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Vorlesungen über chemische Technologie
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Kieselsäure und Silikate.

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Alles dies drängt auf Verbesserungen hin. Es handelt sich darum,Glasuren anzuwenden, die erheblich leichter schmelzen als Porzellan-glasur, die aber kein Blei enthalten und chemisch so beständig sind,daß sie in Apotheken, in Fabriken, im Hausgebrauch bei niederer undhöherer Temperatur unverändert bleiben.

Dafür gibt es ein wesentliches, mehr und mehr in Aufnahmekommendes Mittel, nämlich die Anwendung von Borsäure neben derKieselsäure, z. B. in Form von Calciumborat.

Natürlich muß neben der Beständigkeit ein gutes Aussehen, dersogenannte Schmelz der Glasur erzielt werden; insofern sind die Blei-glasuren nicht ganz leicht zu verdrängen. Es gelingt aber schon beiAnwendung von Borsäure innerhalb folgender Grenzen:

SiO a (Kieselsäure) 100 Teile bis zu 100 Teile

K 2 0 (Kaliumoxyd) 4 1 7,5

CaO(Calciumoxyd) 16 1 32 Teile 17,5

A1 3 0 3 (Tonerde) 12 J 12,5

B 2 O a (Borsäure) 20 12,5

37,5 Teile.

Man sieht also, daß man durch eine gewisse Erhöhung des Alkali-gehalts ebenfalls wirken kann. Im ganzen bedarf diese, sehr großerAnwendung fähige Sache noch der eingehenderen Bearbeitung.

Zu den Anwendungen solcher Glasuren gehört auch die Her-stellung von Druckkesseln, sogenannten Autoklaven, welche als »email-lierte« bezeichnet werden. Eiserne Druckkessel für die Farbenindustrie,in denen mit Salzsäure, Schwefelsäure usw. gearbeitet wird, sind imInnern mit Glasur überzogen. Dazu wird die Metallfläche mit einerGrundglasur, die aus Borax, Feldspat, Sand, Ton und Magnesia besteht,überschmolzen. Auf dieser ersten Schicht wird dann eine zweite Glasur,die keine Tonerde, aber Zinnoxyd und Calciumphosphat enthält, auf-geschmolzen.

Bei beiden ist erforderlich, was zu Anfang erwähnt wurde, näm-lich die Anpassung bezüglich der Ausdehnung in der Hitze und Zu-sammenziehung in der Kälte. Denn sobald Risse entstehen, hat dasGanze keinen Wert. Die zweite muß außerdem chemisch widerstands-fähig sein, damit man mit Chloriden, die sich in der Hitze spalten,mit Sulfosäuren, mit kaustischen Alkalien usw. arbeiten kann, wie esdie heutige Technik verlangt.

Damit schließt die Beschreibung der Silikate.