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Vorlesungen über chemische Technologie
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Phosphor.

verlangt man bei Fluorwasserstoff mit Recht, daß 1 cbm Gase nichtmehr Fluorwasserstoff enthalten dürfen, als Vio g Schwefelsäure (S0 3 )entspricht.

Die Waschvorrichtungen für die aus den Apparaten entweichendenOase sind also nach dem bei Salzsäure gegebenen Schema herzurichten,aber sehr viel peinlicher zu kontrollieren, als dort. Denn es gibtSuperphosphatfabriken, welche täglich etwa 100 kg Fluorwasserstoffentwickeln und bis auf den angegebenen Rest absorbieren müssen.

Zum Zerkleinern der etwas backenden, aus der Reaktion hervor-gehenden Masse bedient man sich der sogenannten Schleudermühlen,die auch sonst in der Technik angewendet werden und als »Des-integratoren« bekannt sind. Sie zerkleinern, indem sie die lebendigeKraft einer rasch bewegten Masse plötzlich vernichten und eignensich für alle etwas backenden Stoffe, wie Ton u. dergl.

Das Wesentliche dieser Apparate besteht darin, daß sie zwei auseisernen Stäben bestehende Ringsysteme haben, welche sich in ent-gegengesetzter Richtung bewegen. Sie sind so zusammengestellt, daßdie Ringe 1 und 3 nach rechts, die Ringe 2 und 4 nach links um-laufen, dabei aber 1 über 2, 2 über 3 usw.

Wird nun die backende Masse in die Mitte des ganzen in Drehungbefindlichen Systems eingeworfen, so wird sie alsbald von den Stäbengefaßt und durch die Axifugalkraft nach außen geworfen. Dabei mußsie, zufolge der verschiedenen Bewegung der Ringe, 3—4 mal hinund her fliegen, so daß jedes Partikelchen einen Zickzackweg beschreibt,bis es nach außen gelangt. Dies ist durch Figur 68 erläutert.

Da nun dabei eine Erhitzung und Verdunstung von Wasser statt-findet, so kommt die vorher backende Masse gleichmäßig gepulvertnach außen.

Für Agrikulturzwecke ist das »Superphosphat« in dieser Formgleich zu verwenden.

Außerdem kann man das lösliche Phosphat zur Herstellung desElements Phosphor benutzen, und zwar ist dies zuerst allgemein wiefolgt geschehen. Man trennt durch Lösen in wenig Wasser von demschwerlöslichen Gips, konzentriert die Lösung und vermischt sie mitgekörnter Holzkohle. Die Kohle, deren einzelne Körner etwa Linsen-größe haben, saugt ungefähr das Vierfache ihres Gewichts an Laugeauf und wird damit zunächst getrocknet. Durch weiteres Erhitzen zer-fällt dann das saure Phosphat, wie folgt, unter Wasserabgabe:CaH 4 (P0 4 ) 2 = 2 H a O + Ca(P0 3 ) 2

saures Calciumphosphat Wasser Calciummetaphoshpat

Wenn man das so erhaltene Calciummetaphosphat mit Kohle stark