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Vorlesungen über chemische Technologie
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Kieselsäure und Silikate.

mittel — Chrom usw. — anwenden, welche den natürlichen, imwesentlichen aus Tonerde bestehenden Rubin gefärbt haben.

Das ist Synthese und der synthetische Rubin ist von dem natürlichenso wenig zu unterscheiden, wie künstliches Alizarin von natürlichem.Der synthetische Rubin zeigt z. B. das für den natürlichen charakte-ristische Verhalten beim Glühen. Er verliert die Farbe und nimmt siewieder an. Er hat die gleiche Härte, den Dichroismus und alle Eigen-schaften des natürlichen Steines, behält auch die scharfen Linien seinesSchliffes.

Solche Synthesen lassen sich durchführen, wenn es sich um Ton-erde als Grundlage der Edelsteine handelt, also bei Rubin unter Zu-fügung ganz geringer Mengen von Chromoxyd. Natürlich erfordertdie Sache immer viele Besonderheiten.

Wenn man einfach Tonerde mit Chromoxyd schmilzt, entstehenkleinkristallinische, undurchsichtige Gebilde. Um einen synthetischenRubin, d. h. ein durchsichtiges, schönes Präparat zu erhalten, muß manin stark oxydierender Flamme arbeiten und außerdem langsam denSchmelzkörper entstehen lassen.

Es wird also sogenanntes Rubinpulver, d. h. Tonerde mit Chrom-oxyd, allmählich auf einen Magnesiastab aufgestreut, während von beidenSeiten Knallgasflamme mit viel Sauerstoff mitwirkt, und so gearbeitet,daß ein langsames Wachsen des Schmelzkörpers eintritt.

Ob es gelingen wird, die zum Schmelzen von Kohlenstoff nötigeTemperatur zu erreichen und Diamanten herzustellen, ist zweifelhaft,weil der Kohlenstoff überhaupt nicht gern in den flüssigen Aggregat-zustand übergeht.

Jedenfalls ist dieses Beispiel geeignet, den Unterschied zwischenminderwertiger Nachahmung und richtiger Synthese klarzumachen.Obwohl nun dadurch die Nachahmung der Edelsteine durch Glas alsetwas Wertloses gekennzeichnet ist, eröffnet sich im ganzen durch dieabsichtliche und bestimmte Färbung des Glases ein großes und nochsehr dankbares Feld der Tätigkeit.

Farbiges Glas ist für das Kunstgewerbe sehr wesentlich, und zwarist die jetzige umfangreiche Benutzung des farbigen Glases eine»renaissance«, bei welcher man sich auf vortreffliche Vorbilder ausdem Altertum und dem Mittelalter stützen kann, aber viel bessereMittel als damals zur Verfügung hat.

Dabei kann jedes farblose Glas als Masse dienen; doch bedientman sich meistens des leicht schmelzenden Bleiglases.

Die Farbe wird gegeben durch geringe Mengen von1. Metalloxyden,