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Vorlesungen über chemische Technologie
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E isenvitriol.

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trägt eine Feder von 2 g Gewicht ihr Hundertfaches und kehrt nach-her in ihre dadurch stark veränderte Lage zurück; sie erfährt keinedauernde Formveränderung.

Dies Verhältnis ist bei feinen Uhrfedern noch größer. Federnvon 0,02 g tragen leicht 5 g, also ihr 250faches Gewicht, und aufdieser Elastizität beruht ihre Verwendung für den gleichmäßigen Gangder Uhren.

Wenn man nun den Wert vergleicht, so ist eine solche Federmit dem gleichen Gewicht Goldes nicht zu bezahlen. Deren Wertgeht bis zum Sechsfachen des Goldes. 100 kg Stahl in Form derfeinsten Uhrfedern kosten bis zu 1700 000 Mk., während, wie obenerwähnt, 100 kg Roheisen etwa 5 Mk. kosten.

Da diese Wertsteigerung, von Roheisen abgeleitet, nicht durchbesonders wertvolle Zusätze, sondern durch die geschilderte Arbeitbewirkt ist, so kann man sagen: das Eisen ist nicht nur das nützlichstealler Metalle, sondern auch dasjenige, bei welchem die Veredelungdurch die Arbeit am meisten ausmacht.

Diese Arbeit bleibt aber ihrem Wesen nach weiter aufzuklären.Daß z. B. der Vorgang des Härtens nicht rein physikalisch ist, wissenwir, aber die chemische Veränderung der Substanz bleibt noch genauerzu bestimmen.

Was die Eisenpräparate betrifft, so ist das in der Technik am meistengebrauchte Salz das »Ferrosulfat«, FeS0 4 , gewöhnlich Eisenvitriolgenannt. Er kristallisiert in großen, grünlichen, monoklinen Prismen:FeS0 4 + 7 H 2 0.

In trockener Luft verwittern die Kristalle etwas; in feuchter Luftaber tritt Oxydation ein, und die Kristalle bedecken sich mit einerbraunen Schicht von basischem Ferrisulfat. Bei 100° werden sechsMoleküle Kristallwasser abgegeben; das letzte erst bei 300°.

Beide erwähnten Sulfate geben mit Gerbsäure und Gallussäuretiefschwarze Färbungen bzw. Niederschläge, worauf die Verwendungin der Färberei beruht.

Die Darstellung kann in einfachster Weise erfolgen, indem manEisen in verdünnter Schwefelsäure auflöst und nachher durch Kristallisationreinigt. Die Bildung von Eisenvitrol findet aber bei mehreren, bereitserwähnten Prozessen in großem Maßstabe nebenher statt, so daß mansich hauptsächlich darauf stützt.

So, wenn Schwefel aus Zweifach-Schwefeleisen destilliert wird; esbleibt Einfach-Schwefeleisen, welches man verwittern läßt, um dannauszulaugen und zu kristallisieren. Ebenso liefern Schwefelkiese, die