324
Eisen.
Die Schlacke enthält dann je nach der Beschaffenheit des Roh-eisens 12— 23°/o Phosphorsäure, also im Durchschnitt 17°/o Phosphor-säure, in Form eines besonderen Phosphats, als vierbasisches Kalksalz,Ca t P 3 0 9 . Daneben sind Kieselsäure, Eisen, etwas Schwefel usw. darin.
Sie ist hart und spröde, so daß sie durch das beim Schießpulvererwähnte Mittel der Kugelmühlen gut zu pulvern ist.
Diese Schlackenbildung ist nun die dritte; sie ist deshalb vongroßer Bedeutung, weil es
1. sehr viel phosphorhaltige Erze — Rasenerze und Oolithe — gibt,die man nach dem sauren Prozeß nicht verarbeiten konnte, sodaß sie Schmiedeeisen und Stahl gaben;
2. weil die Schlacken des basischen Prozesses Phosphorsäure ent-halten, die sich als ein wertvolles Düngematerial (Thomasmehl)erwiesen hat. In der Tat braucht diese, namentlich in Deutschlandmassenhaft erzeugte Schlacke nur mehlfein gemahlen zu werden,um als solche von den Pflanzen benutzt zu werden, ohne be-sondere »Aufschließung« durch Schwefelsäure. So werden jährlichHunderttausende von Tonnen nützlich verwendet.
Überblicken wir nun, was zur Herstellung der gebräuchlichenEisensorten geführt hat, so treten zwei Prozesse klar hervor.
Der erste Prozeß betrifft die Abtrennung der Nebenstoffe der Roh-erze durch Schlackenbildung. Diese findet bei der Roheisendarstellungusw. bis zum Bessemern, also wiederholt statt. Sie kann sogar nochvollständiger gemacht werden, indem man alles in eine Pfanne absticht,dort die Schlacke nach dem spezifischen Gewicht trennt und das Eisenoder den Stahl für sich allein in den Schmelzofen zurücktreten läßt.
Diese Abtrennung der Nebenstoffe ist der allgemeine Veredelungs-prozeß, der immer von dem rohen zu dem feineren Produkt führt.Er nimmt aber viele besondere Gestalten an, je nach den Umständen.
Der zweite Prozeß, der für Eisen eigentümlich ist, besteht in derZuführung von Karbid, welches für die Eigenschaften der Eisensortenund ihre Unterscheidung ebenso wesentlich ist wie der Schlackengehalt.
Zu den Besonderheiten — man kann sagen zu den Vorzügen —des Bessemer-Prozesses gehört nun, wie anfangs erwähnt, die Erzeugunghoher Temperatur durch Verbrennung von Nebenstoffen in Roheisen.Indem man Luft in die geschmolzene Masse unter starkem Druck ein-führt, erhöht man die Temperatur während der erforderlichen Zeit so,daß die Masse flüssig bleibt ohne Zufuhr äußerer Wärme. Der Apparatsteht nicht in einem Ofen, sondern frei in der Luft. Diese Wirkungwird aber nur erzielt, wenn verhältnismäßig große Massen in Arbeit