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Vorlesungen über chemische Technologie
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Kohlenstoffverbindungen.

Das Benzin ist ein außerordentlich schlechter Leiter für Elektri-zität. Wenn daher wollene Stoffe darin heftig bewegt werden, ent-stehen elektrische Spannungen, die keine Ableitung finden und unterUmständen so stark werden, daß sich Funken bilden, die das leichtFeuer fangende Benzin entzünden.

Die dann eintretende Wirkung ist eine sehr üble. Die Flammenschlagen den Arbeitern ins Gesicht; auch entstehen leicht Explosionen,weil Gemenge von Benzindampf und Luft in den Räumen vorhanden sind.

Nachdem dies richtig erkannt ist, liegen die Mittel der Abhilfenahe. Man muß das Benzin bei dieser Benutzung leitend machen undfindet leicht einen Zusatz, der für die Art der Verwendung, d. h. fürReinigungszwecke paßt. Jede Seife entspricht dieser Anforderung.

Namentlich Ölsäure Magnesia hat sich für den Zweck passendgezeigt, und zwar genügen Bruchteile von Prozenten, um die Leit-fähigkeit zu geben.

Die Benutzung von Benzin für Reinigungszwecke, die sich nichtnur auf Kleiderstoffe, sondern auf Leder (Handschuhe), Papier (Doku-mente) usw. erstreckt, hat einen großen Umfang gewonnen. Es gibtAnstalten, die jährlich 100 000 Liter Benzin und mehr verbrauchen.

Dabei sind natürlich Gefahren in erheblichem Maße vorhandenund durch Vorsichtsmaßregeln zu umgehen.

Ebenso bemerkenswert ist der Verbrauch des Benzins für Auto-mobile und Motoren verschiedener Art. Dabei findet der ebenerwähnteUmstand, daß Benzindämpfe mit Luft ein explosives Gemenge bilden,weitgehende Benutzung.

Also, was in dem ersten Zusammenhange eine Gefahr bedeutete,die durch besondere Maßnahmen zu umgehen war, wird in anderem,und zwar nicht weniger großem Zusammenhange nutzbringend verwendet.

Dazu dienen sehr verschiedene Apparate und Einrichtungen. DasWesentliche aber ist folgendes.

Wenn die Explosion in einem Zylinder, der einerseits ganz,andererseits durch einen beweglichen Kolben verschlossen ist, stattfindet,erhält der Kolben eine lebhafte Bewegung (vgl. Fig. 104). Er geht wiederzurück, wenn die bei der Explosion entstandenen, 600 bis 800 ° heißenGase durch ein Ventil entweichen können und der verbleibende Inhaltdes Zylinders sich abkühlt. Dabei preßt er das neu eintretende Gemischzusammen. Das Hin- und Hergehen des Kolbens liefert die bewegendeKraft, welche in allen derartigen Motoren benutzt wird.

Es handelt sich nur darum, die Zuführung des explosiven Ge-menges und dessen Zündung recht häufig zu wiederholen; dann istdie Benutzung lohnend.