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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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denen Sphagnum-Arten (S. recurvum, fibrosum, parvifolium, cymbifolium, cuspitadum), von Polytrichum strictum,"Viola palustris, Drosera-Arten, Hydrocotyle, Vaccinium oxycoccus, Andromeda polifolia, Scheuchzeria palustris(Bd. I. pag. 147), Eriophorum vaginatum und polystachyon, Carex dioica und lasiocarpa, Calamagrostis neglecta,Molinia caerulea, Aspidium cristatum etc. Ihre Blätter zeigen eine ziemlich starke Variabilität. Neben Sträuchernmit typischen Blattformen zeigen sich solche mit kleinen, verkehrt-eiförmigen oder äusserst schmalen Blättern,welche wiederum durch zahlreiche Uebergänge verbunden sind. Mit ihren gewöhnlichen Begleitern, der S. aurita undrepens, bildet sie gern Bastarde. Im südlichen Bayern, wo sich in den letzten Jahren die Standorte gemehrt haben,zählt sie wie Carex capitata, microglochin und heleonastes, Juncus stygius, Betula nana, Alsine stricta, Aspidiumcristatum zur nordisch-subalpinen Gruppe, welche Arten nur bis an den Nordfuss der Alpen gelangt sind.

749. Salix cinerea L. (= S. acuminata Mill., = S. cäprea Vill., = S. dumetörum Sut.).Asch-Weide, Grau-Weide, Werft-Weide. Franz.: Säule cendre; ital.: Salice salvatico

oder acuminato. Taf. 80, Fig. 3 und Fig. 452 a, b.

1 V 2 bis 3 (6) m hoher, reichästiger, sparriger Strauch (selten baumartig). Zweigerauh, bräunlich oder grau, bis ins zweite Jahr dicht-kurzflaumig. Knospenschuppen dichtflaumig. Laubblätter gestielt (Stiel bis 1,5 cm lang, kurz graufilzig-behaart, später kahl),verkehrt-eiförmig, 2 1 /a bis 3 mal so lang als breit, über der Mitte am breitesten, 5 bis12 cm lang und 15 bis 45 mm breit, spitz oder kurz zugespitzt (Fig. 452a, b), mit 7 bis15 Seitennerven, in der Jugend beiderseits kurz grau-filzig, später ganz oder nur teilweiseverkahlend, oberseits schmutzig-grün, glanzlos, unterseits grau bis blaugrau. Adernetzengmaschig, unterseits scharf hervortretend. Nebenblätter gewöhnlich stark ausgebildet,halbherz- oder nierenförmig, am Rande gesägt. Kätzchen etwas vor den Blättern erscheinend,vor dem Aufblühen in einen dichten Haarfilz gekleidet, aufrecht, sitzend oder an kurzen,am Grunde mit kleinen lanzettlichen bis ovalen, grau seidig-behaarten Blättern besetztenZweigen endständig. Männliche Kätzchen eiförmig bis zylindrisch, 2 bis 3 (5) cm lang (Taf. 80,Fig. 3 b) und bis 2 cm dick, dichtblütig. Tragblätter länglich, am Grunde verschmälert, zwei-farbig, an der Spitze bräunlich bis schwarz, dünn und lang behaart (Taf. 80, Fig. 3 c).Staubblätter 2, frei (ausnahmsweise ganz oder teilweise verbunden, am Grunde behaart).Weibliche Kätzchen zylindrisch, bis 9 cm lang und bis 1,5 cm dick, dichtblütig. Fruchtknotengestielt (Stiel etwa so lang als das Tragblatt, grau behaart, zuweilen fast kahl), auseiförmigem Grunde kegelförmig (Taf. 80, Fig. 3d), anliegend filzig-behaart (selten bis fastkahl). Griffel kurz. Narben länglich, ungefähr so lang als der Griffel (Taf. 80, Fig. 3e),ausgerandet oder geteilt, aufwärts abstehend. Hintere Drüse ungefähr 1 [z so lang als derFruchtknotenstiel. III, IV.

Ziemlich häufig und verbreitet auf nassen Wiesen, in Mooren, an Gräben, Ufern,an feuchten Waldrändern, in Dünentälern; besonders in wasserreichen Niederungen.Vereinzelt bis in die Voralpen (im Wallis noch bei 2100 m) hinaufsteigend.

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (nordwärts bis zur Südgrenzevon Lappland), Kaukasus, gemässigtes Asien (östlich bis Kamtschatka), Algier.

Ist ziemlich veränderlich: var. spüria Wiram. Laubblätter lanzettlich oder schmal verkehrt-eiförmig-lanzettlich, am obern Ende spitz-dreieckig. var. aquätica (Sm.) Koch. Blätter breit verkehrt-eiförmig bisbreit verkehrt-eiförmig-elliptisch. Ausserdem kommen bei dieser Art häufig abnorme Blüten und Kätzchenvor. Formen mit fast bis ganz kahlen Fruchtknoten werden als var. leiocarpa Gaud. bezeichnet.S. cinerea hat keine grosse technische Bedeutung.

750. Salix cäprea 1 ) L. (= S. hybrida Vill., = S. ulmifölia Thuill.). Sal-Weide,Sool- oder Palm-Weide. Franz.: Säule marceau, Marsault; engl.: Common sallow, Goat

willow; ital.: Salice, Salcio caprino, Gatt. Taf. 80, Fig. 4 und Fig. 452c.

Die Kätzchen von Salix cäprea (aber auch von anderen Arten, z. B. von S. daphnoides, cinerea,viminalis etc.) bilden in den katholischen Ländern Mitteleuropas den Hauptbestandteil desPalms" (Palmbuschen),

') Lat. cäpra = Ziege; die Blätter dienen als Ziegenfutter.

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