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blätter oval bis länglich, stumpflich, zweifarbig, am Grunde hell, an der Spitze schwarz-braun, dünn lang seidenhaarig. Staubblätter 2, kahl, frei, bis 4 mal so lang als die Trag-blätter. Staubbeutel oval, gelb. Hintere Drüse oval, zuweilen ausgerandet, bis halb solang als das Tragblatt (Fig. 462 d). Frucht deutlich gestielt (Stiel fast so lang wieder Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde kegelförmig-verschmälert, dicht anliegendbehaart (Fig. 462 e), selten kahl. Griffel lang, bis fast halb so lang als der Fruchtknoten.Narben gabelig, ausgerandet oder geteilt. Hintere Drüse stark gestutzt, zuweilen aus-gerandet, V 2 bis 2 /s so lang als der Fruchtknotenstiel (Fig. 462 c). — V, VI.
Zerstreut auf quelligen, sumpfigen Wiesen, an Abhängen; in den Alpen bis ca. 1900 m.
In Deutschland wild einzig am Brocken, in den Vogesen (im Ammeltal und im Wormstal amHohneck) und im Riesengebirge (an der Lehne des Brunnenkammes). In Oesterreich zerstreut in Tirol(Schadonajoch gegen Schröcken, an der Alfenz zwischen Langen und Stuben, Kerglental bei Leutasch,Schlüsseljoch gegen Putsch; bei Kais und auf der Seiseralpe unsicher) und in Böhmen (beim Jägerhause JakulebeiGratzen; hier nach Domin [Beihefte zum botan. Centralblatt, Bd. XVI, 1904, pag. 329] kaum ursprünglich).In der Schweiz sehr vereinzelt im Wallis (zerstreut im Oberwallis von Münster bis Gletsch), Tessin(Blegnotal), im Kanton Freiburg (Gruyere: Gros-Sador) und im Kanton Uri (zwischen Zumdorf und Realp). Ausser-dem selten angepflanzt und verwildert, so in Schleswig-Holstein, bei Bremen (Oberneuland), Hamburg, Kiel. —S. bicolor ist eine nordisch-boreale Art, die in Mitteleuropa nur an ganz wenigen Punkten auftritt. Sie hat mitS. arbuscula eine gewisse habituelle Aehnlichkeit und kann mit dieser leicht verwechselt werden. Ausserdembildet sie mit S. hastata (mehrfach in Tirol) Bastarde (Siehe am Schluss der Gattung). — Diese zierliche Weidegedeiht in der Kultur sehr gut und ist für alpine Anlagen sehr zu empfehlen.
Allgemeine Verbreitung: Nördliches Europa (von England und Schottland bisRussland; in Skandinavien nördlich bis 71° nördl. Breite), Pyrenäen, Monts Dores, Alpen,Riesengebirge, Vogesen, Harz, Karpaten, Siebenbürgen, Balkan), Sibirien (östlich bis Kamt-schatka bis 70° nördl. Breite, südlich bis Nordchina).
760. Salix gläbra Scop. (= S. phylicifolia Wulf., = S. corüscans Willd., = S. PontederaeBeil., = S. Wulfeniäna Willd.). Kahle Weide. Fig. 463 und 452 n.
Niedriger, 30 bis 160 cm hoher, oft knorrig verzweigter Strauch mit kurzen,dicken Aesten. Zweige hellbraun, die heurigen wie die Knospenschuppen kahl. Laub-blätter gestielt (Stiel bis 1,6 cm lang, kahl), ganz kahl,elliptisch bis verkehrt-eiförmig (Fig. 452 n), seltener lanzettlich,kurz zugespitzt, am Rande scharf gesägt oder kerbig, 3 bis9 cm lang und 1,5 bis 4,5 cm breit, oberseits dunkelgrün,glatt, auf fallend glänzend (Oelglanz), unterseitsmatt, heller, schönhellblau bereift, beim Trocknen schwärzlich werdend. Mittelnervund Seitennerven unterseits deutlich hervortretend. Neben-blätter halbherzförmig, gesägt, doch meist fehlend. Kätzchengleichzeitig mit oder (in tiefern Lagen) etwas vor den Blätternerscheinend (Fig. 463d); die männlichen sitzend, walzlich-eiförmig, 1,6 bis 3 cm lang und 0,6 bis 1,4 cm dick, dicht-blütig, mit dünn grau behaarter Achse, die weiblichen längergestielt, aufrecht oder später etwas hängend, 2 bis 4,5 cmlang und 0,5 bis 1 cm dick, während des Reifens sich be-deutend verlängernd. Tragblätter oval, stumpf, goldgelb odergelbgrün (die der weiblichen Kätzchen fast einfarbig), an der^.pitze rostbraun, grau bebärtet (später verkahlend). Staub-blatter 2, frei, am Grunde behaart, 2 bis 4 mal länger als das Trag-
Fig. 463. Salix glabra Scop. «Zweig-mit weiblichen Kätzchen, b WeiblicheBlüte mit Tragblatt, c AufgesprungeneFruchtkapsel, d Zweig mit männlichenKätzchen. e Männliche Blüte mitTragblatt.