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breit-lineal, gestutzt, ausgerandet oder gespalten, so lang oder länger als der Frucht-knotenstiel. — VI, VII.
Zerstreut an Gletscherbächen, an feuchten Abhängen, auf Moränen der West- undZentralalpen; von ca. 1800 bis 2560 m. Nur auf kalkarmer Unterlage.
S. glauca gehört mit ihren zottigen, silberweissen Blättern zu den interessantesten alpinen Gewächsen,welche ihre Spezies-Bezeichnung mit Unrecht führt. In den Alpen reicht sie östlich bis nach Tirol (Paznaun,Stubai, Langtaufers, Sulden, Buchenstein, Dorferalpe in Prägraten [wohl der östlichste Punkt], Fassa, ValGenova). In den übrigen Gebieten der österreichischen (inkl. Kärnten) sowie in den bayer. Alpen fehlt sievollständig. Früher wurde sie oft mit S. Lapponum verwechselt. Ihre nächsten Verwandten in Europa sindS. Pyrenai'ca Gouan und die arktische S. reptans (Rupr.) Lundstr. In der Kultur gedeiht sie sehr schlecht.S. glauca ist eine echt arktische Weide mit zirkumpolaier Verbreitung, die von den ziemlich zahlreichen Weidender Arktis am weitesten gegen den Pol vordringt. — Aendert etwas ab: var. vulgaris v. Seemen. Laub-blätter dünn bis dicht abstehend, etwas gekräuselt weissgrau-behaart (Häufig). — var. sericea (Vill.) Anderss.Blätter dünn bis dicht anliegend, gerade (schlicht) seidigweissgrau behaart.
Allgemeine Verbreitung: Alpen (Dauphine bis Tirol), nördl. und arkt,Europa (Island, Norwegen, Schweden, Lappland, Kola, Nord-Finnland), nördl. und arkt.Sibirien (auch im Altai, Jablonnoi-Chrebet, Kamtschatka), Labrador, Grönland, Nordwest-küste von Nordamerika.
757. Salix Lapponum 1 ) L. (= S. nitens Gilib., = S. leucophylla Willd., = S. limösaWahlenb., = S. Sudetica Host). Lappländer-Weide.
Niedriger, 3 bis 10 (20) dm hoher, reich- und dickästiger Strauch. Zweige braun,glänzend, kahl; die jungen Triebe weissgrau behaart. Knospenschuppen braun, kahl.Laubblätter gestielt (Stiel anfänglich weissgrau, später verkahlend), länglich-verkehrteiförmig,3 bis 4 mal so lang als breit (bis 9 cm lang und bis 4 cm breit), zugespitzt, ganzrandigoder am Rande schwach wellig-gekerbt, in der Jugend beiderseits dicht weissfilzig behaart,später oberseits verkahlend (oder nur schwach behaart), dunkelgrün, unterseits weissgrau-behaart. Nebenblätter selten vorhanden, sichelförmig. Kätzchen vor dem Aufblühen hell-grau zottig-behaart, vor oder mit den Blättern erscheinend, fast sitzend oder an kurzen,behaarten, beblätterten Seitentrieben endständig, aufrecht oder zuweilen wenig gebogen,oval bis zylindrisch; die weiblichen bis 5,5 cm lang, dichtblütig, die männlichen etwas kürzer.Tragblätter zweifarbig, länglich bis lanzettlich, grünlich bis rotbraun, an der Spitzeschwärzlich, nur am Rande gebartet. Staubblätter 2, frei, kahl, ungefähr 3mal so lang alsdie Tragblätter. Staubbeutel länglich, gelblich, später braun. Drüse fast lineal, gestutzt,etwa 1 j<s so lang als die Tragblätter. Fruchtknoten gestielt (Stiel fast halb so lang alsder Fruchtknoten, weissgrau behaart), aus ovalem Grunde kegelförmig verschmälert, weiss-grau-filzig behaart. Griffel etwa 2 /a so lang als der Fruchtknoten, dünn. Narben lineal,geteilt, aufrecht-gabelig, gelb. Drüse fast bis zur Mitte des Fruchtknotens reichend. —(IV) V bis VII.
Im Gebiet ziemlich selten auf Mooren, schlammigen Wiesen, an sumpfigen Bach-ufern, an quelligen Stellen.
Die typische S. Lapponum fehlt — trotz zahlreicher gegenteiliger Angaben — den bayerischen,österreichischen und schweizerischen Alpen vollständig. Dagegen erscheint sie mehrfach in dem Mittelgebirge(Riesengebirge [bis 1050 m herabsteigend]: am grossen und kleinen Teich, im Riesen- und Eibgrund, Elb- undPantschewiese, Kessel- und Melzergrube, bei der Schlingelbaude) und im mährischen Gesenke : Altvater, Peterstein,Kessel) sowie als Seltenheit in Ostpreussen (Czarny Rock im Kr. Johannisburg, Sensburg: Prawdowen bei Nikolaiken,bei Lötzen, im Widminner Moor bei Orlowen, bei Popelken im Kr. Ragnit, Medzokelmoor im Kr. Heydekrug).
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Auvergne, Alpen, Karpaten (sehr selten),Sudeten, Bulgarien, Gebirge von Britannien, Skandinavien, mittleres und nördliches Russ-land (auch im südöstl. Polen), nördl. Asien (Altai, westl. Sibirien).
') Nach dem Vorkommen im Lappland nach den Bewohnern, den Lappen (Lappönes), benannt.