zuerst seine allgemeine Anwendung gefunden hat. Sie ist sehr zu-verlässig und passend für den Gebrauch, aber natürlich weniger wirk-sam als reines Nitroglyzerin. Sie enthält etwa 25% eines für dieWirkung völlig wertlosen Bestandteils, der Kieselsäure. Diese mußnicht nur beschafft und zubereitet, sondern auch immer mit versendetund getragen werden. Deshalb hat man gesucht, feste, trockene Präpa-rate mit Hilfe von Stoffen, die an der Wirkung teilnehmen, zu machen.Dies führt auf Gelatinedynamit.
Gelatinedynamit wird gemacht, indem man die lösliche Artdes Zellulosenitrats, die sogenannte Kollodiumwolle, mit Nitroglyzerinverbindet. Etwa 7 °/o Kollodiumwolle genügen zur Gelatinierung. Manerhält ein schwer zur Explosion zu bringendes Sprengmittel, welchesstärker wirkt als Gurdynamit und weniger leicht gefriert. In dem letzterenUnterschiede liegt auch ein Vorzug, weil man die gefrorenen Patronenimmer vor dem Gebrauch auftauen muß, und zwar vorsichtig, mite mer dem Wasserbade ähnlichen Einrichtung.
Die Darstellung des Gelatinedynamits zerfällt in zwei Abschnitte.Zuerst vermischt man 93 Teile Nitroglyzerin mit 7 Teilen Kollodium-wolle und läßt dieses Gemenge einige Zeit stehen. Dadurch tritt diesogenannte Vorgelatinierung ein. Dann wird die Masse durch Zumisch-pulver, bestehend aus gemahlener Holzwolle und zuweilen etwas Sal-peter zäher gemacht.
Um das Ganze homogen zu machen, ist anhaltendes Durchkneten
m geeigneten Knetmaschinen erforderlich; aus diesen drückt man das
r 'ge Gelatinedynamit in die vorgelegten Pergamentpapierhülsen ein
nach dem Verfahren, wie es bei der Herstellung der Pulversorten schon
beschrieben wurde.
Das angegebene Mengenverhältnis wird in der Praxis wohl etwas
verändert, jedoch nur so, daß Kollodiumwolle unter 10°/o bleibt. Im
elatinedynamit treten also die Wirkungen des Zellulosenitrats zurück,
viel K hl der Umstand > daß die Kollodiumwolle bei der Verbrennung
in R enoxvd liefert, für die allgemeine Verwendung zum Sprengen
nitrat e s rgWei ) ken - niCht - hinderlich- Denn die Verbrennun S des Propenyl-ha 3 1T! e ' nen Überschuß von Sauerstoff, und da Gelatinedynamitup sachlich aus Propenylnitrat besteht, so verbrennt aller Kohlenstoffzu Kohlensäure.
er "h T Um§ekehrte Verhältnis ist natürlich einzuhalten bei dem schon
o-eHa nitro g lvzer inhaltigen Schießpulver. Nur insofern konnte es
luterf 6 "' ^ Nitroglyzerin in beschränktem Maße für Schießzwecke
z ar zu machen, als man ein Gemenge mit Zellulosenitrat herstellte,
s viel weniger Propenylnitrat enthält als die erwähnte Gelatine.