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Kieselsäure und Silikate.
Dies wird verwickelter, wenn die Feldspate weniger einfach zu-sammengesetzt sind, bedeutet aber immer eine Spaltung.
Es bestätigt die allgemeine Regel, daß Doppelsilikate, welcheAlkalien enthalten, viel veränderlicher sind als alkalifreie. Da nun durchden Vorgang von neuem ein leicht veränderliches Alkalisilikat, ein»Wasserglas« gebildet wird, so kann eine weitere Spaltung hinzukommen.
Im ganzen entsteht also das Aluminiumsilikat unter wechselndenBedingungen, erstens weil Feldspat verschieden ist und häufig Bei-mengungen hat, welche sich wieder dem Aluminiumsilikat beimischen,wenn auch Wasserglas als solches in Lösung entführt wird; zweitensweil Wasserglas weiter an Ort und Stelle zerfallen kann, sodaß einneues unlösliches Produkt entsteht:
2 Si0 3 HK = Si0 2 + H 2 0 + SiO a K 2 .
Dann wird die Menge der freien Kieselsäure größer, als die ausder ersten Gleichung schon abzuleitende ist. Andererseits kann dieKieselsäure völlig entfernt werden, wenn sämtliche Produkte der Ver-witterung durch Wasser fortgeschwemmt werden und sich an andererStelle wieder absetzen. Denn in diesem häufig eintretenden Fallesondert sich alles nach dem spezifischen Gewicht. Die Kieselsäureund auch vieles andere wird vorher abgesetzt; nachher folgt dasAluminiumsilikat, weil es leicht ist.
Daraus folgt, daß sich die reinsten Tonarten auf sekundärer Lager-stätte finden, und daß im ganzen kein Ton dem anderen völlig gleichist. Man sieht sogar voraus, daß bei den unreineren, gefärbten Artenvon Ton sehr große Unterschiede vorhanden sind. Dies erklärt sichaus der Art und Weise ihrer Entstehung
Danach ist zu sagen: Kaolin ist das reinste natürlich vorkommendeAluminiumsilikat, aber auch dieses enthält meistens Nebenbestandteile.Die Unterscheidung von der großen Zahl anderer, später zu be-sprechender, für die Praxis sehr wichtiger Tonarten liegt zunächst darin,daß der Kaolin weiß ist oder sich weiß brennt, wenigstens beim Glühenkeine braune oder sonstige Färbung annimmt.
Fundorte solcher Kaoline, d. h. von Aluminiumsilikat, welchesaußerdem Gesteinsrückstände enthält, aber nach zweckmäßiger Reinigungweiß ist und weiß bleibt, sind z. B.:
1. deutsche: Morl, Sennewitz und Trotha bei Halle. Diese liefern denRohstoff für die Berliner Porzellanmanufaktur. Löthain Seilitzund andere Orte bei Meißen; dort entnimmt die Meißener Fabrikihren Bedarf. Beide sind durch Verwitterung von Porphyrentstanden und sich im ganzen sehr ähnlich;