Mineralische Farbstoffe.
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Mineralische Farbstoffe
können in der schon mehrfach erwähnten Weise benutzt werden, in-dem sie von einer schmelzenden Masse — von Glas oder Glasur —aufgenommen werden; auch indem sie selbst schmelzen.
Wenn dabei ein Bindemittel angewendet wird, der Farbstoff z. B.mit einem ätherischen Ol angerieben wird, damit man ihn mit demPinsel auftragen kann, so muß dieses Bindemittel bei der Fixierung,also beim Einbrennen oder Aufbrennen, völlig verschwinden.
Nicht weniger wichtig und verbreitet ist die Verwendung solcherFarben mit Hilfe von Bindemitteln, welche nicht zerstört werden, aberdoch gewisse Veränderungen erfahren, indem sie die Vermittelungzwischen Farbe und Unterlage übernehmen. Das ist die Verwendungvon Farben für künstlerische Zwecke in der Öl- und Wassermalerei,sowie zum Anstreichen von Holz, Eisen, Stein usw. Dabei ist dasBindemittel entweder ein trocknendes Öl oder Wasser mit einem Kleb-stoff, wie Gummi und Leim; in einzelnen Fällen auch Wasserglaslösung,wie schon erwähnt.
Von den so zu benutzenden Farbstoffen sind ganz allgemein ge-wisse Eigenschaften zu verlangen. Die erste und wichtigste darunterist die Deckkraft. Ein guter Farbstoff muß, in geringer Menge auf-getragen, eine aus Leinwand, Holz usw. bestehende Fläche so bedecken,daß eine gleichmäßige Färbung entsteht, und daran darf sich, währenddas Bindemittel trocken wird, nichts Wesentliches ändern.
Diese Eigenschaft hängt mit dem Aggregatzustande zusammenund kommt durchaus nicht allen Stoffen, z. B. nicht allen weißenSubstanzen zu. Im allgemeinen decken kristallinische Verbindungennicht, sondern amorphe, also diejenigen, welche keine Neigung haben,ihre eigene Form anzunehmen, vielmehr sich jeder Unterlage an-schmiegen, wie der plastische Ton es tut.
Die zweite nicht weniger wichtige Eigenschaft solcher Farbstoffeist die Widerstandsfähigkeit gegen Licht, gegen Atmosphärilienund andere unvermeidliche Einflüsse. Dieser Eigenschaft verdankt manes, daß die Bilder von Raffael und anderen Meistern des 16. Jahr-hunderts heute noch den Eindruck machen wie damals, daß sogarBildnisse und Wandmalereien des Altertums uns unverändert überliefertsind, daß man aus dem Trümmerhaufen des durch die Asche desVesuvs zerstörten Pompeji Malereien ans Licht fördern konnte, welcheSitten und Gebräuche der damaligen Zeit schildern. Es sind solcheWandmalereien, welche uns berichten, wie damals Münzen geprägt