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Vorlesungen über chemische Technologie
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Kohlenstoff Verbindungen.

Pulver auf etwa 120 ° und nachherige Trennung in warmen Filter-pressen. Auch kommen mineralische Klärmittel, d. h. poröse Stoffe,die im wesentlichen aus Tonerde bestehen, zur Anwendung, so dievon anderen Betrieben her lange bekannte »Walkererde» und daskürzlich erwähnte, von Amerika aus eingeführte Floridin. DerenWirkung beruht auf der Absorption kohliger und dunkel färbenderBeimengungen; sie wird hier besonders klar.

Man geht von schwarzen Massen aus.

Das dadurch bis zu gelber Farbe gebrachte »Ceresin« wird danngebleicht, indem man auf großer Oberfläche dem Sonnenlichte unddem Tau aussetzt, so daß Ozon wirkt, oder mit anderen Bleichmitteln.

Die Erfahrung, daß der Schmelzpunkt durch Destillation erniedrigtwird, hat natürlich auch zu Versuchen geführt, die Paraffine aus Braun-kohlen, aus Schiefer usw. durch Lösungsmittel zu gewinnen. In derTat kann man durch Benzin und andere Lösungsmittel feste, wachsartigeStoffe ausziehen, deren Schmelzpunkt bei etwa 70 ° liegt.

Der Beweis ist also geliefert, daß solche Stoffe in den Braunkohlenfertig gebildet sind, nicht nur durch trockene Destillation entstehen.

So treten die verschieden aussehenden Rohstoffe einander näher,und man lernt bei der Verarbeitung des einen, was in gewissem Um-fange auch für den anderen paßt.

Anwendung. Hauptsächlich dienen alle diese Kohlenwasser-stoffe, wenn sie hart genug sind, zu Kerzen, und zwar allein oder auchim Gemisch mit Stearinsäure usw., d. h. mit den durch Verseifung derFette gewonnenen Kerzenstoffen.

Die sogenannten Paraffinkerzen sehen also ziemlich verschieden aus,weil die Kohlenwasserstoffe selbst verschieden sind und ferner, weildie Zusätze anderer Art häufig sind. Schon die mittelguten »Paraffin-kerzen« aus hartem Kohlenwasserstoff, also vom Schmelzpunkt 56°und Erstarrungspunkt 54 °, haben höhere Leuchtkraft als Stearinsäurekerzen.

Der Qualität nach steht das Paraffin somit hoch in der Reihe derKerzenstoffe. Der Menge nach spielt es im Verkehr keine solche Rollewie die Stearinsäure, und meistens hat man mit Vermischungen derbeiden Leuchtstoffe zu rechnen.

Während also die harten Paraffine als diejenigen gelten, die alsLeuchtstoffe benutzt werden, dienen die weicheren zum »Paraffinieren«der Zündhölzer, also um die Flamme des Zündkopfes auf das Holzzu übertragen, wie es sonst der Schwefel tut. Außerdem haben sieähnliche Verwendungen wie die weichen Fette, und zwar besondersdann, wenn chemische Passivität dabei wünschenswert ist, welche dieFette nicht besitzen.