Kieselsäure und Silikate.
401
Wärme erfahren und welche man nach Art des Überfangglases ver-einigt hat, sodaß die Röhren usw. aus zwei Schichten bestehen.
Dieses Glas kann z. B. auf Temperaturen von mehr als 200° er-hitzt werden und sofort in kaltes Wasser fallen, ohne zu springen.Das ist praktisch von Bedeutung, weil z. B. Wasserstandsgläser aufLokomotiven, die recht heiß werden, dadurch springen, daß Schneeoder Eis von außen darauf fällt und bei »Verbundglas« solche Übelvermieden werden. Es eignet sich auch für Lampenzylinder undchemische Apparate.
Viel wichtiger aber ist, im allgemeinen festzuhalten, daß das Glaskein chemisches Individuum ist und schon deshalb keine ganz be-stimmten Eigenschaften hat.
Die letzteren hängen, wie in der Einleitung gezeigt, von der Zu-sammensetzung und von physikalischen Verhältnissen ab. Man hatalso in dem Glase einen Stoff unter Händen, an dem sich noch manchesändern und verbessern läßt, wenn die Vorgänge, die zu dieser oderjener Eigenschaft führen, richtig erkannt und dann beeinflußt werden.
Es ist nun zweckmäßig, an die allgemeine Einteilung der Silikatezu erinnern. Dabei wurden als erste Klasse diejenigen der Alkalien,das Wasserglas aufgeführt. Auch in der zweiten Klasse spielen dieAlkalien noch eine wichtige Rolle. Das »Glas« enthält regelmäßig Alkali.
Allerdings wurde ein Bleisilikat, welches ungefähr der FormelPbSiO a entspricht, mit angeführt und erwähnt, daß Thallium die Al-kalien vertreten kann. Aber diese Ausnahmen bestätigen nur die Regeldes Alkaligehalts.
wie nun viele Vorzüge des Glases, namentlich die Schmelzbar-
keit, damit
zusammenhängen, so ist andererseits das Glas der Ein-
wirkung von Wasser in der früher erörterten Weise zugänglich, ebenweil es Alkalien enthält.
1W vi ^ tändi gkeit gegen Wasser wird bei den nun folgendenSilik t ^H" aten so g r °ß» daß sie unter allen Umständen genügt.
Silikat S allein haben schon diese Eigenschaft; dazu kommen
wickelt ^ alciu m und Aluminium. Die einfacher und die ver-
die h er . ZUSammen g ese tzten spielen ihre Rolle in der dritten Gruppe,der allgemeinen Einteilung angeführt wurde, bei
Mörtel und Zement.
Der gewöhnliche Luftmörtel, der ganz allgemein mit dem Erfolgeverwendet wird, daß er erhärtet und die Bausteine miteinander festWichelhaus, Chemische Technologie. III. Aufl. 26