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Vorlesungen über chemische Technologie
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Silizium.

Von den letzteren ist zuerst wieder das Karbid zu nennen, weil

seine Darstellung über das Element hinführt. Wenn das gleich näher

zu besprechende Siliziumdioxyd, d. h. Sand, mit Kohle in elektrischen

Ofen hoch erhitzt wird, bildet sich zuerst Silizium nach der Gleichung:

Si0 2 + 2C = Si + 2 CO

Siliziumdioxyd Kohlenstoff Silizium Kohlenoxyd.

Dann folgt, sofern Kohlenstoff im Überschuß vorhanden ist, dieBildung von Karbid, SiC, und zwar so, daß eine äußere, lockere Masseden inneren, kristallinischen Kern umgibt.

Wird diese noch höher erhitzt, so verflüchtigt sich Silizium, undGraphit bleibt zurück. Hier ist also die Umwandlung des Kohlenstoffs,der in Form von Steinkohle, Anthracit usw. verwendet wurde, klar.

Das kristallinischeSiliziumkarbid ist unter dem Namen »Karborundum«berühmt geworden, weil es eine diamantartige Härte besitzt. Wenndie Härte des Diamants = 10 ist, fällt Karborundum meistens mit9,6 aus. Dies erscheint wunderbar, wenn man sieht, daß die Kristallemit der Hand abzubröckeln sind.

Die Kristalle werden für den Gebrauch zerkleinert; dann ver-bindet man mit tonigen oder anderen Bindemitteln, denen man auchwohl ein verbrennliches Bindemittel, z. B. Steinkohlenteerpech, zusetztund glüht in elektrischen Öfen, so daß wieder harte Massen entstehen.

Mit dem Karborundpulver kann man sogar Diamant polieren. Dieaus den harten Massen gefertigten Feilen dienen besonders zum Polierenund Nacharbeiten von Eisen und Stahl. Sie schneiden Glas mit Leichtig-keit wie Diamant.

Danach folgen die Verbindungen des Siliziums mit Sauerstoff, d. h.

Kieselsäure und Silikate.

Eigenschaften der Kieselsäure. Siliziumdioxyd, Si0 2 , dasKieselsäureanhydrid, bildet einen Hauptbestandteil unserer Erdrinde undtritt in verschiedenen Formen auf. Es ist eine weiße, amorphe odereine in Formen des hexagonalen Systems kristallisierende Verbindungvon großer Beständigkeit. Die kristallisierte hat ein bedeutendes Licht-brechungsvermögen. Sie schmilzt erst im Knallgasgebläse zu einemdurchsichtigen Glase ohne Veränderung und wird von den Atmo-sphärilien nicht angegriffen. Das Anhydrid löst sich nicht in Wasseroder anderen neutralen Lösungsmitteln.

Von den Säuren wirkt nur Fluorwasserstoff ein:

SiO ä +

Kieselsäureanhydrid

4HF1

Fluorwasserstoff

SiFl 4

Siliziumfluorid

H 2 0

Wasser.