VIII
synonymischen und stilistischen Bemerkungen*) fehlen lassen, sowie durchantibarbaristische, bei meinen Vorgängern nur sehr spärlich sich findende Be-merkungen vor schlechtem und fehlerhaftem Latein, besonders solchem, was ammeisten kursiert und wovon selbst die gröfsten neueren Latinisten nicht ganz freisind, teils mittels des betreffenden Zeichens, teils auf andere Weise gewarnt undaufserdem das nur selten oder nur einmal Vorkommende, das Dichterischeund der eigentümliche Sprachgebrauch einzelner Schriftsteller, was meineVorgänger ebenfalls viel zu wenig berücksichtigt haben, mit aller Sorgfalt be-merklich gemacht ist.**) Belegstellen sind, wo es nötig und angemessen schien,ebenfalls weit mehr als namentlich von Ingerslev und Georges, auch unter Hin-zufügung mancher andern Citate beigegeben worden. Manche berichtigende odervervollständigende Bemerkung hatte Hr. Prof. Dr. Klotz die Güte mir mitzuteilen,wofür ich demselben meinen aufrichtigsten Dank ausspreche.
Auf die Grenzen des Sprachgebrauchs ferner und die Verbindungen,in denen ein Wort erscheint, wogegen Schüler am leichtesten und häufigsten zuverstofsen pflegen, habe ich überall hingewiesen und auf leichte, übersichtliche,naturgemäfse Anordnung und Zusammenstellung bin ich vorzüglich bedacht
Da aufserdem der zweckmäfsige und erspriefsliche Gebrauch des deutsch-latei-nischen Wörterbuches aus naheliegenden Gründen besonders auch dadurch bedingtist, dafs es der Schüler in steter Verbindung mit dem lateinisch deutschen benutzt,so habe ich, um denselben dazu noch mehr anzuregen, so oft es thunlich und an-gemessen erschien, auf das lateinisch-deutsche Wörterbuch verwiesen, was bisherauch viel zu wenig oder gar nicht geschehen ist, und eine nicht unwillkommeneBeigabe werden auch hier und da dem Schüler vorkommende geographischeBezeichnungen und Personennamen sein, die ich mit aufgenommen habe.
Und so bleibt mir nur der Wunsch, dafs auch mein deutsch-lateinisches Schul-wörterbuch bei einsichtigen und humanen Beurteilern eine wohlwollende Aufnahmefinden und in den Händen der studierenden Jugend den Nutzen stiften möge, denich durch dasselbe zu erreichen mit allem Fleifse und aller Mühe gestrebt habe.
Leipzig, im Juli 1866.
*) Besondere stilistische Vorbemerkungen, wie Ingerslev, vorauszuschicken, hielt ichschon deshalb nicht für angemessen, weil das deutsch-lateinische Wörterbuch die Principiendes Einzelnen nicht geben kann und es daher ein willkürliches Verfahren ist, einzelnes wennauch noch so Wichtige aus der Stilistik auszuheben, an dessen Stelle sich mit gleichem odernoch gröfserem Rechte anderes ebenso Wichtige oder noch Wichtigere setzen liefse. Dagegenhabe ich nicht nur in der r Erklärung der Zeichen und anderweiten Abkürzungen' (s. unten)auf die allgemeinen Grundsätze und Regeln des lateinischen Stiles und im einzelnen auf dieStilistik hingewiesen, sondern auch einzelnen Artikeln des Wörterbuches mehrfache, auch allge-meinere stilistische Bemerkungen oder Winke beigegeben und auf dieselben an betreffendenStellen zurückverwiesen. Zu wenig Stilistisches bietet meines Erachtens Georges, währendich die synonymischen Bemerkungen zwar umfänglicher und reichhaltiger als Ingerslev gebenzu müssen, aber etwas mehr als Georges beschränken und dabei manches dem eignen Nach-denken des Schülers überlassen zu können glaubte.
**) Vgl. unten die 'Erklärung der Zeichen und anderweiten Abkürzungen'.