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Chemie
Entstehung
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420 O. Kellner und H. Immendorff : Beziehungen der Chemie zum Ackerbau.

Gehalt an Kohlensäure wesentlich günstigere Lebensbedingungen für dieKulturpflanzen schaffen würde und daß ferner ein erheblich höherer Gehaltder Luft an Stickstoffverbindungen — Ammoniak und Salpetersäure kommenin sehr geringen Mengen darin vor — für den Pflanzen bauenden Landwirt sehrwünschenswert erscheinen müßte. Da es aber im allgemeinen ausgeschlossenist, an der Zusammensetzung der Luft zugunsten der Kulturgewächse etwaszu ändern, sei davon Abstand genommen zu schildern, welches die günstigereund günstigste Zusammensetzung der Luft sein würde. Auf etliche Punktevon Wichtigkeit zurückzukommen, werden die folgenden Abschnitte ausrei-chende Gelegenheit bieten.

Entstehung und

allgemeineEigenschaftendes Bodens.

IL Der Boden. Der Träger der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen undzugleich der Behälter, aus dem sie ihren Bedarf an Wasser und mineralischenNährstoffen schöpfen, ist der Boden. Hervorgegangen aus der Zertrümmerungund Verwitterung fester Gesteine, aber vielfach durch An- und Abschwemmungverändert, verschleppt oder vermischt, einerseits der löslichen Bestandteiledurch Auslaugung mehr oder weniger vollständig beraubt, andererseits durchchemische Umsetzungen zwischen den eigenen Verwitterungsprodukten unddenen aus fremden Gesteinen um neue Verbindungen bereichert, ist der Bodenje nach seiner Entstehung ein sehr wechselndes Gebilde, das in seinem natür-lichen Zustande den Kulturpflanzen bald günstige, bald ungünstige Entwick-lungsbedingungen bietet. Erhöht wird diese Mannigfaltigkeit noch durch diePflanzenwelt, die sich auf ihm ansiedelt und die durch ihre verwesenden Über-reste den Charakter der Unterlage vollständig verändern kann.

Gewaltige Unterschiede treten uns daher entgegen, wenn wir zum Beispieleinen durch bloße Verwitterung aus Urgestein entstandenen Boden mit einemsolchen vergleichen, der zwar gleichen Ursprungs ist, aber durch Abschwemmungseiner feinsten Teile beraubt wurde oder der vielleicht unter dem Einfluß be-sonderer Verhältnisse den Charakter eines Moorbodens angenommen hat.

Bestimmend auf die Benutzbarkeit eines jeden Bodens für Zwecke der

Pflanzcnkultur sind selbstverständlich die geographische und die Höhenlage,

von der ja die Anbaufähigkeit nicht nur einzelner, sondern der Gesamtheit

,-der Kulturpflanzen abhängig ist. Innerhalb klimatisch gleich beschaffener

• Gegenden spielt sodann die Gestaltung der Oberfläche, der Grad der Steilheit,

, die Abdachung nach Süden oder Norden eine Rolle, indem die Besonnung,

, die Versorgung der Pflanzen mit Feuchtigkeit, nicht minder auch die Bearbeit-

barkeit der an Hängen gelegenen Flächen eine große wirtschaftliche Bedeutung

ihaben. Hierzu kommen neben der Mächtigkeit der Bodenschicht noch die

physikalischen und chemischen Eigenschaften des Bodens selbst, von denen

seine Fähigkeit, Pflanzen zu tragen und zu ernähren, abhängt.

physikalische Unter den physikalischen Eigenschaften steht für den Landwirt

defBoden™ obenan das Verhalten des Bodens gegen Wasser. Ohne genügende Feuchtigkeit

wächst nichts, selbst wenn der Boden mit Pflanzennährstoffen aufs reichlichste

ausgestattet und noch so vorzüglich bearbeitet ist. Ein guter Boden soll die