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Grundriß der organischen Chemie
Entstehung
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I

stoffatom kann ersetzt werden durch das gleichfallseinwertige Chlor-, Natrium-, Silberatom, durch daseinwertige Radikal —NH 2 , —ÖH usw.; das zwei-wertige Sauerstoffatom durch das gleichfalls zwei-wertige Schwefelatom oder zwei einwertige usw. usw.

2. Oxydation ist die Entziehung von Wasser-stoff oder Zuführung von Sauerstoff.

3. Reduktion ist umgekehrt: Zuführung vonWasserstoff oder Entziehung von Sauerstoff.

4. Unter Addition kann man mehrere verwandteReaktionen zusammenfassen:

a) die eigentliche Addition von Atomen anein Molekül kann natürlich nur dann erfolgen,wenn dieses Molekül ungesättigt ist, d. h. dop-pelte Bindungen enthält. Denn an ein gesättigtesMolekül kann man nichts mehr anfügen. Dagegen löstman doppelte Bindungen häufig durch Additionnamentlich von Wasser und den Halogenen (Cl, Br, J),z. B. beim Äthylen:

CR,

Br

+ ! =

CH 2 Br

OILBr

CH 2 Br.

b) Viel wichtiger ist die Addition unterSprengung des Moleküls, die Hydrolyse. Sie be-ruht meistens auf einer Einführung von Wasser unterBildung von mindestens zwei neuen Produkten, denhydrolytischen Spaltprodukten . Durch Prozessedieser Art werden kompliziertere Stoffe unter Aufnahmeder Elemente des Wassers in einfachere aufgespalten.Es geschieht dies durch Erhitzen mit Wasser oder ver-dünnten Säuren, resp. Alkalien, die energischer wirken,

wie ein einfaches Atom sich mit anderen Radikalen oder Atomenverbindet. So ist z.B. das Radikal —0 • H, das Hydroxyl,einwertig, indem der zweiwertige Sauerstoff noch eine Valenzfrei hat, so ist ferner —N:H 2 , die sog. Aminogruppe, ein-wertig, dagegen =N-H, die Iminogruppe, natürlich zwei-wertig usw.