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Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (in Skandinavien nördlich bis zum66° nördl. Breite), gemässigtes Sibirien (östlich bis China, Mandschurei und Japan).
Aendert ab: var. di'scolor Koch. Laubblätter unterseits bläulichgrün, grau oder weisslich, zuweilenbehaart. — var. cöncolor Koch (= S. ligustrina Host). Laubblätter unterseits grasgrün. — var. angustif öliaSer. Laubblätter länglich-linealisch bis schmal-lanzettlich, lang-verschmälert, zugespitzt. — var. Villarsiäna(Wimmer). Zweige kurz. Blätter klein, oval bis schmal-elliptisch, dicht und fein gesägt (besonders Alpen). — var.andrögyna (= S. Hoppeäna Willd.) Kätzchen in der obern Hälfte weiblich, unten männlich oder umgekehrt.
739. Salix alba L. (= S. aürea Salisb.). Silber-Weide. Franz.: Säule blanc, argenteou commun; engl.: White willow; ital.: Salice bianco, Salcio da pertiche, Salicastro.
Taf. 79, Fig. 1, Fig. 451 e, 454 und 455.
Diese Weide wird wie S. incana im Aargau (Schweiz) Leder wide genannt, die gestutzten Bäume inMecklenburg Kropp weide oder Kopp wi ed. Von dem althochdeutschen Worte felawa (falw = blond,blassgelb) leitet sich das Geschlecht derFelber (Biberach in Württemberg, Schweiz), sowie verschiedene Flur-und Ortsnamen (u. a. das Dorf Feiben im Kanton Thurgau) ab. Die Ruten dieser Art (inkl. der subsp. vitellina)werden namentlich zum Aufbinden der Reben verwendet. Aus dem Holz werden Stiele für verschiedeneWerkzeuge (besonders Rechen) hergestellt. Das Alter von S. alba wird auf 80 bis 100 Jahre geschätzt.
Strauch oder bis gegen 30 m hoher Baum (Fig. 454, 455), mit vorwiegend längsrissiger, bräunlich-grauer Borke. Zweige hellbraun bis dunkelschmutzigbraun, dotter- oderorange-gelb, (an alten Bäumen) lang hängend und dünn, nicht brüchig. Junge Triebe dünn-bis dicht seidig-behaart. Laubblätter länglich-lanzettlich bis lanzettlich (Fig. 451 e),5 bis 6 mal länger als breit (6 bis 10 [13] cm lang und 1 bis 1,5 [3,5] cm breit),
beiderseits spitz und gleich-massig zugespitzt, am Randefein gesägt, in der Jugendbeiderseits + dicht glänzendseidenhaarig, später ober-seits dunkelgrün (seltenerbeiderseits dicht seiden-haarig oder auch unterseitsfast kahl). Mittel- und Seiten-nerven auf beiden Seiten
deutlich hervortretend.Nebenblätter wenig ent-wickeltoderfehlend, schmal-lanzettlich, spitz, gesägt.Kätzchen mit den Blätternzugleich hervorbrechend,
__________________________________________ schlank, länglich-walzlich,
gestielt. Männliche Kätzchen aufrecht oder leicht bogig-gekrümmt (Taf. 79, Fig. 1), 1,4 bis6,5 cm lang und 1 cm dick, dichtblütig, mit dicht weissgrau behaarter Achse. MännlicheBlüten mit einfarbigen, gelben, häutigen, geäderten, besonders am Grunde stark behaartenTragblättern (Taf. 79, Fig. 1 c), mit einer vordem und einer hintern Honigdrüse undgewöhnlich mit 2 (selten 3) freien Staubblättern. Staubfäden etwa doppelt so lang als dieTragblätter, unten weissgrau behaart. Staubbeutel oval, gelb. Weibliche Kätzchen bis4,5 cm lang und 0,7 cm dick, am Grunde locker blutig (Taf. 79, Fig. 1 a). WeiblicheBlüten mit nur 1 (hinterer) Drüse. Tragblätter vor der Fruchtreife abfallend. Fruchtknotensehr kurz gestielt, kahl, aus ovalem Grunde kegelförmig, stumpf (Taf. 79, Fig. 1 d). Griffelkurz, gewöhnlich geteilt. Narben geteilt oder ausgerandet, etwas abstehend. — (III) IV, V.Sehr häufig an Ufern (besonders von grösseren Flüssen), an Wegen, feuchten Wiesen-rändern, in Weinbergen, auf Dünen (Graue Düne); von der Ebene bis in die Voralpen-
Fig-. 454. Alte Silber-Weide auf der Ufenau im Zürichsee (jetzt verschwunden!).Phot. Gebr. Nipkow, Stäfa-Zürich.