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Kieselsäure und Silikate.
Das Aufbringen der Glasur wird nun gerade dadurch, daß dieverglühten Geschirre sehr porös sind und Wasser einsaugen, erleichtert.Bringt man die in Wasser auf geschlämmte Glasur auf, so wird dasWasser eingesaugt und bleibt eine Glasurschicht haften, die man mitdem Messer oder Nagel ritzen kann.
Um das Geschirr mit Glasur zu versehen, führt man gewöhnlichin die aufgeschlämmte Glasur mit raschem Griffe ein; dann bleibennatürlich die Stellen unglasiert, wo man angefaßt hat. Man faßt des-halb einen Teller von der Rückseite, eine Kanne vom Boden usw. Inschwierigeren Fällen, bei sehr feinen und zerbrechlichen Gegenständenkann man auch mit Glasur begießen oder bestäuben.
Die mit Glasur versehenen Gegenstände kommen dann wieder inihre Kapseln und mit diesen in strengeres Feuer, etwa 1450°. DieGlasurmasse bildet dann, indem sie schmilzt, eine glatte Schicht aufder Oberfläche.
Für beide Arten des Feuers diente früher ganz allgemein eineOfeneinrichtung, welche als richtiger Vorläufer der Gasfeuerung anzu-sehen ist und erkennen läßt, wie man auch ohne die neueren Mittelso hohe Temperaturen, wie hier erforderlich sind, herstellen und langeerhalten konnte und kann.
Solche ältere Ofeneinrichtung ist auch jetzt noch für kleinere Be-triebe, für Darstellung gewisser Glasuren usw. gebräuchlich. Sie be-steht aus mehreren übereinander angeordneten Abteilungen und hatdie Eigentümlichkeit, daß die Feuerungen in bestimmter Weise umdie unterste Abteilung geordnet sind. Da nun die Luft nur durchdiese Feuerungen zutritt, also vorgewärmt wird, so stellt sich tatsächlichin dem unteren Räume eine Gasfeuerung her, weil dort heißes Kohlen-oxyd mit heißer Luft zusammentrifft und verbrennt. Der unterste Raumist der »Scharffeuerraum«; darüber liegt die Verglühkammer. Weiteroben befindet sich eine große Haube, in der schon starke Abnahmeder Temperatur zu konstatieren ist; sie dient zum Brennen und Aus-glühen der Kapseln.
An diesen Vorläufer schließt sich nun die richtige Gasfeuerungin Form der neueren Porzellanöfen an. Als wesentliche Teile einersolchen Feuerung wurden Gasgeneratoren und Wärmespeicher bezeichnet.
Es ergibt sich nun eine besondere Art der Ersparnis, insofern mannicht nötig hat, Wärmespeicher eigens herzustellen; sie sind vielmehrin diesem Zusammenhange von selbst gegeben, wenn man bedenkt,daß große Massen von Kapseln mit den darin befindlichen Geschirrenauf 1000 und 1450° erhitzt werden, und daß man diese Massen nachherabkühlen muß.