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Vorlesungen über chemische Technologie
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Glasur der Tonwaren.

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anderes. Dasselbe geschieht, wenn man gewöhnliche, aus geringemTon geformte Töpferwaren mit irgendeiner farbigen Glasur bedeckt.

Überhaupt sind dadurch zwei Mittel an die Hand gegeben, welchezu einer Wirkung zu vereinigen sind, nämlich erstens die Plastizitätdes gewöhnlich gelben oder braunen Tons, welche es leicht möglichmacht, naturfarbige Form herzustellen und ferner Belebung und Ver-zierung dieser Form durch Glasuren.

Diese Mittel sind vom Kunsthandwerk und von Künstlern vonjeher benutzt. Für das erste geben Beispiele: alte Perlen und Zierrataus glasiertem Ton, neue Perlen mit Schmelz und Tonplatten mitMuster jeder Art. Höher stehende Kunstarbeiten sind zuerst für denKultus in gleicher Weise hergestellt worden: Götterbilder und sym-bolische Figuren, namentlich ägyptischen Ursprungs, mit feiner, aberaußerordentlich widerstandsfähiger Glasur, die zum Teil Jahrtausendea t sind. Man erkennt an jeder kleinen Verletzung den plastischenTon von brauner Erdfarbe, der die Hauptmasse bildet, und es istestgestellt, daß die feine, harte Glasur aus Kieselsäure, Alkali undeinem Oxyd der schweren Metalle (oder mehreren solchen Oxyden)besteht.

Bei diesen alten Arbeiten spielt die Handgeschicklichkeit einegroße Rolle. Man nimmt an, daß die feine Schicht der Glasur mitem Pinsel aufgetragen ist, nachdem man sie mit einem Firnis ausWachs und Mastix zubereitet hatte.

In der gleichen Weise erklären sich viele künstlerisch hochstehende

eiten au ^ Ton, insbesondere die Glasuren auf Majolika und

ayencearbeiten des Mittelalters. Diese sollen ihre Bezeichnung dem

Umstände verdanken, daß sie zuerst auf der Insel Majorka und in der

adt Faenza in Oberitalien hergestellt wurden — mit einer gewissen

Kunstfertigkeit, die Aufsehen erregte.

Sie sind die Typen von Arbeiten auf Ton, die in der ganzen

Welt verbreitet sind und zum Teil sehr geschätzt werden. Das Wesen

er Sache ist das gleiche; man erkennt auf der Rückseite oder auf

dem Bruch den unschönen Ton, dessen Plastizität dem Künstler ge-

'ent hat. Darauf sind weiße und farbige Glasuren angebracht, ziemlich

mangelhaft als solche, aber mit guter Gesamtwirkung.

Auch ist der gewöhnliche Ton mit einer weißen oder schwachgefärbten Glasurschicht überzogen und dann bemalt, so daß man erstglaubt, Porzellanmalerei vor sich zu haben. Diese Glasuren auf einemschneller erweichenden, nicht feuerfesten Ton sind aber meistens leichtschmelzende und weniger widerstandsfähige als die Feldspatglasur, fürwelche als Normalbestandteile gelten: