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Vorlesungen über chemische Technologie
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Kieselsäure und Silikate.

Töne der Farben mit denjenigen berühmter Antiken, z. B. der inPompeji gefundenen und vielfach nachgebildeten, so erkennt man schondie großen Fortschritte, die auf diesem Gebiet gemacht wurden.

Seitdem ist diese Technik auch von deutschen Firmen, z. B.Puhl & Wagner, aufgenommen worden, so daß alles im Landehergestellt werden kann.

II. Nicht weniger verbreitet ist die Benutzung durchsichtiger, ge-färbter Gläser, ihre Zusammenstellung zu Mustern usw.

Wie durch die Teerfarben alles Erforderliche zum Färben der Ge-webe geliefert wird, so sind auch die anorganischen Farben so gutwie vollständig.

Diese Farben finden eine große Anwendung bei dem Porzellan,bei der Majolika usw. Es tritt zunächst hier in die Erscheinung, mitdem besonderen Umstände, daß die Farben beständig sind bei derTemperatur des schmelzenden Glases, oder geradezu darin entstehen.

III. Zwischen den undurchsichtigen »Pasten« und den durch-sichtigen Gläsern stehen matte, durchscheinende Erzeugnisse, als derenBeispiel »Milchglas« angeführt wurde. Sie finden zurzeit große An-wendung für elektrische Beleuchtung, weil diese sonst zu scharfe,häßliche Schatten wirft, und weil sie blendet. Der Prozentsatz desLichtes, der durch mattes Glas verloren geht, beträgt aber bei Milchglas,d. h. Calciumphosphatglas, 30 °/o und kann bei unpassenden Arten nochviel mehr betragen.

Deshalb fertigt man für diesen Zweck besondere, durchscheinendeGläser, welche ihren Zweck erfüllen, indem sie viel weniger Lichtfortnehmen. Dazu genügt in vielen Fällen, daß man sie oberflächlichmatt macht in der gleich näher zu beschreibenden Weise, d. h. mitdem Sandstrahlgebläse oder mit Flußsäure. (S. 394.)

Opalisierende Wirkung wird hervorgebracht, indem man dem Glas-satz Zusätze von Flußspat, Bariumkarbonat und Feldspat gibt.

Sogenanntes Alabasterglas ist das meistens für die Glocken elektri-scher Bogenlampen benutzte. Seine Herstellung beruht darauf, daßman Kaliumcalciumsilikat schmilzt, ausschöpft und in Wasser abschreckt.So erhält man eine undurchsichtige, leicht zerbröckelnde Masse, diezermahlen wird.

Diese wird kalt eingetragen, wenn ein neuer Posten Glas ein-geschmolzen ist. Dadurch tritt Abkühlung ein und verteilen sich dieundurchsichtigen Teilchen in der geschmolzenen Masse, die man beimöglichst niedriger Temperatur verarbeitet.

Der Zustand dieses Glases könnte als ein unvollkommener, alsein fehlerhafter bezeichnet werden; denn man braucht nur länger und