Druckschrift 
Vorlesungen über chemische Technologie
Entstehung
Seite
431
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Tonwaren.

431

Stellt man aber Glasuren her, die bei niedriger Temperatur fertigschmelzen und durchsichtige Gläser bilden, so lassen sich wieder mehrUnterglasurfarben anwenden, wie es z. B. bei dem Weichporzellangeschieht.

Dadurch kommt im ganzen eine große Mannigfaltigkeit der Ton-waren zustande. Um diese kurz zu charakterisieren, ist es am bestenzu sagen: Das Porzellan, wie es besprochen wurde, ist eine Tonware,bei welcher Masse und Glasur gleiche Bedeutung haben. Daranschließen sich naturgemäß zwei große Gruppen von Erzeugnissen, dieim wesentlichen dieselbe Art von Rohstoffen zur Grundlage habenund in ähnlicher Weise entstehen, an, nämlich:

1. Tonwaren, die gar keine Glasur haben, oder bei denen dieGlasur Nebensache ist: Ziegel, Tonröhren usw., die im Großbetriebeunter Benutzung von Maschinen für den allgemeinen Gebrauch her-gestellt werden;

2. Tonwaren, bei denen die Glasur und überhaupt Verzierungdie Hauptrolle spielen: porzellanartige Produkte, Fayence, Majolika usw.

Zu der ersten Gruppe gehören naturgemäß diejenigen Tonwaren,die man zuerst und mit den einfachsten Mitteln hergestellt hat. Denndie Anwendung von Glasuren setzt schon die Kenntnis von Tonwarenüberhaupt voraus.

Die ältesten Baudenkmäler, von denen man nachweisen kann, daßsie aus Ziegeln gemacht wurden, sind in Ägypten aufgefunden. Nament-lich ist dies der Belustempel, dessen Altar auf 12 000 Jahre geschätztwird. Die bekannten Pyramiden, z. B. diejenige des Cheops, bestehenaus natürlichen Steinen von bedeutender Größe. An der Pyramidedes Asydiis aber befindet sich eine Steintafel mit der Inschrift: »Haltenicht gering im Vergleich mit den steinernen Pyramiden; denn■ rage vor ihnen hervor wie Zeus vor den Göttern. Mit der Stangehäncr k 6 stecner| d> sammelten sie, was von Schlamm an der StangeWeise« C ' stricnen Ziegel daraus und erbauten mich auf solche

Man sieht also h rMan beo-nü ■ man scnon damals passenden Ton auswählte.

Nilschlamm h nicnt ' wie gewöhnlich angenommen wird, mit demeioriPton t ' y n verscna ffte sich in ziemlich mühsamer Weise ge-

eigneten Ton aus Landseen.

h P m„„ Q j W o- n 1C e z 'egel ist eine poröse Tonware, die bis zum

beginnenden Smtern gebrannt ist und keine Glasur hat. Der dazu be-

mzte lon we.cht von dem reinen Aluminiumsilikat so weit ab, daß

letzteres ,n gunst.gen Fällen 75 <>/„, meist aber noch weniger ausmacht.