sehr rasch. — 4. P. cändicans Ait. (= P. Ontariensis Desf.). Ontario-Pappel. Heimat: Kanada undnördl. Vereinigte Staaten. Aeste kantig, braun, nur jung + behaart. Blattstiel und Blattrand kurzhaarig. —Seit 1752 in Gärten kultiviert. — Von andern Pappel-Arten werden gelegentlich bei uns angetroffen: P. trfstisFischer, P. suaveolens Fischer aus dem östl. Asien, P. laurifölia Ledebour aus dem südlichen Sibirien,P. trichocärpa Hook, (duftet ausserordentlich stark), P. Sieböldii Miq. aus Japan etc., P. AtheniensisLudwig (= P. tremuloi'des Michx.) aus Nordamerika (ähnlich P. tremula, aber Blätter fein und gleichmässig
gesägt). P. Comesiäna Dode ausSüditalien, P. subintegerrima Lge.(eine schöne Silberpappel aus Aragonien),P. Simon i Carr. (z. B. in München-Schwabing), P. BonplandiänaH. B.et Kth. aus Oregon, P. Bakeri ausNevada, P. Euphrätica Oliv, aus demsüdöstl. Spanien (bei Elche 1907 vonTrabut neu für Europa entdeckt undvon Dode ah P. Illicitäna beschrieben),Nordafrika, Syrien, Mesopotamien,Persien, Turkestan, Mongolei, China,trop. Britisch-Ostafrika (subsp. Den-hardtiörum Engl.) mit äusserst viel-gestalteten Blättern (langgestielt, kreis-rund bis lineal, weidenähnlich, kurz-gestielt etc.). Wird im alten Testamentmehrfach erwähnt (vgl. Ascherson,Berichte der deutschen botan. Gesellsch.1908, pag. 353 u. 445). Gedeiht inMitteleuropa schlecht.
Wegen ihrer schnellen und reich-lichen Holzproduktion haben ver-schiedene Pappel-Arten (besonders P.nigra, alba, Italica) als Nutzhölzergrosse Bedeutung. Das Holz ist weich,massig schwer, regelmässig spaltbarund wird vielfach in der Möbelschreinerei,beim Wagenbau, zu Packfässern, Flecht-werk, in der Papierfabrikation, zu Zünd-hölzern, Bremsklötzen, Zigarrenkistchenetc. verwendet. Aus Nordamerikakommt als „Poplar" das Holz vonP.grandi-dentäta Michx. sowie von P. Cana-densis nach Europa in den Handel. Diemeisten Pappeln besitzen ein starkesAusschlagsvermögen und können daherauch (wie die Weiden) als Kopfholzbenützt werden. Die Knospen der
Fig. 468. Einige der häufigsten Gallbildungen unserer Kätzchenblütler'). a bis dan Pappeln: a am Blattstiel durch Pemphigus spirothecae Pass., b durchP. bursarius L., c Missbildung der Drüsen am Grunde der Blattfläche durchEriophyes di ver sipunc tat us Nal., d am Blattstiel durch Harmandiap et iol i rvieff. — e bis h an E rl en: sköpfchenförmige Gallen auf der Blattoberseitcdurch Eriophyes laevis Nal., e l Längsschnitt (vergrössert), f Nervenwinkel-ausstiilpungen durch Eriophyes Nalepai Fockeu.y" 1 Längsschnitt (vergrössert)»g Filzgallen auf der Blattunterseite durch Eriophyes brevitarsus Nal.,g 1 und g 2 einzelne Haare stärker vergrössert, h Fruchtschuppen missgebildetdurch den Schlauchpilz Taphrina (Exoascus) alni incanae P. Magn. —i bi.s n an der Buch e: i Beutelgallen vonMikiola fagi Hartig, z 1 Längsschnitt(vergrössert), k von Oligotrophus annulipes Hart. — / bis q an Eichen:/ Eichengallapfel durch Dryophanta folii L., l l Querschnitt, m kleiner Gall-apfel von D. divisa Hart., n Linscngallen von Neuroterus lenticularisOliv,, w 1 Längsschnitt (vergrössert), o von N. numis m atis Oliv., o 1 Längsschnitt,(vergrössert), p Eichenrose von Andricus fecundatrix Hart., /'Längsschnitt,q zurückgeschlagene Blattlappen durch Mac r o di plosis dryobia F. Low. —r an derUlme: Beutelgallen der Rüsterblattlaus (Tetraneura ulmi De Geer).
') Zusammengestellt und erläutert von Dr. H. Ross, München.